Identifikation von prognostischen Markern bei Patienten mit Sepsis

Die Sepsis ist trotz der Fortschritte der modernen Medizin noch immer mit einer hohen Morbidität und Mortalität behaftet. Durch die Identifikation von protektiven Faktoren, die eine schwere Verlaufsform verhindern und kausale Therapieansätze, die nicht nur Pathogene eliminieren, sondern auch das na...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Regner, Wiebke
Beteiligte: Bals, Robert (Prof. Dr. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2015
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die Sepsis ist trotz der Fortschritte der modernen Medizin noch immer mit einer hohen Morbidität und Mortalität behaftet. Durch die Identifikation von protektiven Faktoren, die eine schwere Verlaufsform verhindern und kausale Therapieansätze, die nicht nur Pathogene eliminieren, sondern auch das nachfolgende Immungeschehen beeinflussen, könnte das Outcome verbessert werden. Vitamin D hat eine große Bedeutung für das angeborene und erworbene Immunsystem. Mindestens 28 % der gesunden Bevölkerung sind von einem Vitamin-D-Mangel betroffen. Vitamin D reguliert unter anderem die Expression von antimikrobiellen Peptiden wie Cathelicidine, die ebenfalls eine Rolle bei der angeborenen Immunabwehr spielen. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Serumkonzentration von 25-Hydroxycholecalciferol, Cathelicidin-LL-37 (zusätzlich auch Expressionsstudien auf mRNA-Ebene)- und von Alpha-1-Antitrypsin bei SIRS bzw. Sepsis zu untersuchen und so mögliche protektive Faktoren und prognostische Marker zu identifizieren. Dazu wurden Blutentnahmen bei SIRS-Patienten und Intensivpatienten ohne SIRS (Intensiv-Kontrolle) sowie bei gesunden Kontrollen durchgeführt und daraus die Parameter bestimmt. Weiterhin wurden bei den Intensivpatienten der APACHE-II-Score, SOFA-Score und MODS-Score erhoben, um die Schwere der Erkrankung einzuschät-zen. Die SIRS-Patienten zeigten eine ausgeprägte Vitamin-D-Defizienz und signifikant nied-rigere Spiegel (8,921 ± 6,812 ng/ml) als Patienten der Intensiv-Kontrolle und als ge-sunde Probanden. Auch unter den gesunden Kontrollen waren nur 28% suffizient mit Vitamin D versorgt. Entgegen der Annahme, dass SIRS-Patienten einen erniedrigten Cathelicin LL-37-Spiegel aufweisen, wurden verglichen mit den Patienten der Intensivkontrolle und mit gesunden Probanden signifikant erhöhte Werte (12,39 ± 9,775 ng/ml) gemessen. Auf mRNA-Ebene war dieser Unterschied nicht zu detektieren, daher ist eine im Rahmen von Entzündungsprozessen stattfindende Degranulierung von Neutrophilen eine mögliche Ursache für die Erhöhung der Cathelicidin-LL-37-Spiegel. Es bestand eine negative Korrelation zwischen den Vitamin-D- und Cathelicidin-LL-37-Spiegeln. Ein messbarer Zusammenhang zwischen der Schwere der Sepsis und dem Vitamin-D-Spiegel bzw. dem Cathelicidin-LL-37-Spiegel ließ sich nicht beobachten. Darüber hinaus zeigten die SIRS-Patienten signifikant erhöhte Alpha-1-Antitrypsin-Spiegel. Die vorliegenden Ergebnisse erlauben keine Aussagen zu den Mechanismen der beobachteten Veränderungen. Ob sich Vitamin-D- und/oder Cathelicidn LL-37 als prognostische Faktoren eignen, muss in weiterführenden Studien mit größerer Probandenzahl untersucht werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2015.0457