Blutdruckmedikationskosten bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe

Die obstruktive Schlafapnoe stellt eine der häufigsten Schlafstörun-gen dar und führt zu exzessiver Tagesmüdigkeit. In der erwachsenen Bevölkerung wird eine Prävalenz von ca. 3-7% bei Männern und 2-5% bei Frauen angenommen. Neben der Reduktion der Lebensquali-tät der betroffenen Patienten wird der K...

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Main Author: Müller, Kathrin
Contributors: Koehler, U. (Prof. Dr. med.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2014
Innere Medizin
Subjects:
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Description
Summary:Die obstruktive Schlafapnoe stellt eine der häufigsten Schlafstörun-gen dar und führt zu exzessiver Tagesmüdigkeit. In der erwachsenen Bevölkerung wird eine Prävalenz von ca. 3-7% bei Männern und 2-5% bei Frauen angenommen. Neben der Reduktion der Lebensquali-tät der betroffenen Patienten wird der Körper durch die gestörte Schlafstruktur einem andauernden Stress ausgesetzt. Über einen längeren Zeitraum gesehen kommt es zu Bluthochdruck und erhöh-ter Herzfrequenz. Somit stellt das Syndrom der obstruktiven Schlafapnoe einen relevanten kardiovaskulären Risikofaktor dar. Die Therapie erfolgt seit beinahe dreißig Jahren mittels CPAP-Therapie und gilt mittlerweile als Goldstandard zur Behandlung des obstrukti-ven Schlafapnoesyndroms. Der therapeutische Effekt einer CPAP-Therapie auf den Blutdruck ist inzwischen gut untersucht und doku-mentiert, eine erfolgreiche CPAP-Therapie führt zu einer signifikan-ten Senkung des Blutdrucks und auch der kardiovaskulären Ereig-nisse. Daten über Auswirkungen auf die medikamentöse antihyper-tensive Therapie und mögliche kostensparende Effekte wurde bisher noch nicht untersucht und fehlen bis jetzt. In der vorliegenden Arbeit wurden die Daten von 726 Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe und dem Beginn einer CPAP-Therapie aus dem Schlafmedizinischen Zentrum des Universitätsklinikums Mar-burg ausgewertet. Zu Beginn erfolgte eine Diagnostiknacht mit Poly-somnographie, angeschlossen wurden 2 Therapienächte zur Einstel-lung einer CPAP-Therapie. In der Nachbeobachtung nach 3 Monaten stellten sich von diesen Patienten 527 erneut zur polysomnographi-schen Kontrolle unter CPAP-Therapie vor. Zu den genannten Zeit-punkten erfolgte jeweils eine komplette polysomnographische Aus-wertung des Schlafs sowie eine Messung des Blutdrucks. Die Ta-gesschläfrigkeit wurde mittels Epworth Sleepiness Scale erfasst. Die 54 zu den jeweiligen Zeitpunkten bestehende antihypertensive Therapie wurde erfasst und die Tagestherapiekosten wurden errechnet. Bei den beobachteten Patienten ließ sich nach 3 Monaten eine deut-liche Verbesserung der Schlafqualität zeigen, tiefere Schlafphasen und REM-Schlaf wurden signifikant häufiger erreicht, die Zeit in NREM-Stadien 1 und 2 nahm signifikant ab. Der RDI sank von 35 in der ersten Diagnostiknacht auf 4 (p<0,001), die Tagesschläfrigkeit reduzierte sich hoch signifikant von 10,91 Punkten auf 6,52 Punkte in der Epworth Sleepiness Scale (p< 0,001). 56% der Patienten erhielten vor Therapiebeginn eine medikamentö-se antihypertensive Therapie, meist eine Kombination aus 2 oder mehr Wirkstoffen. Zum Einsatz kamen vor allem ACE-Hemmer, AT2-Antagonisten, Beta-Blocker, Calcium-Antagonisten und Diuretika. Die ermittelten Tagestherapiekosten lagen bei ca. 0,37 Euro. In der Nachbeobachtung unter CPAP-Therapie zeigten sich signifikant niedrigere Blutdruckwerte, aber keine signifikante Veränderung der medikamentösen Therapie. Ein kostensparender Effekt ließ sich nicht nachweisen, die Tagestherapiekosten stiegen sogar unter nun verbesserter Einstellung der Hypertonie hochsignifikant an (von 0,37 Euro auf 0,42 Euro, p<0,001). Der Aspekt der verbesserten Blutdruckeinstellung ist abschließend noch einmal hervorzuheben, da in Studien belegt werden konnte, dass durch eine Blutdrucksenkung von ungefähr 10 mmHg das Risi-ko für ein akutes Krankheitsereignis einer KHK um 37% und das Ri-siko, einen Schlaganfall zu erleiden um insgesamt 56% gesenkt wer-den konnte [35]. Dies ist eine aus gesundheitsökonomischer Sicht extrem bedeutende Tatsache, bedenkt man die Kosten, welche durch stationäre Aufenthalte und Rehabilitationsmaßnahmen nach einem Schlaganfall oder Myokardinfarkt entstehen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2014.0175