In vivo dynamics of DnaA and its regulators

Die Verdopplung des Chromosoms ist ein entscheidender Schritt des bakteriellen Zellzyklus. Um die Anzahl der Chromosomen pro Zelle konstant zu halten, muss dieser Prozess streng reguliert werden. Die Replikation wird am Replikationsursprung durch das hochkonservierte Initiationsprotein DnaA initiie...

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Main Author: Schenk, Katrin
Contributors: Graumann, Peter Ludwig (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dataset Dissertation
Language:English
Published: Philipps-Universität Marburg 2015
Chemie
Subjects:
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Description
Summary:Die Verdopplung des Chromosoms ist ein entscheidender Schritt des bakteriellen Zellzyklus. Um die Anzahl der Chromosomen pro Zelle konstant zu halten, muss dieser Prozess streng reguliert werden. Die Replikation wird am Replikationsursprung durch das hochkonservierte Initiationsprotein DnaA initiiert. Dazu bindet DnaA an spezifische DNA-Sequenzen in der Ursprungsregion und bildet einen helikalen Nukleo-Protein-Komplex, der die lokale Aufwindung des Doppelstrangs herbeiführt. Dies muss kontrolliert geschehen, um eine Initiation zu einem falschen Zeitpunkt zu vermeiden. Für Bacillus subtilis sind zwei Regulationsproteine bekannt, YabA und Soj (ParA). YabA erfüllt zwei Funktionen: Zum einen wirkt es als Anti-Kooperativitätsfaktor für DnaA und zum anderen rekrutiert es, vermittelt duch eine Interaktion mit DnaN, DnaA und die Replikationsmaschinerie. Das Protein Soj hingegen kann ATP-abhängig ein Dimer bilden und als solches fördernd auf die DnaA-Aktivität wirken, während es in seiner ADP- gebundenen Form als Monomer vorliegt und am Ursprung die Ausbildung der rechtsgängigen DnaA-Helix verhindert. Die vorliegende Arbeit zeigt, dass die Lokalisation von YabA im Bezug auf den Replikationsursprung und die Replikationsmaschinerie einem ähnlichen Muster folgt, wie es für DnaA bekannt ist. Dabei stellt sich heraus, dass YabA hauptsächlich am Replisom, aber auch am Ursprung lokalisieren kann. Unter Zuhifenahme von FRAP (fluorescence recovery after photobleaching) konnte ich in vivo zeigen, dass DnaA einen hohen Turnover am Ursprung und an der Replikationsmaschinerie hat, der im Bereich von nur wenigen Sekunden liegt. Des Weiteren verringert eine Deletion von yabA und soj-spo0J den Turnover von DnaA. YabA hingegen zeigt ein ähnliches Verhalten wie DnaA. In einem zweiten Ansatz wurde Einzel-Molekül-Mikroskopie an lebenden Zellen durchgeführt. Die Untersuchung von DnaA-Einzelmolekülen bestätigt, dass es sich bei DnaA um ein sehr dynamisches Protein handelt, das für nicht mehr als wenige Millisekunden an seinen Bindestellen verweilt. Da DnaA auch als Transkriptionsfaktor wirkt, beinhalten diese Bindestellen nicht nur den Ursprung und die Replikationsmaschinerie, sondern auch mehrere über das ganze Chromosom verteilte Promotoren. Des Weiteren führt eine Deletion von soj-spo0J zu verkürzten Verweildauern, was im Einklang mit den FRAP-Daten steht. Im Gegensatz dazu verweilt eine DnaA-Variante, die eine Aminosäuresubstitution trägt, welche die ATPase-Aktivität und die Initiationsrate beeinträchtigt, deutlich kürzer. Folglich führen selbst geringe Unterschiede in der Verweildauer zu untypischen Initiationsfrequenzen. YabA-Einzelmoleküle hingegen sind statischer, was darauf hindeutet, dass DnaA und YabA nicht gemeinsam, als Komplex, die DNA scannen. Erstaunlicherweise war für E. coli-DnaA eine Oszillation der DnaA-Moleküle zwischen den zwei Zellhälften zu beobachten. Die Diffusionskonstante und die Verweildauer ähnelten denen von B. subtilis-DnaA, was eine hohe Dynamik von DnaA Proteinen in zwei Bakterienspezies zeigt. viiDie Beobachtung, dass E. coli-DnaA oszilliert, lässt weiterhin einen Mechanismus vermuten, bei dem ein regulatorisches Protein DnaA verfolgt und es von seinen Bindestellen löst, was zu dem beobachteten Muster führen könnte. Hohe Änderungsraten können vorteilhaft sein um viele regulatorische Impulse in die Entscheidung über eine Initation zu integrieren. In B. subtilis könnten die zwei Regulatoren YabA und Soj teilweise durch eine Stimulation der zeitlichen Änderungsrate von DnaA am Ursprung und an der Replikationsmaschinerie agieren.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2015.0220