Oktaedrische Silicium(IV)komplexe: Methodenentwicklung und Anwendung als Enzyminhibitoren

Die Suche nach biologisch aktiven Verbindungen für die therapeutische Anwendung als Arzneimittel ist ein stetig wachsendes Gebiet in der universitären und industriellen Forschung. Neben der Verwendung von Kohlenstoff-basierter Naturstoffsynthese hat sich das Gebiet der oktaedrisch koordinierten Über...

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Main Author: Breiding, Tom
Contributors: Meggers, Eric (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2015
Chemie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die Suche nach biologisch aktiven Verbindungen für die therapeutische Anwendung als Arzneimittel ist ein stetig wachsendes Gebiet in der universitären und industriellen Forschung. Neben der Verwendung von Kohlenstoff-basierter Naturstoffsynthese hat sich das Gebiet der oktaedrisch koordinierten Übergangsmetallkomplexe zum Aufbau neuartiger Strukturen als erfolgreiche Anwendung in der Synthese von bioaktiven Komplexen etabliert. In Verbindung mit einem modifizierten Liganden und der daran befindlichen pharmakophoren Gruppe konnten verschiedene Enzymklassen adressiert werden. Dies nutzen MEGGERS et al., um selektive und hoch potente Enzyminhibitoren auf Basis metall-organischer Komplexe aufzubauen, wobei das Zentralatom eine rein strukturgebende Funktion übernimmt. Dabei wurde in den vergangenen zehn Jahren ein wesentliches Konzept verfolgt: Design eines Liganden mit pharmakophorer Gruppe zur selektiven Bindung im aktiven Zentrum eines Enzyms und dessen Komplexierung mit einem Übergangsmetallkomplexvorläufer, der durch die oktaedrische Anordnung der Liganden eine ideale Ausfüllung der Enzymtasche ermöglicht. Trotz kinetisch inerter Übergangsmetalle, kann eine mögliche Toxizität im Organismus nach Applikation der Komplexe nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Aus diesem Nachteil des Zentralatoms heraus ergibt sich der Ansatz für die vorliegende Dissertation, die sich mit der Synthese und Modifikation von oktaedrischen Silicium(IV)komplexen beschäftigt. Ausgehend von Siliciumhalogeniden soll in einem ersten Projekt eine Methode entwickelt und etabliert werden, inerte, oktaedrisch koordinierte Silicium(IV)komplexe unter Verwendung verschiedener zweizähniger Liganden zu synthetisieren. Nach Optimierung einer geeigneten Synthesemethode werden anschließend Post-Modifikationen am Liganden im Komplex selbst untersucht, die im letzten Teilprojekt an zwei verschiedenen Enzymklassen getestet werden sollen. Nach dem Vorbild der Proteinkinase-Inhibitoren soll durch Design eines bioaktiven Liganden dieser mit einem Silicium-basierten Komplexvorläufer umgesetzt werden. Des Weiteren soll durch Verwendung einer entwickelten Methode mittels Modifikationen am Catecholat-Liganden die Adressierung der Acetylcholinesterase ermöglicht werden. Beide Enzyme besitzen den Vorteil einer großen Enzymtasche, um zunächst eine prinzipielle Machbarkeit der beiden Konzepte zu beweisen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2015.0236