Die medikamentöse Geburtseinleitung - Parameter für ein erfolgreiches Management

In den letzten Jahrzehnten konnte am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg ein Anstieg der Geburtseinleitungen mit dem Prostaglandin Dinoproston-Vaginalgel 1 mg/2 mg verzeichnet werden. Mit Zunahme der Geburtseinleitungen erfolgte ebenfalls ein erhöhtes Auftreten der operativen Geburtsbeendigu...

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Main Author: Berg-Kralj, Mandy
Contributors: Sudik, R. (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2014
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:In den letzten Jahrzehnten konnte am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg ein Anstieg der Geburtseinleitungen mit dem Prostaglandin Dinoproston-Vaginalgel 1 mg/2 mg verzeichnet werden. Mit Zunahme der Geburtseinleitungen erfolgte ebenfalls ein erhöhtes Auftreten der operativen Geburtsbeendigungen. Ziel dieser Arbeit war die Ermittlung aussagekräftiger Vorhersagewerte unter Einbeziehung der Parameter Bishop-Score, Parität, BMI und fetales Gewicht, um die Häufigkeit operativer Geburtsmodi nach medikamentöser Geburts-einleitungen zu reduzieren. Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass Patientinnen, die bereits ein bzw. zwei Kinder zur Welt gebracht haben, einen Bishop-Score > 5 und einen Body-Mass-Index zwischen 18,5 und unter 30 aufweisen, die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Geburtsmanagement mit kurzen Latenzzeiten bieten. So zeigte die Hälfte aller Drittgebärenden 7,5 Stunden nach Einlage des Dinoproston-Vaginalgels eine regelmäßige Wehentätigkeit. Bei den Zweitgebärenden lag die mediane Anlaufzeit bei 8,0 Stunden. Bezogen auf den Bishop-Score konnten ab einem Bishop-Score > 5 mediane Anlaufzeiten von < 7,5 Stunden beobachtet werden. Bei Vorliegen unreiferer Zervixbefunde, Bishop-Score < 5, betrugen die Latenzzeiten bis zum Erreichen einer regelmäßigen Wehentätigkeit im Median zwischen 9,0 und 13,5 Stunden. Es konnte in der vorliegenden Studie beobachtet werden, dass in 773 von 1213 Geburtseinleitungen eine mehrmalige Applikation des Minprostin-E2-Vaginalgel® vorgenommen werden musste. Am häufigsten (bei 500 Patientinnen) erfolgte eine zweimalige Anwendung mit insgesamt 3 mg. Hinsichtlich der Dosierung des Minprostin-E2-Vaginalgel® insbesondere bei einem Bishop-Score von 2 bis 6 und vermutlich mehrmaliger notwendiger Applikation kann die Empfehlung gegeben werden, mit der Dosierung von 1 mg Minprostin-E2-Vaginalgel® zu beginnen. Hier wurden deutlich geringere Latenzzeiten beobachtet als nach Minprostinapplikation beginnend mit der höheren Dosierung von 2 mg. Des Weiteren wurden die Geburtsmodi der Patientinnen mit Geburtsterminüberschreitung den Geburtsmodi der Patientinnen mit Gestationsdiabetes gegenübergestellt. Hier wies die Gruppe der Patientinnen mit Terminüberschreitung einen deutlich geringeren Anteil an operativen Entbindungsmodi auf (24,69 % versus 38,89 %). Die drohende intrauterine Asphyxie war mit 15,99 % der häufigste Grund für die Durchführung eines operativen Entbindungsmodus. Jedoch lag postpartal lediglich bei 3,61 % der Neugeborenen nachweislich eine Asphyxie vor.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0509