Der Einfluss psychischer Faktoren auf die Bewältigung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. COPD verläuft progredient und ist gekennzeichnet durch Atemnot, Husten und Auswurf. Die körperliche Symptomatik bedingt eine starke Beeinträchtigung für die Betroffenen, die mit einer geringen Lebensq...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Keil, Daniel Christian
Beteiligte: Rief, Winfried (Prof.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2015
Psychologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen. COPD verläuft progredient und ist gekennzeichnet durch Atemnot, Husten und Auswurf. Die körperliche Symptomatik bedingt eine starke Beeinträchtigung für die Betroffenen, die mit einer geringen Lebensqualität und häufigen komorbiden psychischen Symptomen (z.B. krankheitsspezifischen Ängsten) oder psychischen Störungen einhergeht. Mit medizinischen Behandlungsmöglichkeiten kann aktuell keine vollständige Symptomreduktion erreicht werden. Aus diesem Grund und aufgrund der chronisch progredienten Natur der Erkrankung soll die Behandlung vor allem die Lebensqualität der Betroffenen erhalten. Ziel dieser Dissertation war, psychische Faktoren und deren Zusammenhänge zur gesundheitsspezifischen Lebensqualität zu untersuchen, die für die Krankheitsbewältigung nachteilig (z.B. krankheitsspezifische Ängste) oder vorteilhaft (protektive Faktoren) sind. In einer querschnittlichen Studie untersuchten wir die Hypothese, dass krankheitsspezifische Ängste in einem Zusammenhang mit der gesundheitsspezifischen Lebensqualität stehen (Studie 1). Zur besseren Erfassung dieser COPD-spezifischen Ängste wurde ein psycho-metrisches Instrument weiterentwickelt und an einer großen Stichprobe von COPD-Betroffenen untersucht. Wie erwartet gingen krankheitsspezifische Ängste mit einer geringeren gesundheitsspezifischen Lebensqualität einher. Dieser Zusammenhang zeigte sich regressionsanalytisch, nachdem u.a. psychische Symptome allgemeiner Ängstlichkeit und Depressivität, das Krankheitsstadium, Alter und Geschlecht berücksichtigt wurden. Mit zunehmender Krankheitsschwere berichteten die Betroffenen mehr krankheitsspezifische Ängste und geringere gesundheitsspezifische Lebensqualität. In einer weiteren querschnittlichen Studie untersuchten wir den Einfluss möglicher protektiver psychischer Faktoren auf die gesundheitsspezifische Lebensqualität sowie auf komorbide psychische Angst- und Depressionssymptome (Studie 2). Dabei wurden zwei Konzepte untersucht, die Prozesse inneren Wachstums darstellen und Persönlichkeitsmerkmale abbilden sollen, die Anpassungsprozesse an Stressoren und Lebensumstände begünstigen: Kohärenzsinn und Resilienz. Die regressionsanalytische Untersuchung ergab, dass mehr Kohärenzsinn und Resilienz mit einer größeren gesundheitsspezifischeren Lebensqualität sowie weniger Angst- und Depressionssymptomatik einhergingen. Zunehmende Krankheitsschwere ging mit einer geringeren gesundheitsspezifischen Lebensqualität und mehr Depressionssymptomatik einher, aber nicht mit mehr Angstsymptomatik. In einer Übersichtsarbeit wurden psychische Faktoren zusammengestellt, die in der COPD-Behandlung im Rahmen von pneumologischen Rehabilitationsmaßnahmen für die Krankheitsbewältigung relevant sind (Studie 3). Zusammenfassend zeigte sich, dass die gefundenen Faktoren dazu beitrugen, dass sich die Behandlungsergebnisse zwischen den Patienten stark unterschieden. Da pneumologische Rehabilitationsmaßnahmen ein zentraler Behandlungsbaustein bei COPD sind, wirken sie sich auf die Krankheitsbewältigung und damit ebenfalls auf die gesundheitsspezifische Lebensqualität aus. Die durchgeführten Studien betonten die Bedeutung psychischer Faktoren auf die Krankheitsbewältigung, da sie Zusammenhänge zwischen krankheitsspezifischen Ängsten, protektiven und anderen psychischen Faktoren zur gesundheitsspezifischen Lebensqualität ergaben. Es wird diskutiert, wie sich diese Erkenntnisse bewerten, Forschungsansätze vertiefen und Behandlungsmöglichkeiten ableiten lassen.
Beschreibung:112 pages.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2015.0478