Selbstgespür und neuronale Korrelate der exekutiven Kontrolle bei Patienten mit unipolarer Depression: Eine EEG-Studie unter Verwendung des Flanker-Paradigmas.

Die Depression ist eine der schwerwiegendsten psychiatrischen Erkrankungen des 21. Jahrhunderts. Diese oft chronische Erkrankung verursacht eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie erhebliche Kosten für die Gesundheitssysteme weltweit. Neben Anhedonie, Niedergeschlagenheit und Antriebsl...

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Main Author: Härtel, Maike Katharina
Contributors: Konrad, Carsten (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2014
Nervenheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die Depression ist eine der schwerwiegendsten psychiatrischen Erkrankungen des 21. Jahrhunderts. Diese oft chronische Erkrankung verursacht eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie erhebliche Kosten für die Gesundheitssysteme weltweit. Neben Anhedonie, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit berichten die meisten depressiven Patienten von Konzentrationsstörungen und verminderter Entscheidungsfähigkeit. Bisherige Studien konnten zeigen, dass Depressivität mit Defiziten der exekutiven Funktion assoziiert ist. Unterschiedliche experimentelle Paradigmen, insbesondere das Go-Nogo- oder das Flanker-Paradigma, sind entwickelt worden, um exekutive Funktionen zu testen. Bildgebende Studien konnten durch die Kombination von fMRT mit den zuvor genannten Paradigmen neuronale Korrelate der exekutiven Funktion ermitteln. Diese Studien zeigten, dass insbesondere der anteriore cinguläre sowie der präfrontale Cortex bei Depressiven beeinträchtigt zu sein scheinen. Auch mit Hilfe von ereigniskorrelierten Potentialen konnten in EEG-Studien Defizite der exekutiven Funktion bei depressiven Patienten bestätigt werden. Die Ergebnisse der neurophysiologischen Forschung hierzu sind bisher jedoch noch nicht einheitlich. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf den Zusammenhang zwischen bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen und der Depressivität. Über diese, möglicherweise entscheidende Verbindung ist bisher jedoch nur sehr wenig bekannt, sodass weitere Studien benötigt werden. In dieser Arbeit wurde die Beziehung zwischen Hirnfunktion, Depressivität und Persönlichkeit untersucht. Hierzu wurde an einer Gruppe von 24 depressiven Patienten und 24 gesunden Probanden während der Durchführung des Kopp-Flanker-Paradigmas zur Testung der exekutiven Funktion ein EEG abgeleitet. Um die Selbstregulationsfunktionen der Teilnehmer zu bestimmen, wurde das Selbststeuerungsinventar nach Kuhl und Fuhrmann verwendet. Die Untersuchung zeigte keine Gruppenunterschiede in den Reaktionszeiten, jedoch erhöhte Fehlerraten in der Gruppe der depressiven Patienten. Darüber hinaus zeigte sich eine verminderte P3-Komponente bei den depressiven Patienten, während die N2-Komponente unbeeinflusst zu sein scheint. Die Untersuchung der Selbststeuerung im Zusammenspiel mit den bereits genannten Befunden weist darauf hin, dass die Beziehung zwischen Hirnfunktion und Depressivität durch das Maß an Selbstgespür vermittelt wird.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0570