It´s all about the rhythm - A neurocognitive approach towards the Rhythm Rule in German and English

The aim of the present doctoral thesis is to gain deeper insight into the cognitive processing of rhythmically irregular structures in form of stress clashes and stress lapses in comparison to structures that follow the Rhythm Rule. Although stress clashes and stress lapses are allowed and hence pre...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Henrich, Karen
Beteiligte: Domahs, Ulrike (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2015
Germanistische Sprachwissenschaft
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Inhaltsangabe: Die vorliegende Dissertation widmet sich der kognitiven Verarbeitung rhythmischer Irregularitäten in Form von sogenannten Akzentzusammenstößen (stress clashes) und Akzentauslassungen (stress lapses) im Deutschen und Englischen. Mithilfe psycholinguistischer und neurolinguistischer Methoden wird gezeigt, welche Unterschiede bei der Verarbeitung dieser rhythmisch markierten Formen im Vergleich zu wohlgeformten Strukturen auftreten und wie sich diese bemerkbar machen. Bei Akzentzusammenstößen und -auslassungen handelt es sich um erlaubte jedoch rhythmisch markierte Formen. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich von anderen Formen rhythmischer Abweichungen, die bisher in der Psycho- und Neurolinguistik untersucht wurden. Sie sind markiert, da sie gegen das Prinzip der rhythmischen Alternation (PRA) verstoßen. Wie wichtig die Einhaltung dieses Prinzips im Deutschen und Englischen ist, wurde bisher nur in wenigen Perzeptions- und Produktionsstudien und ausschließlich an Komposita zu rhythmisch motivierten Akzentverschiebungen (stress shifts) untersucht. Das Phänomen der Akzentverschiebung, ausgelöst durch die sogenannte Rhythm Rule, wurde für die vorliegende Dissertation daher zusätzlich auf Phrasenebene untersucht. Diese Art der Verschiebung kann in akzentzählenden Sprachen wie dem Deutschen und Englischen dann erfolgen, wenn das PRA ansonsten durch einen Zusammenstoß von Haupt- und Nebenakzent innerhalb einer phonologischen Phrase verletzt würde. In beiden Sprachen wird dabei der Nebenakzent verschoben, um eine rhythmisch wohlgeformte Struktur zu erhalten (z.B. Terˈmin ˌabsagen → Terˈmin abˌsagen; chamˌpagne ˈcocktails → ˌchampagne ˈcocktails). In insgesamt fünf Studien wurde untersucht, wie rhythmisch markierte sowie wohlgeformte Strukturen auf Wort- und Phrasenebene realisiert, wahrgenommen und verarbeitet werden. Zudem wurden Faktoren wie Aufmerksamkeit und Informationsstruktur und deren Einfluss auf die kognitive Verarbeitung rhythmischer Abweichungen näher beleuchtet. Die Ergebnisse zeigen, dass selbst feine rhythmische Abweichungen vom Gehirn wahrgenommen werden können und mit erhöhten Kosten in der Sprachverarbeitung verbunden sind. Die vorliegende Dissertation verdeutlicht zudem, dass die Rhythm Rule sowohl auf der Wort- als auch der Phrasenebene eine wichtige Rolle spielt.