Assessment of Innovation Effects of Mergers

Summary of Doctoral Dissertation Assessment of Innovation Effects of Mergers The adequate consideration of innovation effects of mergers in merger review was, and still is, one of the most controversially discussed issues between antitrust scholars. In this connection the question has been rai...

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1. Verfasser: Kern, Benjamin René
Beteiligte: Kerber, Wolfgang (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2015
Wirtschaftspolitik
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2015.0132
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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topic Fusionskontrolle
Wirtschaft
Merger Control
Antitrust Law
Innovation Markets
Innovation Competition
Innovationswettbewerb
Wettbewerbsrecht
Competition Policy
Wettbewerbspolitik
spellingShingle Fusionskontrolle
Wirtschaft
Merger Control
Antitrust Law
Innovation Markets
Innovation Competition
Innovationswettbewerb
Wettbewerbsrecht
Competition Policy
Wettbewerbspolitik
Kern, Benjamin René
Zusammenfassung der kumulativen Dissertation Assessment of Innovation Effects of Mergers Die adäquate Berücksichtigung von Innovationswirkungen in der Folge von Unternehmenszusammenschlüssen in der Fusionskontrolle war und ist eines der am kontroversesten diskutierten Themen in der Wettbewerbspolitik. In diesem Zusammenhang wurde die Frage aufgeworfen, ob die traditionellen Kategorien des Wettbewerbsrechts für den Umgang mit Innovationsaspekten ausreichend geeignet sind, oder ob neue Konzepte für die Analyse von Innovationseffekten von Fusionen nötig sind. Dies wiederum hängt mit der Frage zusammen, ob die Unternehmen, die auf bestehenden Produktmärkten miteinander in Konkurrenz stehen, auch unweigerlich Innovationswettbewerber sind. Ebenso kann man umgekehrt fragen ob es, neben den sich aktuell auf einem Produktmarkt im Wettbewerb befindlichen Firmen, nicht vielleicht noch weitere Unternehmen gibt, die miteinander im Bereich der Innovation im Wettbewerb stehen. Obwohl die Verwendung von Produktmärkten als ein theoretisches Konstrukt zur Identifizierung der relevanten Wettbewerber ein bewährtes Instrument zum Schutz von statischem Preis und nicht über den Preis ausgetragenen Wettbewerbs ist, so wird der ausschließliche Fokus auf Produktmärkte höchst wahrscheinlich nicht die wahre Situation in Bezug auf den stattfindenden Innovationswettbewerb abbilden. Entsprechend liegt jedem der fünf Beiträge dieser Dissertation die Annahme zugrunde, dass die relevanten Wettbewerber im Hinblick auf Innovationen nicht zwangsläufig den relevanten Wettbewerbern auf bestehenden Produktmärkten gleichen. Aus ökonomischer Sicht waren Produktmärkte seit je her lediglich ein Vehikel um diejenigen Firmen zu identifizieren, die sich miteinander im Wettbewerb befinden. Zum Schutz eines statischen Preiswettbewerbs war es somit auch nur folgerichtig die aktuell offerierten Produkte heranzuziehen und anschließend die Substitutionsbedingungen der Nachfrage- und Angebotsseite zur Bestimmung des relevanten Wettbewerbers zu analysieren. Allerdings ist der Versuch dieses Vorgehen auch auf die Identifizierung der relevanten Innovationswettbewerber anzuwenden, äußerst fragwürdig. Aufgrund der Tatsache, dass die Herstellung und der Vertrieb von bestehenden Produkten nicht die gleichen Ressourcen und Fähigkeiten erfordert wie die Generierung von Innovation, ist die Behauptung eines Zusammenfallens der Identität von Produktmarkt- und Innovationswettbewerbern nur schwer zu verteidigen. Diese Diskussion führte in den USA in den 1990er Jahren zur Entstehung der sogenannten "Innovation Market Analysis" (IMA), welche als ein erstes, innovationsspezifisches Analyseverfahren angesehen werden kann. Allerdings wurde die IMA, trotz der Tatsache, dass ihre Grundidee in einer signifikanten Zahl von US-Fusionsfällen angewandt wurde, stark kritisiert. Vor dem Hintergrund dieses mangelnden Zuspruchs für die "Innovation Market Analysis" und dem Fehlen eines alternativen, innovationsspezifischen Analyserahmens ist es bis heute immer noch unklar, wie die Kartellbehörden im Rahmen der Prüfung von Unternehmenszusammenschlüssen Innovationsaspekte berücksichtigen sollten. Dieses Forschungsprojekt untersucht daher, wie und in welchem Ausmaß die US-Wettbewerbsbehörden in ihrer Fallpraxis Unternehmenszusammenschlüsse auf negative Innovationswirkungen hin geprüft haben und ob die verwendeten Prüfverfahren für diesen Zweck geeignet sind oder weiterentwickelt werden müssen. Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang (1) wie die Firmen, die miteinander im Innovationswettbewerb stehen, identifiziert werden sollten. Hierbei stellt sich die Frage ob zur Identifikation der relevanten Wettbewerber weiterhin die traditionelle Definition des Produktmarktes verwendet werden sollte, oder ob vielmehr die Notwendigkeit besteht, anstatt dessen alternative Ansätze, wie z.B. die "Innovation Market Analysis", heranzuziehen / zu entwickeln. (2) Dabei soll zudem untersucht werden, welche Argumentationslinien im Hinblick auf die vorgebrachten wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von den Behörden verwendet wurden. Sollten sich die Wettbewerbsbehörden hierbei vorwiegend auf die etablierten Argumente der neoklassischen Industrieökonomik zu Innovationsanreizen stützen, oder sollten auch die Erkenntnisse der eher heterodoxen Evolutionsökonomik mit einbezogen werden? (3) Wie sollte ein geeignetes Prüfschema, das den Wettbewerbsbehörden hilft die Innovationswirkungen von Fusionen zu untersuchen, ausgestaltet sein? Ist es möglich, dass solch ein Prüfschema einerseits die komplexen und oft divergierenden Effekte zwischen Wettbewerb und Innovation adäquat berücksichtigt und trotzdem gleichzeitig Rechtssicherheit stiftet? Diesen Forschungsfragen widmet sich die vorliegende Dissertation sowohl von einer theoretisch/konzeptionellen Perspektive (Beiträge 1-3), wie auch von empirischer Seite (Beiträge 4-5). Insbesondere der im Zusammenhang mit dem empirischen Teil der vorliegenden Arbeit generierte Datensatz ist einzigartig und liefert die Basis für die bislang einzige ökonometrische Analyse der U.S.-Fusionskontrollpraxis im Hinblick auf die Berücksichtigung von Innovationsaspekten. Der erste Artikel der vorliegenden Dissertation befasst sich daher zunächst mit der Frage, wie die Unternehmen, die miteinander im Innovationswettbewerb stehen, identifiziert werden sollten und ob die entsprechenden Unternehmenszusammenschlüsse mit Hilfe der Theorie der „Innovation Markets“, „Future Markets“ oder des potenziellen Wettbewerbs aufgegriffen werden sollten. Traditionell konzentrieren sich die Wettbewerbsbehörden im Rahmen der Zusammenschlusskontrolle auf die Analyse von relevanten Produktmärkten. Hierbei werden die relevanten Firmen, die sich miteinander im Wettbewerb befinden, identifiziert und mögliche wettbewerbswidrige Effekte aufgedeckt. Im Gegensatz zu Wettbewerb in Hinblick auf Preise, Mengen, oder Produktqualität, findet der Wettbewerb im Bereich der Innovation allerdings nicht zwangsläufig auf bestehenden Produktmärkten statt. Dieser erste Aufsatz untersucht daher die (bestehenden) theoretischen Ansätze, die grundsätzlich für die Überprüfung von wettbewerbswidrigen Innovationseffekten in der Zusammenschlusskontrolle verwendet werden können, anhand ausgewählter Fusionsfälle aus der Fusionskontrollpraxis. In diesem Zusammenhang werden in diesem Beitrag sechs Gruppen von Fusionsfällen, in denen Innovationsaspekte eine Rolle gespielt haben, entwickelt. Auf Basis dieser Fallgruppen zeigt das Papier, dass die etablierten Ansätze des "potenziellen Wettbewerbs" wie auch der "Future Markets" nicht immer in der Lage sind, den stattfindenden Innovationswettbewerb zu erfassen. Darüber hinaus ist es fraglich, ob das Konzept der "Future Markets", auch in jenen Fällen, in denen der Ansatz grundsätzlich angewandt werden kann, tatsächlich dazu geeignet ist, den Innovationswettbewerb mit all seinen Facetten abzubilden. Auf der anderen Seite hat aber auch die "Innovation Market Analysis", bis heute der einzige Ansatz der speziell zur Analyse des Innovationswettbewerbs entwickelt wurde, mehrere Schwachstellen. Vor diesem Hintergrund kommt der Beitrag zu dem Ergebnis, dass aktuell kein allgemein akzeptierter Ansatz existiert, welchen die Kartellbehörden in den USA wie auch in der EU als Analyserahmen zum Schutz des Innovationswettbewerbs in der Fusionskontrolle heranziehen könnten. Die Entwicklung eines neuen bzw. überarbeiteten Analyseansatzes scheint somit dringend geboten. Nichts desto trotz stellt die "IMA" einen guten Ausgangspunkt für die Entwicklung eines solchen Analyserahmens dar. Insbesondere die Eigenschaft der "Innovation Market Analysis", dass diese zum ersten Mal die relevanten Innovationswettbewerber unabhängig von deren Rolle und Bedeutung auf existierenden Produktmärkten berücksichtigt, sollte auch Teil eines neuen / überarbeiteten Ansatzes sein. Der zweite Artikel baut anschließend auf den Ergebnissen des ersten Artikels auf. Hierbei zielt das Papier darauf ab einen ersten Beitrag zur Entwicklung eines neuen / überarbeiteten Analyserahmens für die Überprüfung von Innovationswirkungen im Rahmen der Fusionskontrolle zu liefern. Daneben soll mit diesem Papier aber auch der unzureichenden Berücksichtigung der Implikationen Rechnung getragen werden, die sich aus der separaten Betrachtung des Innovationswettbewerbs vom Produktmarktwettbewerb für den Zusammenhang zwischen Wettbewerb, Konzentration und Innovation ergeben. Entscheidend ist hierfür, dass die Unterscheidung in Produktmarkt- und Innovationswettbewerb nicht nur Konsequenzen für die Identifizierung der relevanten Wettbewerber hat, sondern zudem entscheidend für die Beurteilung der antikompetitiven Innovationseffekte von Fusionen ist. Im Falle einer Fusion von zwei Firmen, die ausschließlich miteinander in Bezug auf Innovation konkurrieren, würde der aktuell stattfindende Produktmarktwettbewerb unberührt bleiben. Dies würde jedoch bedeuten, dass nur ein Bruchteil der Erkenntnisse, welche die Vielzahl der modelltheoretischen Beiträge insgesamt beisteuert, in einem solchen Fusionsfall herangezogen werden kann. Anstatt dessen erfordert die Beurteilung solcher Fusionen eine Fokussierung auf die Erkenntnisse, die auf Basis von ökonomischen Modellen gewonnen wurden, die diesem Sachverhalt ebenfalls Rechnung tragen. Hierbei handelt es sich jedoch in vielen Fällen um gänzlich andere Modelle als jene, deren Ergebnisse bei der Beurteilung der Innovationswirkungen einer Fusion zwischen zwei Produktmarktwettbewerbern Anwendung finden sollten. In Folge dessen ist es äußerst fraglich, ob die Kritik hinsichtlich des ambivalenten Zusammenhangs zwischen Produktmarktwettbewerb und Innovation in gleichem Maße für den Zusammenhang zwischen Innovationswettbewerb und Innovation zutreffend ist. Vor dem Hintergrund dieser Unterscheidung in Innovationswettbewerb auf der einen Seite und Produktmarktwettbewerb auf der anderen Seite, analysiert der vorliegende Aufsatz den Zusammenhang zwischen dem vorherrschenden „Wettbewerb“ und den Anreizen der Unternehmen in Produktinnovationen zu investieren. Im Zuge dessen wird die umfangreiche modelltheoretische Industrieökonomik-Literatur dahingehend untersucht, ob die Wirkungsmechanismen, welche den jeweiligen Modellen zugrunde liegen, in einem auf Produktmärkten stattfindenden Wettbewerb verankert sind oder nicht. In Folge dessen werden in diesem Papier zwei Gruppen von möglichen Innovationseffekten von Fusionen identifiziert. Während die erste Gruppe solche Effekte beinhaltet, die durch eine Veränderung des aktuellen Produktmarktwettbewerbs hervorgerufen werden, umfasst die zweite Gruppe jene Innovationseffekte, welche auch dann eine Wirkung auf die Innovationsanreize der Firmen haben, wenn die Fusion keine Auswirkungen auf bestehende Produktmärkte hat. Aufgrund der Tatsache, dass in einem konkreten Fusionsfall nicht zwangsläufig jeder der identifizierten Innovationseffekt relevant ist und diese, je nach Beschaffenheit der entsprechenden Branchen- / Wettbewerbscharakteristika, zudem unterschiedliche Wirkungsrichtungen entfalten können, ist es notwendig die Innovationswirkungen innerhalb bestimmter Fallgruppen zu überprüfen. Zur Bildung dieser Fallgruppen müssen jedoch zunächst Unterscheidungskriterien entwickelt werden. Zu diesem Zweck versucht dieser Artikel die Determinanten zu identifizieren, die in einem konkreten Fall entscheidend dafür sind, wie sich ein bestimmter Innovationseffekt (z.B. der „escape competition effect“ oder der „replacement effect“) auf die Innovationsanreize auswirkt. Die Identifizierung und Kategorisierung der Innovationseffekte zuzüglich der relevanten Determinanten bietet damit (1) eine Checkliste von Beurteilungskriterien, die Wettbewerbsbehörden bei der Analyse der Innovationswirkungen von Fusionen berücksichtigen sollten. (2) Darüber hinaus wird in diesem Beitrag beispielhaft gezeigt, wie die Entwicklung eines entscheidungstheoretischen Analyserahmens zur Beurteilung von Innovationswirkungen von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgen kann. Solch ein Analyserahmen würde es ermöglichen, die Notwendigkeit einer fallspezifischen Prüfung von Fusionen mit der Forderung nach einem konsistenten und transparenten Prüfverfahren in Einklang zu bringen. Ein solches Verfahren wäre somit im Geiste einer regelgeleiteten Wettbewerbspolitik die, von der „Law and Economics“ Perspektive aus betrachtet, Fehlerkosten minimieren und Rechtssicherheit stiften könnte. Des Weiteren zeigt das Papier, dass der Zusammenhang zwischen dem vorherrschenden „Wettbewerb“ und den hierdurch hervorgerufenen Innovationsanreizen nicht immer so ambivalent ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Insbesondere im Hinblick auf Fusionen zwischen Unternehmen, die miteinander ausschließlich im Innovationswettbewerb und nicht im Produktmarktwettbewerb stehen, ist dieser Zusammenhang deutlich stabiler. Der dritte Artikel beschäftigt sich daraufhin mit der Frage nach den zu erwartenden wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von Fusionen. Traditionell hat sich diese Diskussion mit der Frage beschäftigt, ob eine wettbewerbliche - oder vielmehr eine hoch konzentrierte Marktstruktur (meist die Marktstruktur eines Produktmarkts) für Innovationen förderlich ist. Die Gesamtschau der hierzu verfassten theoretischen und empirischen Beiträge lieferte jedoch äußerst widersprüchliche Ergebnisse, sodass man grundsätzlich davon ausgehen muss, dass in hohem Maße wettbewerbliche - ebenso wie hoch konzentrierte Märkte prinzipiell dazu geeignet sind, Innovationen zu fördern. Vor diesem Hintergrund ist es somit unklar, ob eine Fusion, die zu einer höheren Marktkonzentration führt, tatsächlich innovationsschädlich oder doch innovationsfördernd ist. Im Gegensatz zur Mainstream-Ökonomie, welche sich fast ausschließlich mit den Auswirkungen einer geänderten Marktstruktur auf die Anreize der Unternehmen in Forschung und Entwicklung zu investieren befasst, kann eine Änderung der Marktstruktur jedoch zusätzliche Wirkungen auf Innovationen haben. Beispielsweise kann eine Fusion, welche eine Reduzierung der Anzahl der Wettbewerber nach sich zieht, auch insofern innovationsschädlich sein, dass hierdurch die Anzahl der Unternehmen, die derzeit bestimmte F&E Projekte verfolgen (oder entsprechende Projekte prinzipiell verfolgen könnten), reduziert wird. Gesetzt den Fall, dass sich Unternehmen nicht nur bezüglich ihrer Kostenfunktionen, sondern auch hinsichtlich ihrer Ressourcen, Organisationsstruktur, Unternehmenskultur, sowie ihrer Erwartungen in Hinblick auf erfolgsversprechende Geschäftsfelder und Forschungsprojekte unterscheiden, kann sich bereits die Reduktion der Anzahl der Wettbewerber nachteilig auf die Innovationskraft einer Branche auswirken. Vor diesem Hintergrund kann die "Diversität" als eine weitere Dimension des Innovationswettbewerbs angesehen werden - eine Dimension die neben den Überlegungen zu Innovationsanreizen und -fähigkeiten von Unternehmen, ebenfalls schützenswert sein kann. Diese Eigenschaft des Wettbewerbs wird in der wettbewerbspolitischen Literatur jedoch nur am Rande berücksichtigt. Die geringe Beachtung könnte dem Umstand geschuldet sein, dass die Mainstream-Ökonomie und vor allem die moderne Industrieökonomik grundlegende Schwierigkeiten haben, diese Dimension des Wettbewerbs, welche Joseph Farrell anschaulich die „dunkle Materie des Wettbewerbs" nannte, zu erfassen. Abgesehen davon wird zudem oftmals das Argument angeführt, dass die Unternehmen selbst, wenn "Diversität" tatsächlich eine positive Wirkung auf die Innovationsfähigkeit von Unternehmen hat, auch nach einer Fusion einen Anreiz haben sollten, solch ein innovationsförderndes Umfeld „in-house“ zu bewahren. Sollte dieses Argument zutreffend sein, so könnte eine mögliche Verringerung der "Diversität" zwischen den verschiedenen Firmen (inter-firm) dadurch kompensiert werden, dass solch einer Reduktion der „Diversität“ eine entsprechende Erhöhung der „Diversität“ innerhalb der verbleibenden Firmen ("intra-firm") gegenüber steht. Wenn man solch einen Effekt zu erwarten hätte, bestünde folglich keine Veranlassung, dass die Kartellbehörden der „Diversität“ im Rahmen der Zusammenschlusskontrolle eine besondere Bedeutung beimessen. Unter Berücksichtigung der Management- und organisationstheoretischen Literatur zielt dieser erste Artikel daher auf die Klärung der Forschungsfrage ab, ob und in wie weit, Unternehmen nach einer Fusion zur Aufrechterhaltung der „Diversität“ beitragen. Dies kann entweder durch eine neu geschaffene „intra-firm Diversität“ oder im Rahmen einer Wahrung der bestehenden „Diversität“ in Folge der Fortführung der Autonomie des erworbenen Unternehmens erfolgen. Zu diesem Zweck werden in dem Beitrag zunächst die Erkenntnisse der "Corporate Entrepreneurship" (CE) Literatur untersucht. Hierbei zeigt sich, dass dieser Forschungsbereich die Schaffung von unabhängigen Unternehmenseinheiten und damit die Erzeugung von "Diversität" innerhalb der Firma tatsächlich als einen wichtigen Faktor für die Innovationskraft und allgemeine Performance von Unternehmen anerkennt. Es stellt sich jedoch heraus, dass Unternehmen die eine CE-Strategie verfolgen, in den meisten Fällen auf erhebliche Umsetzungsprobleme und verschiedene Zielkonflikte stoßen. Gleiches gilt für die Aufrechterhaltung von "Diversität" in Folge einer Fortführung der Autonomie nach einer Fusion. Obwohl die „post-merger-integration“ Literatur starke Argumente für eine Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit von erworbenen Unternehmen zur Wahrung ihrer Innovationsfähigkeit liefert, wird dennoch deutlich, dass auch in diesem Fall ein „Trade-off“ zwischen dem Ziel der Wahrung der Innovationsfähigkeit und der Realisierung von statischen Effizienzgewinnen durch Integration, besteht. Auf der einen Seite verdeutlicht die umfangreiche Management- und organisationstheoretische Literatur somit auf anschauliche Art und Weise, dass die Unternehmen tatsächlich einen starken Anreiz zur Wahrung der „Diversität“ innerhalb des eigenen Unternehmens haben sollten. Auf der anderen Seite demonstriert das Papier aber auch, dass sich Konsumenten und Wettbewerbsbehörden nicht ohne weiteres darauf verlassen können. Während sich die ersten drei Artikel eher mit theoretisch / konzeptionellen Fragestellungen beschäftigen, untersucht der vierte Beitrag empirisch wie die US-Kartellbehörden in der angewandten Fusionskontrolle Innovationseffekte berücksichtigt haben. Die Entscheidung zur Analyse der US-amerikanischen Fusionskontrollpraxis rührt daher, dass die US Behörden, im Gegensatz zur Europäischen Kommission, eine weitaus größere Anzahl von Unternehmenszusammenschlüssen auf Innovationswirkungen hin überprüft haben. Auf Basis der "Complaints" sowie der „Decision and Orders“ analysiert das vorliegende Papier daher im Rahmen einer Vollerhebung alle 399 Zusammenschlüsse die durch das Department of Justice (DOJ) oder die Federal Trade Commission (FTC) in der Zeit zwischen 1995 und 2008 aufgegriffen wurden. Unter Verwendung der Probit-Methode beschäftigt sich die ökonometrische Studie insbesondere mit der Frage, auf welche Weise und in welchem Umfang die US-amerikanischen Wettbewerbsbehörden Fusionen auf Innovationseffekte hin überprüft haben. Darüber hinaus untersucht der Beitrag ob die beiden Behörden identische oder unterschiedliche Ansätze für die Überprüfung der Innovationswirkungen von Fusionen verwendet haben und ob sich im Laufe der Zeit möglicherweise Änderungen in der Fallpraxis beobachten lassen. Wichtige Fragen sind in diesem Zusammenhang, (1) ob die US-Behörden überwiegend einen traditionellen, auf dem Produktmarkt-Konzept basierenden Analyserahmen verwendeten, oder ob sie auch innovationsspezifischere Ansätze, wie z.B. die "Innovation Market Analysis", herangezogen haben. (2) Daneben ist es von Bedeutung welche Argumentationslinien im Hinblick auf die vorgebrachten wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von den Behörden verwendet wurden. Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen kommt der Beitrag zu folgenden Ergebnissen. Es zeigt sich, dass in 135 der 399 Fälle die Behörden antikompetitive Innovationseffekte erwarteten und, dass während des gesamten Zeitraums beide Behörden in circa einem Drittel der Fälle (auch) auf antikompetitive Innovationswirkungen abgestellt hatten. Auf Basis der analysierten 323 relevanten Märkte mit Innovationsaspekten offenbart die durchgeführte Studie allerdings auch, dass die beiden Behörden über keinen einheitlichen Analyserahmen verfügen, und sie sich insbesondere hinsichtlich der Frage, ob eher ein traditioneller Produktmarkt-Ansatz oder doch eher ein innovationsspezifischer Ansatz angewendet werden sollte, signifikant unterscheiden. Ein kritisches Ergebnis ist zudem, dass in den meisten Fällen, in denen die Behörden negative Innovationswirkungen befürchteten, keine genaue Begründung, weshalb die Fusion möglicherweise wettbewerbswidrige Innovationswirkungen haben könnte, abgegeben wurde. Lediglich eine Minderheit der Fälle liefert Argumente im Zusammenhang mit negativen Innovationsanreizen oder beinhaltet solche Argumente die den Schutz der „Diversität“ für Innovation hervorheben. Ein weiteres äußerst überraschendes und durchaus auch rätselhaftes Ergebnis ist, dass die Behörden in den Fällen in denen innovationsschädliche Effekte erwartet wurden, zunehmend auch statische Preiseffekte ins Feld führten. Vor dem Hintergrund der Differenzierung in Innovationswettbewerb und Produktmarktwettbewerb gibt diese beobachtete Zunahme der simultan vorgebrachten Innovations- und Preiseffekte jedoch Rätsel auf. Dieses Phänomen kann dahingehend gedeutet werden, dass die U.S.-Wettbewerbsbehörden in Folge der kritischen Diskussion um die „Innovation Market Analysis“ versucht haben, die von ihnen befürchteten Innovationseffekte zusätzlich mit traditionellen und besser etablierten Argumenten im Zusammenhang mit wettbewerbsbeschränkenden Preiseffekten abzusichern. Der Beitrag zeigt damit, dass die Berücksichtigung von Innovationswirkungen zwar stets ein fester Bestandteil der U.S.-amerikanischen Fusionskontrollpraxis war. Dieser Praxis lag allerdings weder ein konsistenter Ansatz zugrunde, noch scheinen sich die damit verbundenen konzeptionellen Fragen zum geeigneten Analyserahmen, oder der Argumentationslinie hinsichtlich der erwarteten wettbewerbswidrigen Innovationswirkungen im Laufe der Zeit geklärt zu haben. Der fünfte und letzte Beitrag dieser Dissertation baut vorwiegend auf den empirischen Ergebnissen des vierten Artikels auf und zielt darauf ab, diese Ergebnisse unter Einbeziehung der gewonnenen Erkenntnisse aus den ersten drei theoretisch/konzeptionellen Papieren in einen größeren Rahmen zu setzen. Zu diesem Zweck wird zu Beginn dieses Artikels nochmals ein detaillierter Überblick über die umfangreiche modelltheoretische und empirische Literatur zum Thema Wettbewerb und Innovation gegeben. In diesem Zusammenhang werden die verschiedenen theoretischen Modelle und Argumente, vor dem Hintergrund der im Rahmen des zweiten Papiers vorgeschlagenen Differenzierung zwischen denjenigen Modellen, die ausschließlich den Wettbewerb im Hinblick auf Innovation betrachten und solchen die auch aktuelle Produktmärkte einbeziehen, vorgestellt. Dieser strukturierte Überblick ist gefolgt von einer Analyse der empirischen Studien zum Zusammenhang zwischen Branchenstrukturen und Innovation, Marktstruktur und Innovation und Unternehmenszusammenschlüssen und Innovation. Nachdem daraufhin die existierenden Analyserahmen für die Überprüfung von Innovationswirkungen im Rahmen der Fusionskontrolle vorgestellt wurden, werden die empirischen Ergebnisse des vierten Beitrags nochmals vorgestellt und aus wettbewerbspolitischer Perspektive analysiert. Daneben wird in diesem Artikel zudem eine (qualitative) Analyse der wichtigsten Innovationsfusionsfälle nach 2008 vorgenommen sowie ein Überblick über die Diskussion im Zuge der Überarbeitung der aktuellen US-Fusionskontrollrichtlinien gegeben. In diesem Zusammenhang zeigt der Beitrag, (1) dass die Unsicherheiten bei der Berücksichtigung von Innovationseffekten auch unter der Obama-Administration nicht verschwunden sind und, (2) dass trotz des allgemeinen Konsens hinsichtlich der enormen Bedeutung von Innovationen für die Konsumentenwohlfahrt die Verwendung von innovationsspezifischen Prüfverfahren in der US-Diskussion immer noch sehr kritisch gesehen wird. Dies zeigt sich auch bei Betrachtung der neuen US-Fusionskontrollrichtlinien, die sich weiterhin ganz auf den traditionellen Produktmarktansatz stützen. Insofern tragen die Leitlinien auch nicht der bereits etablierten Fusionskontrollpraxis der US-Kartellbehörden Rechnung, welche in den vergangenen Jahren bereits innovationsspezifische Ansätze in nicht unerheblichen Umfang anwendeten. Anstatt dessen scheint auch diese Zurückhaltung bei der Aufnahme eines innovationsspezifischen Analyserahmens in die Fusionskontrollrichtlinien das Ergebnis einer nicht zu unterschätzenden Unsicherheit im Umgang mit Innovationswirkungen zu sein. Wie schon die Ergebnisse der empirischen Analyse im vierten Beitrags dieser Dissertation zeigte, scheint diese Unsicherheit in der Uneinigkeit darüber begründet zu sein, wie die Wettbewerbsbehörden die Innovationswirkungen einer Fusion richtig erfassen und beurteilen sollten. Dieser Artikel schließt daraufhin indem zukünftige Forschungsfragen aufgezeigt werden. In diesem Zusammenhang wird (1) vorgeschlagen, dass sich die Argumente hinsichtlich der wettbewerbswidrigen Innovationswirkungen von Unternehmenszusammenschlüssen nicht ausschließlich auf die neoklassische Industrieökonomik stützen sollte, sondern auch die Erkenntnisse der Evolutionsökonomik mit einbeziehen sollten, welche sich ohnehin besser zur Analyse von dynamischen Innovationseffekten eignet. (2) Des Weiteren sollte sich die zukünftige Forschung mit der Frage beschäftige, wie die relevanten Innovationwettbewerber am zuverlässigsten identifiziert werden können. Der erste Beitrag dieser Dissertation hat gezeigt, dass die "Innovation Market Analysis" bereits die richtigen Fragen im Hinblick auf sich überlappende Forschungsprojekte und die Existenz von "specialized assets", welche als Eintrittsbarrieren in den Innovationswettbewerb verstanden werden können, gestellt hat. (3) Last but not least, kommt dieses fünfte Papier auf die zentrale Frage des zweiten Artikels dieser Dissertation zurück in welchem bereits die Notwendigkeit der Entwicklung eines strukturierten Analyserahmens zur Beurteilung von Innovationseffekten von Fusionen diskutiert wurde. Solch ein Analyserahmen sollte mit dem Problem umgehen können, dass Innovationseffekte unter verschiedenen Umständen sehr unterschiedlich ausfallen können.
Assessment of Innovation Effects of Mergers
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doc-type:doctoralThesis
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author Kern, Benjamin René
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contents Zusammenfassung der kumulativen Dissertation Assessment of Innovation Effects of Mergers Die adäquate Berücksichtigung von Innovationswirkungen in der Folge von Unternehmenszusammenschlüssen in der Fusionskontrolle war und ist eines der am kontroversesten diskutierten Themen in der Wettbewerbspolitik. In diesem Zusammenhang wurde die Frage aufgeworfen, ob die traditionellen Kategorien des Wettbewerbsrechts für den Umgang mit Innovationsaspekten ausreichend geeignet sind, oder ob neue Konzepte für die Analyse von Innovationseffekten von Fusionen nötig sind. Dies wiederum hängt mit der Frage zusammen, ob die Unternehmen, die auf bestehenden Produktmärkten miteinander in Konkurrenz stehen, auch unweigerlich Innovationswettbewerber sind. Ebenso kann man umgekehrt fragen ob es, neben den sich aktuell auf einem Produktmarkt im Wettbewerb befindlichen Firmen, nicht vielleicht noch weitere Unternehmen gibt, die miteinander im Bereich der Innovation im Wettbewerb stehen. Obwohl die Verwendung von Produktmärkten als ein theoretisches Konstrukt zur Identifizierung der relevanten Wettbewerber ein bewährtes Instrument zum Schutz von statischem Preis und nicht über den Preis ausgetragenen Wettbewerbs ist, so wird der ausschließliche Fokus auf Produktmärkte höchst wahrscheinlich nicht die wahre Situation in Bezug auf den stattfindenden Innovationswettbewerb abbilden. Entsprechend liegt jedem der fünf Beiträge dieser Dissertation die Annahme zugrunde, dass die relevanten Wettbewerber im Hinblick auf Innovationen nicht zwangsläufig den relevanten Wettbewerbern auf bestehenden Produktmärkten gleichen. Aus ökonomischer Sicht waren Produktmärkte seit je her lediglich ein Vehikel um diejenigen Firmen zu identifizieren, die sich miteinander im Wettbewerb befinden. Zum Schutz eines statischen Preiswettbewerbs war es somit auch nur folgerichtig die aktuell offerierten Produkte heranzuziehen und anschließend die Substitutionsbedingungen der Nachfrage- und Angebotsseite zur Bestimmung des relevanten Wettbewerbers zu analysieren. Allerdings ist der Versuch dieses Vorgehen auch auf die Identifizierung der relevanten Innovationswettbewerber anzuwenden, äußerst fragwürdig. Aufgrund der Tatsache, dass die Herstellung und der Vertrieb von bestehenden Produkten nicht die gleichen Ressourcen und Fähigkeiten erfordert wie die Generierung von Innovation, ist die Behauptung eines Zusammenfallens der Identität von Produktmarkt- und Innovationswettbewerbern nur schwer zu verteidigen. Diese Diskussion führte in den USA in den 1990er Jahren zur Entstehung der sogenannten "Innovation Market Analysis" (IMA), welche als ein erstes, innovationsspezifisches Analyseverfahren angesehen werden kann. Allerdings wurde die IMA, trotz der Tatsache, dass ihre Grundidee in einer signifikanten Zahl von US-Fusionsfällen angewandt wurde, stark kritisiert. Vor dem Hintergrund dieses mangelnden Zuspruchs für die "Innovation Market Analysis" und dem Fehlen eines alternativen, innovationsspezifischen Analyserahmens ist es bis heute immer noch unklar, wie die Kartellbehörden im Rahmen der Prüfung von Unternehmenszusammenschlüssen Innovationsaspekte berücksichtigen sollten. Dieses Forschungsprojekt untersucht daher, wie und in welchem Ausmaß die US-Wettbewerbsbehörden in ihrer Fallpraxis Unternehmenszusammenschlüsse auf negative Innovationswirkungen hin geprüft haben und ob die verwendeten Prüfverfahren für diesen Zweck geeignet sind oder weiterentwickelt werden müssen. Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang (1) wie die Firmen, die miteinander im Innovationswettbewerb stehen, identifiziert werden sollten. Hierbei stellt sich die Frage ob zur Identifikation der relevanten Wettbewerber weiterhin die traditionelle Definition des Produktmarktes verwendet werden sollte, oder ob vielmehr die Notwendigkeit besteht, anstatt dessen alternative Ansätze, wie z.B. die "Innovation Market Analysis", heranzuziehen / zu entwickeln. (2) Dabei soll zudem untersucht werden, welche Argumentationslinien im Hinblick auf die vorgebrachten wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von den Behörden verwendet wurden. Sollten sich die Wettbewerbsbehörden hierbei vorwiegend auf die etablierten Argumente der neoklassischen Industrieökonomik zu Innovationsanreizen stützen, oder sollten auch die Erkenntnisse der eher heterodoxen Evolutionsökonomik mit einbezogen werden? (3) Wie sollte ein geeignetes Prüfschema, das den Wettbewerbsbehörden hilft die Innovationswirkungen von Fusionen zu untersuchen, ausgestaltet sein? Ist es möglich, dass solch ein Prüfschema einerseits die komplexen und oft divergierenden Effekte zwischen Wettbewerb und Innovation adäquat berücksichtigt und trotzdem gleichzeitig Rechtssicherheit stiftet? Diesen Forschungsfragen widmet sich die vorliegende Dissertation sowohl von einer theoretisch/konzeptionellen Perspektive (Beiträge 1-3), wie auch von empirischer Seite (Beiträge 4-5). Insbesondere der im Zusammenhang mit dem empirischen Teil der vorliegenden Arbeit generierte Datensatz ist einzigartig und liefert die Basis für die bislang einzige ökonometrische Analyse der U.S.-Fusionskontrollpraxis im Hinblick auf die Berücksichtigung von Innovationsaspekten. Der erste Artikel der vorliegenden Dissertation befasst sich daher zunächst mit der Frage, wie die Unternehmen, die miteinander im Innovationswettbewerb stehen, identifiziert werden sollten und ob die entsprechenden Unternehmenszusammenschlüsse mit Hilfe der Theorie der „Innovation Markets“, „Future Markets“ oder des potenziellen Wettbewerbs aufgegriffen werden sollten. Traditionell konzentrieren sich die Wettbewerbsbehörden im Rahmen der Zusammenschlusskontrolle auf die Analyse von relevanten Produktmärkten. Hierbei werden die relevanten Firmen, die sich miteinander im Wettbewerb befinden, identifiziert und mögliche wettbewerbswidrige Effekte aufgedeckt. Im Gegensatz zu Wettbewerb in Hinblick auf Preise, Mengen, oder Produktqualität, findet der Wettbewerb im Bereich der Innovation allerdings nicht zwangsläufig auf bestehenden Produktmärkten statt. Dieser erste Aufsatz untersucht daher die (bestehenden) theoretischen Ansätze, die grundsätzlich für die Überprüfung von wettbewerbswidrigen Innovationseffekten in der Zusammenschlusskontrolle verwendet werden können, anhand ausgewählter Fusionsfälle aus der Fusionskontrollpraxis. In diesem Zusammenhang werden in diesem Beitrag sechs Gruppen von Fusionsfällen, in denen Innovationsaspekte eine Rolle gespielt haben, entwickelt. Auf Basis dieser Fallgruppen zeigt das Papier, dass die etablierten Ansätze des "potenziellen Wettbewerbs" wie auch der "Future Markets" nicht immer in der Lage sind, den stattfindenden Innovationswettbewerb zu erfassen. Darüber hinaus ist es fraglich, ob das Konzept der "Future Markets", auch in jenen Fällen, in denen der Ansatz grundsätzlich angewandt werden kann, tatsächlich dazu geeignet ist, den Innovationswettbewerb mit all seinen Facetten abzubilden. Auf der anderen Seite hat aber auch die "Innovation Market Analysis", bis heute der einzige Ansatz der speziell zur Analyse des Innovationswettbewerbs entwickelt wurde, mehrere Schwachstellen. Vor diesem Hintergrund kommt der Beitrag zu dem Ergebnis, dass aktuell kein allgemein akzeptierter Ansatz existiert, welchen die Kartellbehörden in den USA wie auch in der EU als Analyserahmen zum Schutz des Innovationswettbewerbs in der Fusionskontrolle heranziehen könnten. Die Entwicklung eines neuen bzw. überarbeiteten Analyseansatzes scheint somit dringend geboten. Nichts desto trotz stellt die "IMA" einen guten Ausgangspunkt für die Entwicklung eines solchen Analyserahmens dar. Insbesondere die Eigenschaft der "Innovation Market Analysis", dass diese zum ersten Mal die relevanten Innovationswettbewerber unabhängig von deren Rolle und Bedeutung auf existierenden Produktmärkten berücksichtigt, sollte auch Teil eines neuen / überarbeiteten Ansatzes sein. Der zweite Artikel baut anschließend auf den Ergebnissen des ersten Artikels auf. Hierbei zielt das Papier darauf ab einen ersten Beitrag zur Entwicklung eines neuen / überarbeiteten Analyserahmens für die Überprüfung von Innovationswirkungen im Rahmen der Fusionskontrolle zu liefern. Daneben soll mit diesem Papier aber auch der unzureichenden Berücksichtigung der Implikationen Rechnung getragen werden, die sich aus der separaten Betrachtung des Innovationswettbewerbs vom Produktmarktwettbewerb für den Zusammenhang zwischen Wettbewerb, Konzentration und Innovation ergeben. Entscheidend ist hierfür, dass die Unterscheidung in Produktmarkt- und Innovationswettbewerb nicht nur Konsequenzen für die Identifizierung der relevanten Wettbewerber hat, sondern zudem entscheidend für die Beurteilung der antikompetitiven Innovationseffekte von Fusionen ist. Im Falle einer Fusion von zwei Firmen, die ausschließlich miteinander in Bezug auf Innovation konkurrieren, würde der aktuell stattfindende Produktmarktwettbewerb unberührt bleiben. Dies würde jedoch bedeuten, dass nur ein Bruchteil der Erkenntnisse, welche die Vielzahl der modelltheoretischen Beiträge insgesamt beisteuert, in einem solchen Fusionsfall herangezogen werden kann. Anstatt dessen erfordert die Beurteilung solcher Fusionen eine Fokussierung auf die Erkenntnisse, die auf Basis von ökonomischen Modellen gewonnen wurden, die diesem Sachverhalt ebenfalls Rechnung tragen. Hierbei handelt es sich jedoch in vielen Fällen um gänzlich andere Modelle als jene, deren Ergebnisse bei der Beurteilung der Innovationswirkungen einer Fusion zwischen zwei Produktmarktwettbewerbern Anwendung finden sollten. In Folge dessen ist es äußerst fraglich, ob die Kritik hinsichtlich des ambivalenten Zusammenhangs zwischen Produktmarktwettbewerb und Innovation in gleichem Maße für den Zusammenhang zwischen Innovationswettbewerb und Innovation zutreffend ist. Vor dem Hintergrund dieser Unterscheidung in Innovationswettbewerb auf der einen Seite und Produktmarktwettbewerb auf der anderen Seite, analysiert der vorliegende Aufsatz den Zusammenhang zwischen dem vorherrschenden „Wettbewerb“ und den Anreizen der Unternehmen in Produktinnovationen zu investieren. Im Zuge dessen wird die umfangreiche modelltheoretische Industrieökonomik-Literatur dahingehend untersucht, ob die Wirkungsmechanismen, welche den jeweiligen Modellen zugrunde liegen, in einem auf Produktmärkten stattfindenden Wettbewerb verankert sind oder nicht. In Folge dessen werden in diesem Papier zwei Gruppen von möglichen Innovationseffekten von Fusionen identifiziert. Während die erste Gruppe solche Effekte beinhaltet, die durch eine Veränderung des aktuellen Produktmarktwettbewerbs hervorgerufen werden, umfasst die zweite Gruppe jene Innovationseffekte, welche auch dann eine Wirkung auf die Innovationsanreize der Firmen haben, wenn die Fusion keine Auswirkungen auf bestehende Produktmärkte hat. Aufgrund der Tatsache, dass in einem konkreten Fusionsfall nicht zwangsläufig jeder der identifizierten Innovationseffekt relevant ist und diese, je nach Beschaffenheit der entsprechenden Branchen- / Wettbewerbscharakteristika, zudem unterschiedliche Wirkungsrichtungen entfalten können, ist es notwendig die Innovationswirkungen innerhalb bestimmter Fallgruppen zu überprüfen. Zur Bildung dieser Fallgruppen müssen jedoch zunächst Unterscheidungskriterien entwickelt werden. Zu diesem Zweck versucht dieser Artikel die Determinanten zu identifizieren, die in einem konkreten Fall entscheidend dafür sind, wie sich ein bestimmter Innovationseffekt (z.B. der „escape competition effect“ oder der „replacement effect“) auf die Innovationsanreize auswirkt. Die Identifizierung und Kategorisierung der Innovationseffekte zuzüglich der relevanten Determinanten bietet damit (1) eine Checkliste von Beurteilungskriterien, die Wettbewerbsbehörden bei der Analyse der Innovationswirkungen von Fusionen berücksichtigen sollten. (2) Darüber hinaus wird in diesem Beitrag beispielhaft gezeigt, wie die Entwicklung eines entscheidungstheoretischen Analyserahmens zur Beurteilung von Innovationswirkungen von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgen kann. Solch ein Analyserahmen würde es ermöglichen, die Notwendigkeit einer fallspezifischen Prüfung von Fusionen mit der Forderung nach einem konsistenten und transparenten Prüfverfahren in Einklang zu bringen. Ein solches Verfahren wäre somit im Geiste einer regelgeleiteten Wettbewerbspolitik die, von der „Law and Economics“ Perspektive aus betrachtet, Fehlerkosten minimieren und Rechtssicherheit stiften könnte. Des Weiteren zeigt das Papier, dass der Zusammenhang zwischen dem vorherrschenden „Wettbewerb“ und den hierdurch hervorgerufenen Innovationsanreizen nicht immer so ambivalent ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Insbesondere im Hinblick auf Fusionen zwischen Unternehmen, die miteinander ausschließlich im Innovationswettbewerb und nicht im Produktmarktwettbewerb stehen, ist dieser Zusammenhang deutlich stabiler. Der dritte Artikel beschäftigt sich daraufhin mit der Frage nach den zu erwartenden wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von Fusionen. Traditionell hat sich diese Diskussion mit der Frage beschäftigt, ob eine wettbewerbliche - oder vielmehr eine hoch konzentrierte Marktstruktur (meist die Marktstruktur eines Produktmarkts) für Innovationen förderlich ist. Die Gesamtschau der hierzu verfassten theoretischen und empirischen Beiträge lieferte jedoch äußerst widersprüchliche Ergebnisse, sodass man grundsätzlich davon ausgehen muss, dass in hohem Maße wettbewerbliche - ebenso wie hoch konzentrierte Märkte prinzipiell dazu geeignet sind, Innovationen zu fördern. Vor diesem Hintergrund ist es somit unklar, ob eine Fusion, die zu einer höheren Marktkonzentration führt, tatsächlich innovationsschädlich oder doch innovationsfördernd ist. Im Gegensatz zur Mainstream-Ökonomie, welche sich fast ausschließlich mit den Auswirkungen einer geänderten Marktstruktur auf die Anreize der Unternehmen in Forschung und Entwicklung zu investieren befasst, kann eine Änderung der Marktstruktur jedoch zusätzliche Wirkungen auf Innovationen haben. Beispielsweise kann eine Fusion, welche eine Reduzierung der Anzahl der Wettbewerber nach sich zieht, auch insofern innovationsschädlich sein, dass hierdurch die Anzahl der Unternehmen, die derzeit bestimmte F&E Projekte verfolgen (oder entsprechende Projekte prinzipiell verfolgen könnten), reduziert wird. Gesetzt den Fall, dass sich Unternehmen nicht nur bezüglich ihrer Kostenfunktionen, sondern auch hinsichtlich ihrer Ressourcen, Organisationsstruktur, Unternehmenskultur, sowie ihrer Erwartungen in Hinblick auf erfolgsversprechende Geschäftsfelder und Forschungsprojekte unterscheiden, kann sich bereits die Reduktion der Anzahl der Wettbewerber nachteilig auf die Innovationskraft einer Branche auswirken. Vor diesem Hintergrund kann die "Diversität" als eine weitere Dimension des Innovationswettbewerbs angesehen werden - eine Dimension die neben den Überlegungen zu Innovationsanreizen und -fähigkeiten von Unternehmen, ebenfalls schützenswert sein kann. Diese Eigenschaft des Wettbewerbs wird in der wettbewerbspolitischen Literatur jedoch nur am Rande berücksichtigt. Die geringe Beachtung könnte dem Umstand geschuldet sein, dass die Mainstream-Ökonomie und vor allem die moderne Industrieökonomik grundlegende Schwierigkeiten haben, diese Dimension des Wettbewerbs, welche Joseph Farrell anschaulich die „dunkle Materie des Wettbewerbs" nannte, zu erfassen. Abgesehen davon wird zudem oftmals das Argument angeführt, dass die Unternehmen selbst, wenn "Diversität" tatsächlich eine positive Wirkung auf die Innovationsfähigkeit von Unternehmen hat, auch nach einer Fusion einen Anreiz haben sollten, solch ein innovationsförderndes Umfeld „in-house“ zu bewahren. Sollte dieses Argument zutreffend sein, so könnte eine mögliche Verringerung der "Diversität" zwischen den verschiedenen Firmen (inter-firm) dadurch kompensiert werden, dass solch einer Reduktion der „Diversität“ eine entsprechende Erhöhung der „Diversität“ innerhalb der verbleibenden Firmen ("intra-firm") gegenüber steht. Wenn man solch einen Effekt zu erwarten hätte, bestünde folglich keine Veranlassung, dass die Kartellbehörden der „Diversität“ im Rahmen der Zusammenschlusskontrolle eine besondere Bedeutung beimessen. Unter Berücksichtigung der Management- und organisationstheoretischen Literatur zielt dieser erste Artikel daher auf die Klärung der Forschungsfrage ab, ob und in wie weit, Unternehmen nach einer Fusion zur Aufrechterhaltung der „Diversität“ beitragen. Dies kann entweder durch eine neu geschaffene „intra-firm Diversität“ oder im Rahmen einer Wahrung der bestehenden „Diversität“ in Folge der Fortführung der Autonomie des erworbenen Unternehmens erfolgen. Zu diesem Zweck werden in dem Beitrag zunächst die Erkenntnisse der "Corporate Entrepreneurship" (CE) Literatur untersucht. Hierbei zeigt sich, dass dieser Forschungsbereich die Schaffung von unabhängigen Unternehmenseinheiten und damit die Erzeugung von "Diversität" innerhalb der Firma tatsächlich als einen wichtigen Faktor für die Innovationskraft und allgemeine Performance von Unternehmen anerkennt. Es stellt sich jedoch heraus, dass Unternehmen die eine CE-Strategie verfolgen, in den meisten Fällen auf erhebliche Umsetzungsprobleme und verschiedene Zielkonflikte stoßen. Gleiches gilt für die Aufrechterhaltung von "Diversität" in Folge einer Fortführung der Autonomie nach einer Fusion. Obwohl die „post-merger-integration“ Literatur starke Argumente für eine Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit von erworbenen Unternehmen zur Wahrung ihrer Innovationsfähigkeit liefert, wird dennoch deutlich, dass auch in diesem Fall ein „Trade-off“ zwischen dem Ziel der Wahrung der Innovationsfähigkeit und der Realisierung von statischen Effizienzgewinnen durch Integration, besteht. Auf der einen Seite verdeutlicht die umfangreiche Management- und organisationstheoretische Literatur somit auf anschauliche Art und Weise, dass die Unternehmen tatsächlich einen starken Anreiz zur Wahrung der „Diversität“ innerhalb des eigenen Unternehmens haben sollten. Auf der anderen Seite demonstriert das Papier aber auch, dass sich Konsumenten und Wettbewerbsbehörden nicht ohne weiteres darauf verlassen können. Während sich die ersten drei Artikel eher mit theoretisch / konzeptionellen Fragestellungen beschäftigen, untersucht der vierte Beitrag empirisch wie die US-Kartellbehörden in der angewandten Fusionskontrolle Innovationseffekte berücksichtigt haben. Die Entscheidung zur Analyse der US-amerikanischen Fusionskontrollpraxis rührt daher, dass die US Behörden, im Gegensatz zur Europäischen Kommission, eine weitaus größere Anzahl von Unternehmenszusammenschlüssen auf Innovationswirkungen hin überprüft haben. Auf Basis der "Complaints" sowie der „Decision and Orders“ analysiert das vorliegende Papier daher im Rahmen einer Vollerhebung alle 399 Zusammenschlüsse die durch das Department of Justice (DOJ) oder die Federal Trade Commission (FTC) in der Zeit zwischen 1995 und 2008 aufgegriffen wurden. Unter Verwendung der Probit-Methode beschäftigt sich die ökonometrische Studie insbesondere mit der Frage, auf welche Weise und in welchem Umfang die US-amerikanischen Wettbewerbsbehörden Fusionen auf Innovationseffekte hin überprüft haben. Darüber hinaus untersucht der Beitrag ob die beiden Behörden identische oder unterschiedliche Ansätze für die Überprüfung der Innovationswirkungen von Fusionen verwendet haben und ob sich im Laufe der Zeit möglicherweise Änderungen in der Fallpraxis beobachten lassen. Wichtige Fragen sind in diesem Zusammenhang, (1) ob die US-Behörden überwiegend einen traditionellen, auf dem Produktmarkt-Konzept basierenden Analyserahmen verwendeten, oder ob sie auch innovationsspezifischere Ansätze, wie z.B. die "Innovation Market Analysis", herangezogen haben. (2) Daneben ist es von Bedeutung welche Argumentationslinien im Hinblick auf die vorgebrachten wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von den Behörden verwendet wurden. Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen kommt der Beitrag zu folgenden Ergebnissen. Es zeigt sich, dass in 135 der 399 Fälle die Behörden antikompetitive Innovationseffekte erwarteten und, dass während des gesamten Zeitraums beide Behörden in circa einem Drittel der Fälle (auch) auf antikompetitive Innovationswirkungen abgestellt hatten. Auf Basis der analysierten 323 relevanten Märkte mit Innovationsaspekten offenbart die durchgeführte Studie allerdings auch, dass die beiden Behörden über keinen einheitlichen Analyserahmen verfügen, und sie sich insbesondere hinsichtlich der Frage, ob eher ein traditioneller Produktmarkt-Ansatz oder doch eher ein innovationsspezifischer Ansatz angewendet werden sollte, signifikant unterscheiden. Ein kritisches Ergebnis ist zudem, dass in den meisten Fällen, in denen die Behörden negative Innovationswirkungen befürchteten, keine genaue Begründung, weshalb die Fusion möglicherweise wettbewerbswidrige Innovationswirkungen haben könnte, abgegeben wurde. Lediglich eine Minderheit der Fälle liefert Argumente im Zusammenhang mit negativen Innovationsanreizen oder beinhaltet solche Argumente die den Schutz der „Diversität“ für Innovation hervorheben. Ein weiteres äußerst überraschendes und durchaus auch rätselhaftes Ergebnis ist, dass die Behörden in den Fällen in denen innovationsschädliche Effekte erwartet wurden, zunehmend auch statische Preiseffekte ins Feld führten. Vor dem Hintergrund der Differenzierung in Innovationswettbewerb und Produktmarktwettbewerb gibt diese beobachtete Zunahme der simultan vorgebrachten Innovations- und Preiseffekte jedoch Rätsel auf. Dieses Phänomen kann dahingehend gedeutet werden, dass die U.S.-Wettbewerbsbehörden in Folge der kritischen Diskussion um die „Innovation Market Analysis“ versucht haben, die von ihnen befürchteten Innovationseffekte zusätzlich mit traditionellen und besser etablierten Argumenten im Zusammenhang mit wettbewerbsbeschränkenden Preiseffekten abzusichern. Der Beitrag zeigt damit, dass die Berücksichtigung von Innovationswirkungen zwar stets ein fester Bestandteil der U.S.-amerikanischen Fusionskontrollpraxis war. Dieser Praxis lag allerdings weder ein konsistenter Ansatz zugrunde, noch scheinen sich die damit verbundenen konzeptionellen Fragen zum geeigneten Analyserahmen, oder der Argumentationslinie hinsichtlich der erwarteten wettbewerbswidrigen Innovationswirkungen im Laufe der Zeit geklärt zu haben. Der fünfte und letzte Beitrag dieser Dissertation baut vorwiegend auf den empirischen Ergebnissen des vierten Artikels auf und zielt darauf ab, diese Ergebnisse unter Einbeziehung der gewonnenen Erkenntnisse aus den ersten drei theoretisch/konzeptionellen Papieren in einen größeren Rahmen zu setzen. Zu diesem Zweck wird zu Beginn dieses Artikels nochmals ein detaillierter Überblick über die umfangreiche modelltheoretische und empirische Literatur zum Thema Wettbewerb und Innovation gegeben. In diesem Zusammenhang werden die verschiedenen theoretischen Modelle und Argumente, vor dem Hintergrund der im Rahmen des zweiten Papiers vorgeschlagenen Differenzierung zwischen denjenigen Modellen, die ausschließlich den Wettbewerb im Hinblick auf Innovation betrachten und solchen die auch aktuelle Produktmärkte einbeziehen, vorgestellt. Dieser strukturierte Überblick ist gefolgt von einer Analyse der empirischen Studien zum Zusammenhang zwischen Branchenstrukturen und Innovation, Marktstruktur und Innovation und Unternehmenszusammenschlüssen und Innovation. Nachdem daraufhin die existierenden Analyserahmen für die Überprüfung von Innovationswirkungen im Rahmen der Fusionskontrolle vorgestellt wurden, werden die empirischen Ergebnisse des vierten Beitrags nochmals vorgestellt und aus wettbewerbspolitischer Perspektive analysiert. Daneben wird in diesem Artikel zudem eine (qualitative) Analyse der wichtigsten Innovationsfusionsfälle nach 2008 vorgenommen sowie ein Überblick über die Diskussion im Zuge der Überarbeitung der aktuellen US-Fusionskontrollrichtlinien gegeben. In diesem Zusammenhang zeigt der Beitrag, (1) dass die Unsicherheiten bei der Berücksichtigung von Innovationseffekten auch unter der Obama-Administration nicht verschwunden sind und, (2) dass trotz des allgemeinen Konsens hinsichtlich der enormen Bedeutung von Innovationen für die Konsumentenwohlfahrt die Verwendung von innovationsspezifischen Prüfverfahren in der US-Diskussion immer noch sehr kritisch gesehen wird. Dies zeigt sich auch bei Betrachtung der neuen US-Fusionskontrollrichtlinien, die sich weiterhin ganz auf den traditionellen Produktmarktansatz stützen. Insofern tragen die Leitlinien auch nicht der bereits etablierten Fusionskontrollpraxis der US-Kartellbehörden Rechnung, welche in den vergangenen Jahren bereits innovationsspezifische Ansätze in nicht unerheblichen Umfang anwendeten. Anstatt dessen scheint auch diese Zurückhaltung bei der Aufnahme eines innovationsspezifischen Analyserahmens in die Fusionskontrollrichtlinien das Ergebnis einer nicht zu unterschätzenden Unsicherheit im Umgang mit Innovationswirkungen zu sein. Wie schon die Ergebnisse der empirischen Analyse im vierten Beitrags dieser Dissertation zeigte, scheint diese Unsicherheit in der Uneinigkeit darüber begründet zu sein, wie die Wettbewerbsbehörden die Innovationswirkungen einer Fusion richtig erfassen und beurteilen sollten. Dieser Artikel schließt daraufhin indem zukünftige Forschungsfragen aufgezeigt werden. In diesem Zusammenhang wird (1) vorgeschlagen, dass sich die Argumente hinsichtlich der wettbewerbswidrigen Innovationswirkungen von Unternehmenszusammenschlüssen nicht ausschließlich auf die neoklassische Industrieökonomik stützen sollte, sondern auch die Erkenntnisse der Evolutionsökonomik mit einbeziehen sollten, welche sich ohnehin besser zur Analyse von dynamischen Innovationseffekten eignet. (2) Des Weiteren sollte sich die zukünftige Forschung mit der Frage beschäftige, wie die relevanten Innovationwettbewerber am zuverlässigsten identifiziert werden können. Der erste Beitrag dieser Dissertation hat gezeigt, dass die "Innovation Market Analysis" bereits die richtigen Fragen im Hinblick auf sich überlappende Forschungsprojekte und die Existenz von "specialized assets", welche als Eintrittsbarrieren in den Innovationswettbewerb verstanden werden können, gestellt hat. (3) Last but not least, kommt dieses fünfte Papier auf die zentrale Frage des zweiten Artikels dieser Dissertation zurück in welchem bereits die Notwendigkeit der Entwicklung eines strukturierten Analyserahmens zur Beurteilung von Innovationseffekten von Fusionen diskutiert wurde. Solch ein Analyserahmen sollte mit dem Problem umgehen können, dass Innovationseffekte unter verschiedenen Umständen sehr unterschiedlich ausfallen können.
language English
author2 Kerber, Wolfgang (Prof. Dr.)
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title Assessment of Innovation Effects of Mergers
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description Summary of Doctoral Dissertation Assessment of Innovation Effects of Mergers The adequate consideration of innovation effects of mergers in merger review was, and still is, one of the most controversially discussed issues between antitrust scholars. In this connection the question has been raised whether the traditional categories in competition law are sufficiently suitable for dealing with innovation aspects or whether new concepts for the assessment of innovation effects of mergers are needed. This argument relates to the question whether the firms who compete in regard to existing products necessarily play a role in regard to innovation competition. Or, by asking the opposite question, whether there are perhaps additional firms (by also accounting for firms outside the current product market) that actually compete with one another in the sphere of innovation. Thus, although the assessment of product markets as a device to identify the relevant competitors is a well-founded step to protect static price and non-price competition, the sole assessment of the respective product market will probably not reflect the true situation regarding innovation competition. Accordingly, each of the five articles of this thesis builds on the idea that the relevant competitors in terms of innovation do not necessarily correspond to the relevant competitors on existing product markets. From an economic perspective the definition of “markets” was always only a vehicle for identifying the set of relevant competing firms. In a concept of static competition, it was logical to use the set of current products, and analyze their substitutability conditions from the demand and the supply side in order to determine the set of relevant competitors. However, the attempt to stick to the product market concept for defining the relevant competitors for innovation is theoretically deeply flawed. Since the production and sale of products does not require the same resources and capabilities as the generation of innovations, a general assumption of such an identity cannot be defended. This discussion led to the development of the so-called "Innovation Market Analysis" (IMA), an innovation-specific assessment approach, in the 1990s. Even though the IMA was also applied to a significant number of U.S. merger cases in the years thereafter, it was heavily criticized by many lawyers and economists. Hence, it is still not clear how antitrust agencies should deal with innovation aspects in the review process of mergers. This research project assesses how and to what extent the U.S. antitrust authorities in their case practice investigated mergers on possible negative effects on innovation and whether the investigation concepts are appropriate or need to be developed. Particular relevant questions which arise in this connection are: (1) how the firms, which compete with one another in the sphere of innovation, should be identified. This raises the question whether the identification of the relevant competitors should be carried out by relying on the traditional product market concept, or whether there is a need to use/develop alternative approaches, such as the "Innovation Market Analysis". (2) In this connection it is also necessary to consider the theory of harm behind the claimed negative effects of mergers on innovation. Should competition authorities rely predominantly on well-established arguments about innovation incentives, provided by the neoclassical industrial organization literature, or is it instead advisable to also include the insights provided by other strains of literature, e.g. the evolutionary economics literature? (3) How should an adequate assessment framework, which would help competition authorities to deal with innovation effects of mergers look like? How can it account for the complex and often divergent effects between competition and innovation while providing legal guidance at the same time? These research questions are addressed by this dissertation, both from a theoretical/conceptual (articles 1-3), as well as from an empirical perspective (articles 4-5). It is remarkable, that the data set which was generated in connection with the empirical part of the present work is unique and provides the basis for the only econometric analysis of the U.S. merger control practice with respect to the consideration of innovation aspects which exists so far. The first article deals with the question of how the firms which compete with one another in the sphere of innovation should be identified and whether these mergers should be assessed under the theory of Innovation Markets, Future Markets or Potential Competition. Traditionally, competition authorities tend to focus on the assessment of competition on relevant product markets. Hereby, the relevant firms that compete with one another are identified, and possible anticompetitive effects are revealed. But, in contrast to competition concerning prices, quantities, or product quality, competition in the sphere of innovation is not necessarily tied to existing product markets. The same holds true for the counterexample. Competition authorities might find that a certain product market is highly concentrated. However, by also accounting for innovation competitors outside the current product market (e.g., firms that are well situated to undertake R&D in a particular field or firms that are already undertaking R&D), the merger could appear less anticompetitive, at least in respect to innovation. Hence, this first article reviews the (existing) approaches that can generally be used for the assessment of anticompetitive innovation effects in merger control and explores these approaches through exemplary merger cases. In this connection the paper develops six case groups of merger cases in which innovation aspects play a role. Based on these case groups, the paper demonstrates that the traditional approaches of ‘potential competition’ and ‘future markets’ cannot account for all aspects of innovation competition. In addition, the article also shows that it is furthermore questionable whether the ‘future market’ concept can capture innovation competition to its full extent, even in those merger cases in which it can generally be applied. However, the ‘Innovation Market Analysis’, the only tool especially designed to account for innovation competition so far, also has several shortcomings. Hence, at present there is no clear-cut approach which the antitrust agencies in the U.S. as well as in the E.U. could utilize as reference for an intervention aimed at the protection of innovation competition. The development of a revised approach for the assessment of potential anticompetitive innovation effects in merger reviews is therefore required. Nevertheless, the ‘IMA’ might still serve as a good starting point for the development of such a revised framework. Specifically, the framework should incorporate the concept of assessing relevant innovation competitors independently of their role on current product markets – a breakthrough idea that was introduced in the ‘IMA’. The second article builds on the results of the first article. Hereby the paper aims to develop the basic outlines for an assessment framework which could help competition authorities to deal with innovation effects of mergers and which could furthermore provide legal guidance. In addition, this contribution will specially cater for the implications which result from the separate consideration of innovation competition from actual product markets for the relationship between competition, concentration and innovation. These implications arise from the fact that the differentiation into product market competition on the one hand and innovation competition on the other, does not only have consequences for the identification of the relevant competitors, but is also crucial for assessing the anticompetitive effects of mergers on innovation. Consider for instance a merger which takes place between firms that compete with one another only in terms of innovation (leaving product market competition unaffected). This would imply that only a fraction of the insights, provided by the vast array of theoretical models, matters in this concrete merger review. Hence, these types of mergers require focusing on different models in order to gain insights for the assessment of possible anticompetitive innovation effects, than a merger taking place between two firms that do also compete with one another on pre-innovation product markets. As a consequence, since mergers of firms that compete with one another in the sphere of innovation could leave product market concentration unaffected, it is very questionable whether the findings about the ambiguous interrelationship between product market competition and innovation can be transferred one-to-one to the assessment of those mergers. Therefore, this paper analyzes the model-theoretic industrial organization literature and its findings about competition and the incentives to invest in product innovation oriented R&D against the background of this distinction into innovation competition on the one hand and product market competition on the other. For this purpose, we firstly reviewed the broad range of theoretical models, provided by the industrial organization literature. Hereby we particularly examined the underlying mechanisms of the models with respect to the question whether they rely on pre-innovation product market competition, or not. As a consequence, we received two distinct groups of potential innovation effects of mergers. The first group consists of effects which hinge on a change of current product market concentration, while the second group encompasses those kinds of effect which come into play even though pre-innovation product market competition is unaffected. Consequently, the effects of the first group are only relevant, if pre-innovation product market structure is affected by a certain merger, while the effects of the second group have to be considered even in those situations in which mergers do only affect innovation competition. Due to the fact that not every innovation effect is always relevant and since these innovation effects can furthermore have different impacts due to prevailing industry- and competition characteristics, it is helpful to assess the effects of mergers on innovation within certain case groups. However, in order to build these case groups, it is necessary to find the appropriate differentiation criteria. For this purpose, this article aims at identifying the relevant determinants, which are decisive for how a certain effect (e.g. the escape competition effect or the replacement effect) acts on the incentives to innovate. The identification and categorization of the innovation effects and relevant determinants thereby provides (1) a checklist of assessment criteria which antitrust authorities should take into account when analyzing innovation effects of mergers. (2) Besides this, this paper furthermore demonstrates how the development of such a decision theoretic assessment framework could be achieved. Such an assessment approach would allow combining the objective of a case-specific analysis with the requirement that this analysis is carried out in a consistent and transparent manner. It would therefore be in the spirit of a rule-based competition policy which is, from a law and economics perspective, ought to reduce error costs, give legal guidance and reduce legal uncertainty. Apart from that, the paper aims to demonstrate that the link between competition and the incentives to undertake product innovation oriented R&D, which can be derived from the industrial organization literature, is not always that unclear as it seems on the first sight. Especially with respect to mergers between firms that compete with one another in terms of innovation, absent/detached from actual product markets, the relationship appears to be far less cloudy. The third article then focuses on the question about the appropriate theory of harm behind the claimed negative effects of mergers on innovation. Traditionally, the discussion about anticompetitive innovation effects of mergers focused on the question whether a more or rather a less concentrated market structure (mostly narrowed to product market structure) is beneficial to innovation. However, until to date, theoretical as well as empirical contributions delivered rather contradictory results in the sense that they support the proposition that highly competitive just as much as more concentrated markets can basically spur innovation. Hence, from this perspective, it is not clear whether a merger, which leads to a higher market concentration, is detrimental or maybe even beneficial to innovation. However, while mainstream economics focuses almost exclusively on the likely effects of a change of market structure on the firms’ incentives to invest in R&D and their ability to innovate, a change of the market structure can also have an additional effect on innovation. This effect originates from the fact that a merger, which causes a reduction of the number of innovation competitors, can also harm innovation because it reduces the variety of heterogeneous entities which are currently undertaking R&D or which are well situated to undertake R&D in a certain field. Assuming that companies differ not only with respect to their cost functions, but also in terms of their resources, organizational structure, corporate culture, as well as with respect to their expectations about promising areas of business and research projects, then the reduction of the number of competitors may already be detrimental to the overall innovativeness of an industry. Against this background, "diversity" can be considered as another dimension of the process of innovation competition - a dimension which, in addition to the firms’ incentives and capabilities to innovate, might be worth protecting. However, this property of competition is much less recognized in the respective antitrust literature. One explanation for this phenomenon might be the fact that mainstream economics and especially the modern industrial organization literature have fundamental difficulties to capture this dimension of competition, which Joseph Farrell therefore called vividly “the dark matter of competition”. Apart from that it is also argued that, if “diversity” indeed has a noticeable effect on innovation, a merged entity should have an incentive to preserve such a fruitful environment in-house. Hence, a reduction of “diversity” among different firms (“inter-firm diversity”) might get balanced by an increase of the diversity within the remaining firms (“intra-firm diversity”) by itself. As a consequence, if one had to expect such an effect, antitrust authorities would have no reason to further consider this issue. By assessing the management and organizational science literature, this first article aims to bring to light whether and how firms consider the preservation of “diversity”, (1) either as a consequence of a newly created “intra-firm diversity”, or (2) because of a direct maintenance of an acquired firm’s autonomy, after a merger. For this purpose this contribution firstly investigates the “Corporate Entrepreneurship” (CE) literature which highlights the creation of independent subunits and spinoffs within a corporation. It is thereby demonstrated that the idea of a creation of independent entities in-house is indeed considered as an important determinant for the innovativeness and general performance of firms. However, it is also shown that firms, pursuing a CE strategy, will most likely face several grave implementation problems and trade-offs. The same holds true for a direct maintenance of “diversity” after a merger. Although the examined literature on post-merger integration presents strong arguments in favor of securing an acquired firm’s independence and autonomy in order to keep its innovation capacity, it also indicates that there will emerge a trade-off between this objective and the realization of efficiency gains through integration. Hence, on the one hand, the extensive management and organizational science literature suggests that considerations about the preservation of “diversity” in merger review might be exaggerated because firms should indeed have a strong incentive to preserve “diversity” in-house. On the other hand the analysis also shows that antitrust authorities cannot trust in the creation/maintenance of such an “intra-firm diversity” after a merger, since the merged entity will most likely face grave implementation problems and trade-offs. Whilst the first three articles focus on theoretical/conceptual questions, the forth article analyses empirically how the applied U.S. antitrust dealt with these issues in connection with the assessment of innovation effects in merger reviews. The decision to analyse the U.S. merger control practice stems from the fact that the U.S. authorities have examined a far greater number of mergers also towards innovation effects, than the European Commission. In this respect the paper analyzes the "complaints" and "decision and orders" in the course of an exhaustive survey from all 399 mergers, challenged by the DOJ or FTC in the period between 1995 and 2008. By using probit techniques, the econometric study tackles the question of how and to what extent the U.S. agencies have assessed innovation effects of mergers. Additionally, it is also asked whether the two agencies have used the same or different approaches in regard to innovation effects of mergers, and whether we can observe developments during this period 1995 until 2008 in regard to these assessments. Important questions in that regard were (1) whether the U.S. authorities used predominantly a traditional assessment approach based upon the product market concept or whether they also used more innovation-specific assessment approaches, e.g. the "Innovation Market Analysis". (2) In addition, it is important what theory of harm was brought forward in connection with the claimed anticompetitive innovation effects. Overall, the results about the practice of the assessment of innovation effects of mergers by the two U.S. antitrust authorities are very mixed and ambivalent. It is shown, that the agencies had innovation concerns in 135 mergers and that both agencies did consider for innovation effects in a third of all cases. However, on the basis of the 323 relevant markets with innovation aspects, the study also reveals that the two agencies did not have a clear and consistent assessment approach, and that both of them differed significantly also in regard to the question whether a more traditional product market approach should be used (mainly the DOJ) or whether a more innovation-specific approach should be applied, in which innovation is already considered in the market definition. A problematic outcome of our investigation is that in most cases the agencies gave no specific reasoning why the merger should lead to negative effects on innovation. Only in a minority of cases innovation incentive arguments and in some cases diversity arguments were mentioned. Another surprising and puzzling result is that the agencies increasingly have claimed simultaneously negative innovation and static price effects which can be interpreted as a sign of insecurity of the agencies, leading them to backing up their innovation concerns with more traditional and well-established claims about price effects. As a result, the article demonstrates that, on the one hand, assessing innovation effects is a well-established practice in U.S. merger policy, but, on the other hand, there are also a lot of inconsistencies and open conceptual questions in regard to the assessment approach, which also have not diminished over time. The fifth and last paper of the dissertation builds mainly on the empirical results of the forth paper and aims to put the observations into a wider picture by also incorporating the findings of the three theoretical/conceptual articles. For this purpose, the paper starts with reviewing the rich theoretical and empirical literature on competition and innovation. Hereby the theoretical models and reasonings get examined against the background of the differentiation into models which rely solely on innovation competition and those which do also incorporate current product market competition, proposed in the second paper of this dissertation. This structured overview is followed by an investigation of the vast array of the empirical studies on industry structure and innovation, market structure and innovation, and mergers and innovation. After introducing the existing assessment concepts for innovation effects of mergers, the empirical results of the forth article are introduced and subsequently assessed from a high-level competition policy perspective. Besides this, the article also provides a qualitative analysis of important merger cases after 2008 as well as an analysis of the U.S. Merger Policy under the Obama Administration and the reform discussion leading to the revision of the Horizontal Merger Guidelines in 2010. Hereby it is shown (1) that the cautious approach of assessing innovation effects has not changed under the Obama Administration, and (2) that despite the general consensus about the importance of innovation effects, the U.S. discussion is still very critical to more innovation-specific approaches in merger reviews. This can also be seen in the revised U.S. Horizontal Merger Guidelines, which stick entirely to the traditional product market approach. In that respect, the guidelines also do not seem to reflect the already well-established practice of the U.S. antitrust agencies of using innovation-specific assessment approaches to a considerable extent. Instead, the results provided by the empirical analysis of the fourth paper of this dissertation offer good reasons to assume that this reluctance to consider innovation effects in the Guidelines lies to a large extent in the uncertainty about how competition authorities should assess the impact of a merger on innovation. This uncertainty appears to be the consequence of the disagreement about how competition authorities should grasp and assess the innovation effects of mergers properly. Finally the article concludes by proposing different perspectives for future research. In this connection it is proposed to (1) base the theory of harm regarding mergers and innovation not exclusively on neoclassical economics, but to also include the evolutionary economics literature which is generally more suited to deal with dynamic innovation effects. (2) Besides this, future research should focus on the question of how the relevant innovation competitors should be identified most reliable. The first article of this dissertation showed that the "Innovation Market Analysis" started to ask the right questions about "overlapping R&D" and about the existence of "specialized assets", which can be interpreted as barriers to entry into innovation competition. (3) Last but not least, this paper establishes reference to the second article of this dissertation which already discussed the necessity of developing a structured investigation and assessment approach, capable of dealing with the problem that the innovation effects of mergers might be very different under different circumstances.
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spelling diss/z2015/0132 2015-01-28 Beurteilung von Innovationseffekten von Fusionen 2015-02-23 opus:5944 2015 http://dx.doi.org/10.17192/z2015.0132 Kerber, W. (1994): German Market Process Theory, in: Boettke, P. J. (Ed.), The Edward Elgar Com- panion to Austrian Economics, Aldershot: Edward Elgar 1994, pp. 500-507. 1994 The Edward Elgar Companion to Austrian Economics Qiu, L. D. (1997): On the Dynamic Efficiency of Bertrand and Cournot Equilibria, Journal of Economic Theory, 75, pp. 213‐229. 1997 On the Dynamic Efficiency of Bertrand and Cournot Equilibria FTC (2009a): Horizontal Merger Guidelines Review Project (Workshop on December 3, 2009, tran- script) 2009a Horizontal Merger Guidelines Review Project Teece, D. J., G. Pisano, A. Shuen (1997): Dynamic Capabilities and Strategic Management, Strategic Management Journal, Vol. 18:7, pp. 509–533. 1997 Dynamic Capabilities and Strategic Management Dasgupta, P., J. E. 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In diesem Zusammenhang wurde die Frage aufgeworfen, ob die traditionellen Kategorien des Wettbewerbsrechts für den Umgang mit Innovationsaspekten ausreichend geeignet sind, oder ob neue Konzepte für die Analyse von Innovationseffekten von Fusionen nötig sind. Dies wiederum hängt mit der Frage zusammen, ob die Unternehmen, die auf bestehenden Produktmärkten miteinander in Konkurrenz stehen, auch unweigerlich Innovationswettbewerber sind. Ebenso kann man umgekehrt fragen ob es, neben den sich aktuell auf einem Produktmarkt im Wettbewerb befindlichen Firmen, nicht vielleicht noch weitere Unternehmen gibt, die miteinander im Bereich der Innovation im Wettbewerb stehen. Obwohl die Verwendung von Produktmärkten als ein theoretisches Konstrukt zur Identifizierung der relevanten Wettbewerber ein bewährtes Instrument zum Schutz von statischem Preis und nicht über den Preis ausgetragenen Wettbewerbs ist, so wird der ausschließliche Fokus auf Produktmärkte höchst wahrscheinlich nicht die wahre Situation in Bezug auf den stattfindenden Innovationswettbewerb abbilden. Entsprechend liegt jedem der fünf Beiträge dieser Dissertation die Annahme zugrunde, dass die relevanten Wettbewerber im Hinblick auf Innovationen nicht zwangsläufig den relevanten Wettbewerbern auf bestehenden Produktmärkten gleichen. Aus ökonomischer Sicht waren Produktmärkte seit je her lediglich ein Vehikel um diejenigen Firmen zu identifizieren, die sich miteinander im Wettbewerb befinden. Zum Schutz eines statischen Preiswettbewerbs war es somit auch nur folgerichtig die aktuell offerierten Produkte heranzuziehen und anschließend die Substitutionsbedingungen der Nachfrage- und Angebotsseite zur Bestimmung des relevanten Wettbewerbers zu analysieren. Allerdings ist der Versuch dieses Vorgehen auch auf die Identifizierung der relevanten Innovationswettbewerber anzuwenden, äußerst fragwürdig. Aufgrund der Tatsache, dass die Herstellung und der Vertrieb von bestehenden Produkten nicht die gleichen Ressourcen und Fähigkeiten erfordert wie die Generierung von Innovation, ist die Behauptung eines Zusammenfallens der Identität von Produktmarkt- und Innovationswettbewerbern nur schwer zu verteidigen. Diese Diskussion führte in den USA in den 1990er Jahren zur Entstehung der sogenannten "Innovation Market Analysis" (IMA), welche als ein erstes, innovationsspezifisches Analyseverfahren angesehen werden kann. Allerdings wurde die IMA, trotz der Tatsache, dass ihre Grundidee in einer signifikanten Zahl von US-Fusionsfällen angewandt wurde, stark kritisiert. Vor dem Hintergrund dieses mangelnden Zuspruchs für die "Innovation Market Analysis" und dem Fehlen eines alternativen, innovationsspezifischen Analyserahmens ist es bis heute immer noch unklar, wie die Kartellbehörden im Rahmen der Prüfung von Unternehmenszusammenschlüssen Innovationsaspekte berücksichtigen sollten. Dieses Forschungsprojekt untersucht daher, wie und in welchem Ausmaß die US-Wettbewerbsbehörden in ihrer Fallpraxis Unternehmenszusammenschlüsse auf negative Innovationswirkungen hin geprüft haben und ob die verwendeten Prüfverfahren für diesen Zweck geeignet sind oder weiterentwickelt werden müssen. Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang (1) wie die Firmen, die miteinander im Innovationswettbewerb stehen, identifiziert werden sollten. Hierbei stellt sich die Frage ob zur Identifikation der relevanten Wettbewerber weiterhin die traditionelle Definition des Produktmarktes verwendet werden sollte, oder ob vielmehr die Notwendigkeit besteht, anstatt dessen alternative Ansätze, wie z.B. die "Innovation Market Analysis", heranzuziehen / zu entwickeln. (2) Dabei soll zudem untersucht werden, welche Argumentationslinien im Hinblick auf die vorgebrachten wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von den Behörden verwendet wurden. Sollten sich die Wettbewerbsbehörden hierbei vorwiegend auf die etablierten Argumente der neoklassischen Industrieökonomik zu Innovationsanreizen stützen, oder sollten auch die Erkenntnisse der eher heterodoxen Evolutionsökonomik mit einbezogen werden? (3) Wie sollte ein geeignetes Prüfschema, das den Wettbewerbsbehörden hilft die Innovationswirkungen von Fusionen zu untersuchen, ausgestaltet sein? Ist es möglich, dass solch ein Prüfschema einerseits die komplexen und oft divergierenden Effekte zwischen Wettbewerb und Innovation adäquat berücksichtigt und trotzdem gleichzeitig Rechtssicherheit stiftet? Diesen Forschungsfragen widmet sich die vorliegende Dissertation sowohl von einer theoretisch/konzeptionellen Perspektive (Beiträge 1-3), wie auch von empirischer Seite (Beiträge 4-5). Insbesondere der im Zusammenhang mit dem empirischen Teil der vorliegenden Arbeit generierte Datensatz ist einzigartig und liefert die Basis für die bislang einzige ökonometrische Analyse der U.S.-Fusionskontrollpraxis im Hinblick auf die Berücksichtigung von Innovationsaspekten. Der erste Artikel der vorliegenden Dissertation befasst sich daher zunächst mit der Frage, wie die Unternehmen, die miteinander im Innovationswettbewerb stehen, identifiziert werden sollten und ob die entsprechenden Unternehmenszusammenschlüsse mit Hilfe der Theorie der „Innovation Markets“, „Future Markets“ oder des potenziellen Wettbewerbs aufgegriffen werden sollten. Traditionell konzentrieren sich die Wettbewerbsbehörden im Rahmen der Zusammenschlusskontrolle auf die Analyse von relevanten Produktmärkten. Hierbei werden die relevanten Firmen, die sich miteinander im Wettbewerb befinden, identifiziert und mögliche wettbewerbswidrige Effekte aufgedeckt. Im Gegensatz zu Wettbewerb in Hinblick auf Preise, Mengen, oder Produktqualität, findet der Wettbewerb im Bereich der Innovation allerdings nicht zwangsläufig auf bestehenden Produktmärkten statt. Dieser erste Aufsatz untersucht daher die (bestehenden) theoretischen Ansätze, die grundsätzlich für die Überprüfung von wettbewerbswidrigen Innovationseffekten in der Zusammenschlusskontrolle verwendet werden können, anhand ausgewählter Fusionsfälle aus der Fusionskontrollpraxis. In diesem Zusammenhang werden in diesem Beitrag sechs Gruppen von Fusionsfällen, in denen Innovationsaspekte eine Rolle gespielt haben, entwickelt. Auf Basis dieser Fallgruppen zeigt das Papier, dass die etablierten Ansätze des "potenziellen Wettbewerbs" wie auch der "Future Markets" nicht immer in der Lage sind, den stattfindenden Innovationswettbewerb zu erfassen. Darüber hinaus ist es fraglich, ob das Konzept der "Future Markets", auch in jenen Fällen, in denen der Ansatz grundsätzlich angewandt werden kann, tatsächlich dazu geeignet ist, den Innovationswettbewerb mit all seinen Facetten abzubilden. Auf der anderen Seite hat aber auch die "Innovation Market Analysis", bis heute der einzige Ansatz der speziell zur Analyse des Innovationswettbewerbs entwickelt wurde, mehrere Schwachstellen. Vor diesem Hintergrund kommt der Beitrag zu dem Ergebnis, dass aktuell kein allgemein akzeptierter Ansatz existiert, welchen die Kartellbehörden in den USA wie auch in der EU als Analyserahmen zum Schutz des Innovationswettbewerbs in der Fusionskontrolle heranziehen könnten. Die Entwicklung eines neuen bzw. überarbeiteten Analyseansatzes scheint somit dringend geboten. Nichts desto trotz stellt die "IMA" einen guten Ausgangspunkt für die Entwicklung eines solchen Analyserahmens dar. Insbesondere die Eigenschaft der "Innovation Market Analysis", dass diese zum ersten Mal die relevanten Innovationswettbewerber unabhängig von deren Rolle und Bedeutung auf existierenden Produktmärkten berücksichtigt, sollte auch Teil eines neuen / überarbeiteten Ansatzes sein. Der zweite Artikel baut anschließend auf den Ergebnissen des ersten Artikels auf. Hierbei zielt das Papier darauf ab einen ersten Beitrag zur Entwicklung eines neuen / überarbeiteten Analyserahmens für die Überprüfung von Innovationswirkungen im Rahmen der Fusionskontrolle zu liefern. Daneben soll mit diesem Papier aber auch der unzureichenden Berücksichtigung der Implikationen Rechnung getragen werden, die sich aus der separaten Betrachtung des Innovationswettbewerbs vom Produktmarktwettbewerb für den Zusammenhang zwischen Wettbewerb, Konzentration und Innovation ergeben. Entscheidend ist hierfür, dass die Unterscheidung in Produktmarkt- und Innovationswettbewerb nicht nur Konsequenzen für die Identifizierung der relevanten Wettbewerber hat, sondern zudem entscheidend für die Beurteilung der antikompetitiven Innovationseffekte von Fusionen ist. Im Falle einer Fusion von zwei Firmen, die ausschließlich miteinander in Bezug auf Innovation konkurrieren, würde der aktuell stattfindende Produktmarktwettbewerb unberührt bleiben. Dies würde jedoch bedeuten, dass nur ein Bruchteil der Erkenntnisse, welche die Vielzahl der modelltheoretischen Beiträge insgesamt beisteuert, in einem solchen Fusionsfall herangezogen werden kann. Anstatt dessen erfordert die Beurteilung solcher Fusionen eine Fokussierung auf die Erkenntnisse, die auf Basis von ökonomischen Modellen gewonnen wurden, die diesem Sachverhalt ebenfalls Rechnung tragen. Hierbei handelt es sich jedoch in vielen Fällen um gänzlich andere Modelle als jene, deren Ergebnisse bei der Beurteilung der Innovationswirkungen einer Fusion zwischen zwei Produktmarktwettbewerbern Anwendung finden sollten. In Folge dessen ist es äußerst fraglich, ob die Kritik hinsichtlich des ambivalenten Zusammenhangs zwischen Produktmarktwettbewerb und Innovation in gleichem Maße für den Zusammenhang zwischen Innovationswettbewerb und Innovation zutreffend ist. Vor dem Hintergrund dieser Unterscheidung in Innovationswettbewerb auf der einen Seite und Produktmarktwettbewerb auf der anderen Seite, analysiert der vorliegende Aufsatz den Zusammenhang zwischen dem vorherrschenden „Wettbewerb“ und den Anreizen der Unternehmen in Produktinnovationen zu investieren. Im Zuge dessen wird die umfangreiche modelltheoretische Industrieökonomik-Literatur dahingehend untersucht, ob die Wirkungsmechanismen, welche den jeweiligen Modellen zugrunde liegen, in einem auf Produktmärkten stattfindenden Wettbewerb verankert sind oder nicht. In Folge dessen werden in diesem Papier zwei Gruppen von möglichen Innovationseffekten von Fusionen identifiziert. Während die erste Gruppe solche Effekte beinhaltet, die durch eine Veränderung des aktuellen Produktmarktwettbewerbs hervorgerufen werden, umfasst die zweite Gruppe jene Innovationseffekte, welche auch dann eine Wirkung auf die Innovationsanreize der Firmen haben, wenn die Fusion keine Auswirkungen auf bestehende Produktmärkte hat. Aufgrund der Tatsache, dass in einem konkreten Fusionsfall nicht zwangsläufig jeder der identifizierten Innovationseffekt relevant ist und diese, je nach Beschaffenheit der entsprechenden Branchen- / Wettbewerbscharakteristika, zudem unterschiedliche Wirkungsrichtungen entfalten können, ist es notwendig die Innovationswirkungen innerhalb bestimmter Fallgruppen zu überprüfen. Zur Bildung dieser Fallgruppen müssen jedoch zunächst Unterscheidungskriterien entwickelt werden. Zu diesem Zweck versucht dieser Artikel die Determinanten zu identifizieren, die in einem konkreten Fall entscheidend dafür sind, wie sich ein bestimmter Innovationseffekt (z.B. der „escape competition effect“ oder der „replacement effect“) auf die Innovationsanreize auswirkt. Die Identifizierung und Kategorisierung der Innovationseffekte zuzüglich der relevanten Determinanten bietet damit (1) eine Checkliste von Beurteilungskriterien, die Wettbewerbsbehörden bei der Analyse der Innovationswirkungen von Fusionen berücksichtigen sollten. (2) Darüber hinaus wird in diesem Beitrag beispielhaft gezeigt, wie die Entwicklung eines entscheidungstheoretischen Analyserahmens zur Beurteilung von Innovationswirkungen von Unternehmenszusammenschlüssen erfolgen kann. Solch ein Analyserahmen würde es ermöglichen, die Notwendigkeit einer fallspezifischen Prüfung von Fusionen mit der Forderung nach einem konsistenten und transparenten Prüfverfahren in Einklang zu bringen. Ein solches Verfahren wäre somit im Geiste einer regelgeleiteten Wettbewerbspolitik die, von der „Law and Economics“ Perspektive aus betrachtet, Fehlerkosten minimieren und Rechtssicherheit stiften könnte. Des Weiteren zeigt das Papier, dass der Zusammenhang zwischen dem vorherrschenden „Wettbewerb“ und den hierdurch hervorgerufenen Innovationsanreizen nicht immer so ambivalent ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Insbesondere im Hinblick auf Fusionen zwischen Unternehmen, die miteinander ausschließlich im Innovationswettbewerb und nicht im Produktmarktwettbewerb stehen, ist dieser Zusammenhang deutlich stabiler. Der dritte Artikel beschäftigt sich daraufhin mit der Frage nach den zu erwartenden wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von Fusionen. Traditionell hat sich diese Diskussion mit der Frage beschäftigt, ob eine wettbewerbliche - oder vielmehr eine hoch konzentrierte Marktstruktur (meist die Marktstruktur eines Produktmarkts) für Innovationen förderlich ist. Die Gesamtschau der hierzu verfassten theoretischen und empirischen Beiträge lieferte jedoch äußerst widersprüchliche Ergebnisse, sodass man grundsätzlich davon ausgehen muss, dass in hohem Maße wettbewerbliche - ebenso wie hoch konzentrierte Märkte prinzipiell dazu geeignet sind, Innovationen zu fördern. Vor diesem Hintergrund ist es somit unklar, ob eine Fusion, die zu einer höheren Marktkonzentration führt, tatsächlich innovationsschädlich oder doch innovationsfördernd ist. Im Gegensatz zur Mainstream-Ökonomie, welche sich fast ausschließlich mit den Auswirkungen einer geänderten Marktstruktur auf die Anreize der Unternehmen in Forschung und Entwicklung zu investieren befasst, kann eine Änderung der Marktstruktur jedoch zusätzliche Wirkungen auf Innovationen haben. Beispielsweise kann eine Fusion, welche eine Reduzierung der Anzahl der Wettbewerber nach sich zieht, auch insofern innovationsschädlich sein, dass hierdurch die Anzahl der Unternehmen, die derzeit bestimmte F&E Projekte verfolgen (oder entsprechende Projekte prinzipiell verfolgen könnten), reduziert wird. Gesetzt den Fall, dass sich Unternehmen nicht nur bezüglich ihrer Kostenfunktionen, sondern auch hinsichtlich ihrer Ressourcen, Organisationsstruktur, Unternehmenskultur, sowie ihrer Erwartungen in Hinblick auf erfolgsversprechende Geschäftsfelder und Forschungsprojekte unterscheiden, kann sich bereits die Reduktion der Anzahl der Wettbewerber nachteilig auf die Innovationskraft einer Branche auswirken. Vor diesem Hintergrund kann die "Diversität" als eine weitere Dimension des Innovationswettbewerbs angesehen werden - eine Dimension die neben den Überlegungen zu Innovationsanreizen und -fähigkeiten von Unternehmen, ebenfalls schützenswert sein kann. Diese Eigenschaft des Wettbewerbs wird in der wettbewerbspolitischen Literatur jedoch nur am Rande berücksichtigt. Die geringe Beachtung könnte dem Umstand geschuldet sein, dass die Mainstream-Ökonomie und vor allem die moderne Industrieökonomik grundlegende Schwierigkeiten haben, diese Dimension des Wettbewerbs, welche Joseph Farrell anschaulich die „dunkle Materie des Wettbewerbs" nannte, zu erfassen. Abgesehen davon wird zudem oftmals das Argument angeführt, dass die Unternehmen selbst, wenn "Diversität" tatsächlich eine positive Wirkung auf die Innovationsfähigkeit von Unternehmen hat, auch nach einer Fusion einen Anreiz haben sollten, solch ein innovationsförderndes Umfeld „in-house“ zu bewahren. Sollte dieses Argument zutreffend sein, so könnte eine mögliche Verringerung der "Diversität" zwischen den verschiedenen Firmen (inter-firm) dadurch kompensiert werden, dass solch einer Reduktion der „Diversität“ eine entsprechende Erhöhung der „Diversität“ innerhalb der verbleibenden Firmen ("intra-firm") gegenüber steht. Wenn man solch einen Effekt zu erwarten hätte, bestünde folglich keine Veranlassung, dass die Kartellbehörden der „Diversität“ im Rahmen der Zusammenschlusskontrolle eine besondere Bedeutung beimessen. Unter Berücksichtigung der Management- und organisationstheoretischen Literatur zielt dieser erste Artikel daher auf die Klärung der Forschungsfrage ab, ob und in wie weit, Unternehmen nach einer Fusion zur Aufrechterhaltung der „Diversität“ beitragen. Dies kann entweder durch eine neu geschaffene „intra-firm Diversität“ oder im Rahmen einer Wahrung der bestehenden „Diversität“ in Folge der Fortführung der Autonomie des erworbenen Unternehmens erfolgen. Zu diesem Zweck werden in dem Beitrag zunächst die Erkenntnisse der "Corporate Entrepreneurship" (CE) Literatur untersucht. Hierbei zeigt sich, dass dieser Forschungsbereich die Schaffung von unabhängigen Unternehmenseinheiten und damit die Erzeugung von "Diversität" innerhalb der Firma tatsächlich als einen wichtigen Faktor für die Innovationskraft und allgemeine Performance von Unternehmen anerkennt. Es stellt sich jedoch heraus, dass Unternehmen die eine CE-Strategie verfolgen, in den meisten Fällen auf erhebliche Umsetzungsprobleme und verschiedene Zielkonflikte stoßen. Gleiches gilt für die Aufrechterhaltung von "Diversität" in Folge einer Fortführung der Autonomie nach einer Fusion. Obwohl die „post-merger-integration“ Literatur starke Argumente für eine Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit von erworbenen Unternehmen zur Wahrung ihrer Innovationsfähigkeit liefert, wird dennoch deutlich, dass auch in diesem Fall ein „Trade-off“ zwischen dem Ziel der Wahrung der Innovationsfähigkeit und der Realisierung von statischen Effizienzgewinnen durch Integration, besteht. Auf der einen Seite verdeutlicht die umfangreiche Management- und organisationstheoretische Literatur somit auf anschauliche Art und Weise, dass die Unternehmen tatsächlich einen starken Anreiz zur Wahrung der „Diversität“ innerhalb des eigenen Unternehmens haben sollten. Auf der anderen Seite demonstriert das Papier aber auch, dass sich Konsumenten und Wettbewerbsbehörden nicht ohne weiteres darauf verlassen können. Während sich die ersten drei Artikel eher mit theoretisch / konzeptionellen Fragestellungen beschäftigen, untersucht der vierte Beitrag empirisch wie die US-Kartellbehörden in der angewandten Fusionskontrolle Innovationseffekte berücksichtigt haben. Die Entscheidung zur Analyse der US-amerikanischen Fusionskontrollpraxis rührt daher, dass die US Behörden, im Gegensatz zur Europäischen Kommission, eine weitaus größere Anzahl von Unternehmenszusammenschlüssen auf Innovationswirkungen hin überprüft haben. Auf Basis der "Complaints" sowie der „Decision and Orders“ analysiert das vorliegende Papier daher im Rahmen einer Vollerhebung alle 399 Zusammenschlüsse die durch das Department of Justice (DOJ) oder die Federal Trade Commission (FTC) in der Zeit zwischen 1995 und 2008 aufgegriffen wurden. Unter Verwendung der Probit-Methode beschäftigt sich die ökonometrische Studie insbesondere mit der Frage, auf welche Weise und in welchem Umfang die US-amerikanischen Wettbewerbsbehörden Fusionen auf Innovationseffekte hin überprüft haben. Darüber hinaus untersucht der Beitrag ob die beiden Behörden identische oder unterschiedliche Ansätze für die Überprüfung der Innovationswirkungen von Fusionen verwendet haben und ob sich im Laufe der Zeit möglicherweise Änderungen in der Fallpraxis beobachten lassen. Wichtige Fragen sind in diesem Zusammenhang, (1) ob die US-Behörden überwiegend einen traditionellen, auf dem Produktmarkt-Konzept basierenden Analyserahmen verwendeten, oder ob sie auch innovationsspezifischere Ansätze, wie z.B. die "Innovation Market Analysis", herangezogen haben. (2) Daneben ist es von Bedeutung welche Argumentationslinien im Hinblick auf die vorgebrachten wettbewerbsbeschränkenden Innovationswirkungen von den Behörden verwendet wurden. Vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen kommt der Beitrag zu folgenden Ergebnissen. Es zeigt sich, dass in 135 der 399 Fälle die Behörden antikompetitive Innovationseffekte erwarteten und, dass während des gesamten Zeitraums beide Behörden in circa einem Drittel der Fälle (auch) auf antikompetitive Innovationswirkungen abgestellt hatten. Auf Basis der analysierten 323 relevanten Märkte mit Innovationsaspekten offenbart die durchgeführte Studie allerdings auch, dass die beiden Behörden über keinen einheitlichen Analyserahmen verfügen, und sie sich insbesondere hinsichtlich der Frage, ob eher ein traditioneller Produktmarkt-Ansatz oder doch eher ein innovationsspezifischer Ansatz angewendet werden sollte, signifikant unterscheiden. Ein kritisches Ergebnis ist zudem, dass in den meisten Fällen, in denen die Behörden negative Innovationswirkungen befürchteten, keine genaue Begründung, weshalb die Fusion möglicherweise wettbewerbswidrige Innovationswirkungen haben könnte, abgegeben wurde. Lediglich eine Minderheit der Fälle liefert Argumente im Zusammenhang mit negativen Innovationsanreizen oder beinhaltet solche Argumente die den Schutz der „Diversität“ für Innovation hervorheben. Ein weiteres äußerst überraschendes und durchaus auch rätselhaftes Ergebnis ist, dass die Behörden in den Fällen in denen innovationsschädliche Effekte erwartet wurden, zunehmend auch statische Preiseffekte ins Feld führten. Vor dem Hintergrund der Differenzierung in Innovationswettbewerb und Produktmarktwettbewerb gibt diese beobachtete Zunahme der simultan vorgebrachten Innovations- und Preiseffekte jedoch Rätsel auf. Dieses Phänomen kann dahingehend gedeutet werden, dass die U.S.-Wettbewerbsbehörden in Folge der kritischen Diskussion um die „Innovation Market Analysis“ versucht haben, die von ihnen befürchteten Innovationseffekte zusätzlich mit traditionellen und besser etablierten Argumenten im Zusammenhang mit wettbewerbsbeschränkenden Preiseffekten abzusichern. Der Beitrag zeigt damit, dass die Berücksichtigung von Innovationswirkungen zwar stets ein fester Bestandteil der U.S.-amerikanischen Fusionskontrollpraxis war. Dieser Praxis lag allerdings weder ein konsistenter Ansatz zugrunde, noch scheinen sich die damit verbundenen konzeptionellen Fragen zum geeigneten Analyserahmen, oder der Argumentationslinie hinsichtlich der erwarteten wettbewerbswidrigen Innovationswirkungen im Laufe der Zeit geklärt zu haben. Der fünfte und letzte Beitrag dieser Dissertation baut vorwiegend auf den empirischen Ergebnissen des vierten Artikels auf und zielt darauf ab, diese Ergebnisse unter Einbeziehung der gewonnenen Erkenntnisse aus den ersten drei theoretisch/konzeptionellen Papieren in einen größeren Rahmen zu setzen. Zu diesem Zweck wird zu Beginn dieses Artikels nochmals ein detaillierter Überblick über die umfangreiche modelltheoretische und empirische Literatur zum Thema Wettbewerb und Innovation gegeben. In diesem Zusammenhang werden die verschiedenen theoretischen Modelle und Argumente, vor dem Hintergrund der im Rahmen des zweiten Papiers vorgeschlagenen Differenzierung zwischen denjenigen Modellen, die ausschließlich den Wettbewerb im Hinblick auf Innovation betrachten und solchen die auch aktuelle Produktmärkte einbeziehen, vorgestellt. Dieser strukturierte Überblick ist gefolgt von einer Analyse der empirischen Studien zum Zusammenhang zwischen Branchenstrukturen und Innovation, Marktstruktur und Innovation und Unternehmenszusammenschlüssen und Innovation. Nachdem daraufhin die existierenden Analyserahmen für die Überprüfung von Innovationswirkungen im Rahmen der Fusionskontrolle vorgestellt wurden, werden die empirischen Ergebnisse des vierten Beitrags nochmals vorgestellt und aus wettbewerbspolitischer Perspektive analysiert. Daneben wird in diesem Artikel zudem eine (qualitative) Analyse der wichtigsten Innovationsfusionsfälle nach 2008 vorgenommen sowie ein Überblick über die Diskussion im Zuge der Überarbeitung der aktuellen US-Fusionskontrollrichtlinien gegeben. In diesem Zusammenhang zeigt der Beitrag, (1) dass die Unsicherheiten bei der Berücksichtigung von Innovationseffekten auch unter der Obama-Administration nicht verschwunden sind und, (2) dass trotz des allgemeinen Konsens hinsichtlich der enormen Bedeutung von Innovationen für die Konsumentenwohlfahrt die Verwendung von innovationsspezifischen Prüfverfahren in der US-Diskussion immer noch sehr kritisch gesehen wird. Dies zeigt sich auch bei Betrachtung der neuen US-Fusionskontrollrichtlinien, die sich weiterhin ganz auf den traditionellen Produktmarktansatz stützen. Insofern tragen die Leitlinien auch nicht der bereits etablierten Fusionskontrollpraxis der US-Kartellbehörden Rechnung, welche in den vergangenen Jahren bereits innovationsspezifische Ansätze in nicht unerheblichen Umfang anwendeten. Anstatt dessen scheint auch diese Zurückhaltung bei der Aufnahme eines innovationsspezifischen Analyserahmens in die Fusionskontrollrichtlinien das Ergebnis einer nicht zu unterschätzenden Unsicherheit im Umgang mit Innovationswirkungen zu sein. Wie schon die Ergebnisse der empirischen Analyse im vierten Beitrags dieser Dissertation zeigte, scheint diese Unsicherheit in der Uneinigkeit darüber begründet zu sein, wie die Wettbewerbsbehörden die Innovationswirkungen einer Fusion richtig erfassen und beurteilen sollten. Dieser Artikel schließt daraufhin indem zukünftige Forschungsfragen aufgezeigt werden. In diesem Zusammenhang wird (1) vorgeschlagen, dass sich die Argumente hinsichtlich der wettbewerbswidrigen Innovationswirkungen von Unternehmenszusammenschlüssen nicht ausschließlich auf die neoklassische Industrieökonomik stützen sollte, sondern auch die Erkenntnisse der Evolutionsökonomik mit einbeziehen sollten, welche sich ohnehin besser zur Analyse von dynamischen Innovationseffekten eignet. (2) Des Weiteren sollte sich die zukünftige Forschung mit der Frage beschäftige, wie die relevanten Innovationwettbewerber am zuverlässigsten identifiziert werden können. Der erste Beitrag dieser Dissertation hat gezeigt, dass die "Innovation Market Analysis" bereits die richtigen Fragen im Hinblick auf sich überlappende Forschungsprojekte und die Existenz von "specialized assets", welche als Eintrittsbarrieren in den Innovationswettbewerb verstanden werden können, gestellt hat. (3) Last but not least, kommt dieses fünfte Papier auf die zentrale Frage des zweiten Artikels dieser Dissertation zurück in welchem bereits die Notwendigkeit der Entwicklung eines strukturierten Analyserahmens zur Beurteilung von Innovationseffekten von Fusionen diskutiert wurde. Solch ein Analyserahmen sollte mit dem Problem umgehen können, dass Innovationseffekte unter verschiedenen Umständen sehr unterschiedlich ausfallen können. urn:nbn:de:hebis:04-z2015-01321 Assessment of Innovation Effects of Mergers Summary of Doctoral Dissertation Assessment of Innovation Effects of Mergers The adequate consideration of innovation effects of mergers in merger review was, and still is, one of the most controversially discussed issues between antitrust scholars. In this connection the question has been raised whether the traditional categories in competition law are sufficiently suitable for dealing with innovation aspects or whether new concepts for the assessment of innovation effects of mergers are needed. This argument relates to the question whether the firms who compete in regard to existing products necessarily play a role in regard to innovation competition. Or, by asking the opposite question, whether there are perhaps additional firms (by also accounting for firms outside the current product market) that actually compete with one another in the sphere of innovation. Thus, although the assessment of product markets as a device to identify the relevant competitors is a well-founded step to protect static price and non-price competition, the sole assessment of the respective product market will probably not reflect the true situation regarding innovation competition. Accordingly, each of the five articles of this thesis builds on the idea that the relevant competitors in terms of innovation do not necessarily correspond to the relevant competitors on existing product markets. From an economic perspective the definition of “markets” was always only a vehicle for identifying the set of relevant competing firms. In a concept of static competition, it was logical to use the set of current products, and analyze their substitutability conditions from the demand and the supply side in order to determine the set of relevant competitors. However, the attempt to stick to the product market concept for defining the relevant competitors for innovation is theoretically deeply flawed. Since the production and sale of products does not require the same resources and capabilities as the generation of innovations, a general assumption of such an identity cannot be defended. This discussion led to the development of the so-called "Innovation Market Analysis" (IMA), an innovation-specific assessment approach, in the 1990s. Even though the IMA was also applied to a significant number of U.S. merger cases in the years thereafter, it was heavily criticized by many lawyers and economists. Hence, it is still not clear how antitrust agencies should deal with innovation aspects in the review process of mergers. This research project assesses how and to what extent the U.S. antitrust authorities in their case practice investigated mergers on possible negative effects on innovation and whether the investigation concepts are appropriate or need to be developed. Particular relevant questions which arise in this connection are: (1) how the firms, which compete with one another in the sphere of innovation, should be identified. This raises the question whether the identification of the relevant competitors should be carried out by relying on the traditional product market concept, or whether there is a need to use/develop alternative approaches, such as the "Innovation Market Analysis". (2) In this connection it is also necessary to consider the theory of harm behind the claimed negative effects of mergers on innovation. Should competition authorities rely predominantly on well-established arguments about innovation incentives, provided by the neoclassical industrial organization literature, or is it instead advisable to also include the insights provided by other strains of literature, e.g. the evolutionary economics literature? (3) How should an adequate assessment framework, which would help competition authorities to deal with innovation effects of mergers look like? How can it account for the complex and often divergent effects between competition and innovation while providing legal guidance at the same time? These research questions are addressed by this dissertation, both from a theoretical/conceptual (articles 1-3), as well as from an empirical perspective (articles 4-5). It is remarkable, that the data set which was generated in connection with the empirical part of the present work is unique and provides the basis for the only econometric analysis of the U.S. merger control practice with respect to the consideration of innovation aspects which exists so far. The first article deals with the question of how the firms which compete with one another in the sphere of innovation should be identified and whether these mergers should be assessed under the theory of Innovation Markets, Future Markets or Potential Competition. Traditionally, competition authorities tend to focus on the assessment of competition on relevant product markets. Hereby, the relevant firms that compete with one another are identified, and possible anticompetitive effects are revealed. But, in contrast to competition concerning prices, quantities, or product quality, competition in the sphere of innovation is not necessarily tied to existing product markets. The same holds true for the counterexample. Competition authorities might find that a certain product market is highly concentrated. However, by also accounting for innovation competitors outside the current product market (e.g., firms that are well situated to undertake R&D in a particular field or firms that are already undertaking R&D), the merger could appear less anticompetitive, at least in respect to innovation. Hence, this first article reviews the (existing) approaches that can generally be used for the assessment of anticompetitive innovation effects in merger control and explores these approaches through exemplary merger cases. In this connection the paper develops six case groups of merger cases in which innovation aspects play a role. Based on these case groups, the paper demonstrates that the traditional approaches of ‘potential competition’ and ‘future markets’ cannot account for all aspects of innovation competition. In addition, the article also shows that it is furthermore questionable whether the ‘future market’ concept can capture innovation competition to its full extent, even in those merger cases in which it can generally be applied. However, the ‘Innovation Market Analysis’, the only tool especially designed to account for innovation competition so far, also has several shortcomings. Hence, at present there is no clear-cut approach which the antitrust agencies in the U.S. as well as in the E.U. could utilize as reference for an intervention aimed at the protection of innovation competition. The development of a revised approach for the assessment of potential anticompetitive innovation effects in merger reviews is therefore required. Nevertheless, the ‘IMA’ might still serve as a good starting point for the development of such a revised framework. Specifically, the framework should incorporate the concept of assessing relevant innovation competitors independently of their role on current product markets – a breakthrough idea that was introduced in the ‘IMA’. The second article builds on the results of the first article. Hereby the paper aims to develop the basic outlines for an assessment framework which could help competition authorities to deal with innovation effects of mergers and which could furthermore provide legal guidance. In addition, this contribution will specially cater for the implications which result from the separate consideration of innovation competition from actual product markets for the relationship between competition, concentration and innovation. These implications arise from the fact that the differentiation into product market competition on the one hand and innovation competition on the other, does not only have consequences for the identification of the relevant competitors, but is also crucial for assessing the anticompetitive effects of mergers on innovation. Consider for instance a merger which takes place between firms that compete with one another only in terms of innovation (leaving product market competition unaffected). This would imply that only a fraction of the insights, provided by the vast array of theoretical models, matters in this concrete merger review. Hence, these types of mergers require focusing on different models in order to gain insights for the assessment of possible anticompetitive innovation effects, than a merger taking place between two firms that do also compete with one another on pre-innovation product markets. As a consequence, since mergers of firms that compete with one another in the sphere of innovation could leave product market concentration unaffected, it is very questionable whether the findings about the ambiguous interrelationship between product market competition and innovation can be transferred one-to-one to the assessment of those mergers. Therefore, this paper analyzes the model-theoretic industrial organization literature and its findings about competition and the incentives to invest in product innovation oriented R&D against the background of this distinction into innovation competition on the one hand and product market competition on the other. For this purpose, we firstly reviewed the broad range of theoretical models, provided by the industrial organization literature. Hereby we particularly examined the underlying mechanisms of the models with respect to the question whether they rely on pre-innovation product market competition, or not. As a consequence, we received two distinct groups of potential innovation effects of mergers. The first group consists of effects which hinge on a change of current product market concentration, while the second group encompasses those kinds of effect which come into play even though pre-innovation product market competition is unaffected. Consequently, the effects of the first group are only relevant, if pre-innovation product market structure is affected by a certain merger, while the effects of the second group have to be considered even in those situations in which mergers do only affect innovation competition. Due to the fact that not every innovation effect is always relevant and since these innovation effects can furthermore have different impacts due to prevailing industry- and competition characteristics, it is helpful to assess the effects of mergers on innovation within certain case groups. However, in order to build these case groups, it is necessary to find the appropriate differentiation criteria. For this purpose, this article aims at identifying the relevant determinants, which are decisive for how a certain effect (e.g. the escape competition effect or the replacement effect) acts on the incentives to innovate. The identification and categorization of the innovation effects and relevant determinants thereby provides (1) a checklist of assessment criteria which antitrust authorities should take into account when analyzing innovation effects of mergers. (2) Besides this, this paper furthermore demonstrates how the development of such a decision theoretic assessment framework could be achieved. Such an assessment approach would allow combining the objective of a case-specific analysis with the requirement that this analysis is carried out in a consistent and transparent manner. It would therefore be in the spirit of a rule-based competition policy which is, from a law and economics perspective, ought to reduce error costs, give legal guidance and reduce legal uncertainty. Apart from that, the paper aims to demonstrate that the link between competition and the incentives to undertake product innovation oriented R&D, which can be derived from the industrial organization literature, is not always that unclear as it seems on the first sight. Especially with respect to mergers between firms that compete with one another in terms of innovation, absent/detached from actual product markets, the relationship appears to be far less cloudy. The third article then focuses on the question about the appropriate theory of harm behind the claimed negative effects of mergers on innovation. Traditionally, the discussion about anticompetitive innovation effects of mergers focused on the question whether a more or rather a less concentrated market structure (mostly narrowed to product market structure) is beneficial to innovation. However, until to date, theoretical as well as empirical contributions delivered rather contradictory results in the sense that they support the proposition that highly competitive just as much as more concentrated markets can basically spur innovation. Hence, from this perspective, it is not clear whether a merger, which leads to a higher market concentration, is detrimental or maybe even beneficial to innovation. However, while mainstream economics focuses almost exclusively on the likely effects of a change of market structure on the firms’ incentives to invest in R&D and their ability to innovate, a change of the market structure can also have an additional effect on innovation. This effect originates from the fact that a merger, which causes a reduction of the number of innovation competitors, can also harm innovation because it reduces the variety of heterogeneous entities which are currently undertaking R&D or which are well situated to undertake R&D in a certain field. Assuming that companies differ not only with respect to their cost functions, but also in terms of their resources, organizational structure, corporate culture, as well as with respect to their expectations about promising areas of business and research projects, then the reduction of the number of competitors may already be detrimental to the overall innovativeness of an industry. Against this background, "diversity" can be considered as another dimension of the process of innovation competition - a dimension which, in addition to the firms’ incentives and capabilities to innovate, might be worth protecting. However, this property of competition is much less recognized in the respective antitrust literature. One explanation for this phenomenon might be the fact that mainstream economics and especially the modern industrial organization literature have fundamental difficulties to capture this dimension of competition, which Joseph Farrell therefore called vividly “the dark matter of competition”. Apart from that it is also argued that, if “diversity” indeed has a noticeable effect on innovation, a merged entity should have an incentive to preserve such a fruitful environment in-house. Hence, a reduction of “diversity” among different firms (“inter-firm diversity”) might get balanced by an increase of the diversity within the remaining firms (“intra-firm diversity”) by itself. As a consequence, if one had to expect such an effect, antitrust authorities would have no reason to further consider this issue. By assessing the management and organizational science literature, this first article aims to bring to light whether and how firms consider the preservation of “diversity”, (1) either as a consequence of a newly created “intra-firm diversity”, or (2) because of a direct maintenance of an acquired firm’s autonomy, after a merger. For this purpose this contribution firstly investigates the “Corporate Entrepreneurship” (CE) literature which highlights the creation of independent subunits and spinoffs within a corporation. It is thereby demonstrated that the idea of a creation of independent entities in-house is indeed considered as an important determinant for the innovativeness and general performance of firms. However, it is also shown that firms, pursuing a CE strategy, will most likely face several grave implementation problems and trade-offs. The same holds true for a direct maintenance of “diversity” after a merger. Although the examined literature on post-merger integration presents strong arguments in favor of securing an acquired firm’s independence and autonomy in order to keep its innovation capacity, it also indicates that there will emerge a trade-off between this objective and the realization of efficiency gains through integration. Hence, on the one hand, the extensive management and organizational science literature suggests that considerations about the preservation of “diversity” in merger review might be exaggerated because firms should indeed have a strong incentive to preserve “diversity” in-house. On the other hand the analysis also shows that antitrust authorities cannot trust in the creation/maintenance of such an “intra-firm diversity” after a merger, since the merged entity will most likely face grave implementation problems and trade-offs. Whilst the first three articles focus on theoretical/conceptual questions, the forth article analyses empirically how the applied U.S. antitrust dealt with these issues in connection with the assessment of innovation effects in merger reviews. The decision to analyse the U.S. merger control practice stems from the fact that the U.S. authorities have examined a far greater number of mergers also towards innovation effects, than the European Commission. In this respect the paper analyzes the "complaints" and "decision and orders" in the course of an exhaustive survey from all 399 mergers, challenged by the DOJ or FTC in the period between 1995 and 2008. By using probit techniques, the econometric study tackles the question of how and to what extent the U.S. agencies have assessed innovation effects of mergers. Additionally, it is also asked whether the two agencies have used the same or different approaches in regard to innovation effects of mergers, and whether we can observe developments during this period 1995 until 2008 in regard to these assessments. Important questions in that regard were (1) whether the U.S. authorities used predominantly a traditional assessment approach based upon the product market concept or whether they also used more innovation-specific assessment approaches, e.g. the "Innovation Market Analysis". (2) In addition, it is important what theory of harm was brought forward in connection with the claimed anticompetitive innovation effects. Overall, the results about the practice of the assessment of innovation effects of mergers by the two U.S. antitrust authorities are very mixed and ambivalent. It is shown, that the agencies had innovation concerns in 135 mergers and that both agencies did consider for innovation effects in a third of all cases. However, on the basis of the 323 relevant markets with innovation aspects, the study also reveals that the two agencies did not have a clear and consistent assessment approach, and that both of them differed significantly also in regard to the question whether a more traditional product market approach should be used (mainly the DOJ) or whether a more innovation-specific approach should be applied, in which innovation is already considered in the market definition. A problematic outcome of our investigation is that in most cases the agencies gave no specific reasoning why the merger should lead to negative effects on innovation. Only in a minority of cases innovation incentive arguments and in some cases diversity arguments were mentioned. Another surprising and puzzling result is that the agencies increasingly have claimed simultaneously negative innovation and static price effects which can be interpreted as a sign of insecurity of the agencies, leading them to backing up their innovation concerns with more traditional and well-established claims about price effects. As a result, the article demonstrates that, on the one hand, assessing innovation effects is a well-established practice in U.S. merger policy, but, on the other hand, there are also a lot of inconsistencies and open conceptual questions in regard to the assessment approach, which also have not diminished over time. The fifth and last paper of the dissertation builds mainly on the empirical results of the forth paper and aims to put the observations into a wider picture by also incorporating the findings of the three theoretical/conceptual articles. For this purpose, the paper starts with reviewing the rich theoretical and empirical literature on competition and innovation. Hereby the theoretical models and reasonings get examined against the background of the differentiation into models which rely solely on innovation competition and those which do also incorporate current product market competition, proposed in the second paper of this dissertation. This structured overview is followed by an investigation of the vast array of the empirical studies on industry structure and innovation, market structure and innovation, and mergers and innovation. After introducing the existing assessment concepts for innovation effects of mergers, the empirical results of the forth article are introduced and subsequently assessed from a high-level competition policy perspective. Besides this, the article also provides a qualitative analysis of important merger cases after 2008 as well as an analysis of the U.S. Merger Policy under the Obama Administration and the reform discussion leading to the revision of the Horizontal Merger Guidelines in 2010. Hereby it is shown (1) that the cautious approach of assessing innovation effects has not changed under the Obama Administration, and (2) that despite the general consensus about the importance of innovation effects, the U.S. discussion is still very critical to more innovation-specific approaches in merger reviews. This can also be seen in the revised U.S. Horizontal Merger Guidelines, which stick entirely to the traditional product market approach. In that respect, the guidelines also do not seem to reflect the already well-established practice of the U.S. antitrust agencies of using innovation-specific assessment approaches to a considerable extent. Instead, the results provided by the empirical analysis of the fourth paper of this dissertation offer good reasons to assume that this reluctance to consider innovation effects in the Guidelines lies to a large extent in the uncertainty about how competition authorities should assess the impact of a merger on innovation. This uncertainty appears to be the consequence of the disagreement about how competition authorities should grasp and assess the innovation effects of mergers properly. Finally the article concludes by proposing different perspectives for future research. In this connection it is proposed to (1) base the theory of harm regarding mergers and innovation not exclusively on neoclassical economics, but to also include the evolutionary economics literature which is generally more suited to deal with dynamic innovation effects. (2) Besides this, future research should focus on the question of how the relevant innovation competitors should be identified most reliable. The first article of this dissertation showed that the "Innovation Market Analysis" started to ask the right questions about "overlapping R&D" and about the existence of "specialized assets", which can be interpreted as barriers to entry into innovation competition. (3) Last but not least, this paper establishes reference to the second article of this dissertation which already discussed the necessity of developing a structured investigation and assessment approach, capable of dealing with the problem that the innovation effects of mergers might be very different under different circumstances. Kern, Benjamin René Kern Benjamin René Philipps-Universität Marburg ths Prof. Dr. Kerber Wolfgang Kerber, Wolfgang (Prof. Dr.)
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