Erwartungs-Optimierung bei Patienten vor der Herzoperation: Eine randomisiert-kontrollierte Studie zur Wirksamkeit einer präoperativen psychologischen Intervention auf die Erwartungen herzchirurgischer Patienten

Präoperative Erwartungen stellen einen wichtigen psychologischen Prädiktor der Genesung und des Behandlungsergebnises bei Patienten nach der Herzoperation dar. Weiterhin konnte bereits bei anderen Behandlungsformen gezeigt werden, dass sich die Erwartungen der Patienten mittels psychologischer Inter...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Laferton, Johannes Andreas Christoph
Beteiligte: Rief, Winfried (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2014
Psychologie
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2014.0248
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Präoperative Erwartungen stellen einen wichtigen psychologischen Prädiktor der Genesung und des Behandlungsergebnises bei Patienten nach der Herzoperation dar. Weiterhin konnte bereits bei anderen Behandlungsformen gezeigt werden, dass sich die Erwartungen der Patienten mittels psychologischer Interventionen beeinflussen lassen. Im Bereich der Herzchirurgie gibt es jedoch bisher noch kaum Studien, die sich spezifisch mit der Optimierung verschiedener Aspekte präoperativer Erwartungen bei Patienten vor der Herzoperation befasst haben. Die vorliegende Dissertation verfolgte daher zwei Ziele. Erstens wurde eine kurze psycho-edukative Intervention zur Optimierung der präoperativen Erwartungen bei herzchirurgischen Patienten entwickelt (Studie I) und diese im Vergleich zur medizinischen Standardbehandlung und zu einer Aufmerksamkeits-Kontrollgruppe anhand von N = 90 Patienten vor dem aortokoronaren Bypass evaluiert (Studie III). Durch die kurze psychologische Intervention war es möglich die Erwartungen der Patienten vor der Operation zu optimieren. Die Patienten entwickelten höhere persönliche Kontrollerwartungen, eine realistischere Erwartung der Krankheitsdauer und zum Teil positivere Beeinträchtigungserwartungen. Dabei profitierten vor allem Patienten mit niedriger bis mittlerer aktueller krankheitsbedingter Beeinträchtigung von der Intervention. Zweitens wurden Zusammenhänge verschiedener Aspekte von Erwartungen untereinander sowie Zusammenhänge von Erwartungen mit weiteren Charakteristika bei N = 83 Patienten vor dem aortokoronaren Bypass untersucht (Studie II). Dabei zeigte sich, dass die Beeinträchtigungserwartungen der Patienten in keinem Zusammenhang mit der tatsächlichen Ausprägung herzchirurgie-bezogener Risikofaktoren standen. Vielmehr stand das Ausmaß der Beeinträchtigungserwartung mit Behandlungskontrollerwartungen und dem selbst eingeschätzten Ausmaß der aktuellen krankheitsbedingten Beeinträchtigung im Zusammenhang, nicht aber mit den persönlichen Kontrollerwartungen. Die vorliegende Arbeit konnte erste Belege für die Wirksamkeit einer psychologischen Intervention auf die Veränderung der präoperativen Erwartungen herzchirurgischer Patienten liefern. Weiterhin gibt sie erste Anhaltspunkte für mögliche Einflussfaktoren auf die Erwartungen von Patienten vor der Herzoperation. Ob die optimierten Erwartungen zu einem verbesserten Operationsergebnis führen, kann jedoch erst mit der Erhebung der Katamnese-Daten beantwortet werden.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2014.0248