Pilotstudie zur nicht-invasiven Messung des intrinsischen PEEP bei Patienten mit stabiler chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) unter nicht-invasiver Beatmung

Die nicht-invasive Beatmung wird in der Therapie des COPD-bedingten chronischen oder akuten respiratorischen Versagens eingesetzt. Durch Applikation von CPAP kann der intrinsische PEEP kompensiert und dadurch die respiratorische Muskelanstrengung reduziert werden. Eine exakte Messung des individuell...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
1. Verfasser: Alt, Yvonne
Beteiligte: Köhler, Ulrich (Prof. Dr. ) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2012
Innere Medizin
Ausgabe:http://dx.doi.org/10.17192/z2012.0555
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Die nicht-invasive Beatmung wird in der Therapie des COPD-bedingten chronischen oder akuten respiratorischen Versagens eingesetzt. Durch Applikation von CPAP kann der intrinsische PEEP kompensiert und dadurch die respiratorische Muskelanstrengung reduziert werden. Eine exakte Messung des individuellen intrinsischen PEEP ist nötig, um eine optimale Beatmungseinstellung zu finden, bei der die Atemarbeit reduziert und eine zusätzliche Lungenüberblähung verhindert wird. Derzeit stellt die Ösophagusdrucksonde die standardisierte und vielfach verwendete Technik für die Messung des intrinsischen PEEP dar, sie ist jedoch invasiv und häufig klinisch schwierig durchführbar. In der vorliegenden Studie wurden zwei nicht-invasive Messmethoden zur Ermittlung des intrinsischen PEEP untersucht. Durch Messung der Atembewegungen mittels respiratorischer Induktionsplethysmographie bei gleichzeitiger Aufzeichnung des Atemflusses an der Beatmungsmaske sollte überprüft werden, ob aus der zeitlichen Verschiebung beider Signale auf den intrinsischen PEEP rückgeschlossen werden kann. Desweiteren wurde untersucht, ob durch Bildung des Verhältnisses zwischen Inspiration und Exspiration der intrinsische PEEP bestimmt werden kann. Außerdem sollte geklärt werden, ob die Ermittlung des intrinsischen PEEP in allen Schlafstadien problemlos möglich ist, ob Schlafbezogene Atmungsstörungen oder andere Faktoren einen Einfluss auf die Messungen haben und ob die Messungen Weckreaktionen verursachen. In der Studie wurden beide zu untersuchenden Ansätze mit der Standardmethode verglichen. Dafür wurden 12 Patienten mit stabiler COPD und lungenfunktionsanalytisch nachgewiesener Lungenüberblähung untersucht. Die Messungen enthielten eine vollständige Polysomnographie inklusive respiratorischer Induktionsplethysmographie (Thorax- und Abdomen-Atemgurt), mit zusätzlicher Ösophagusdruckmessung mittels einer piezoelektrischen Doppeldrucksonde. Während der Studiennacht wurden mehrere Drucktreppen mit Applikation eines nasalen CPAP-Drucks (nCPAP) mit den Druckstufen von 4mbar - 12mbar mit der Dauer von 20 Sekunden und 60 Sekunden pro Druckstufe appliziert. Die Drucktreppen wurden im Wachzustand sowie bei stabilem Schlaf durchgeführt. Die Daten wurden mit der Software EDF-Trace (Schlaflabor Marburg) automatisch analysiert sowie visuell nachkontrolliert. Die Ergebnisse wurden beatmungsdruckbezogen dargestellt und die Unterschiede in den ermittelten intrinsischen PEEP der verschiedenen Methoden mittels des Rangkorrelationskoeffizienten nach Spearman-Rho auf Signifikanz geprüft. Es konnten nur geringe Korrelationen zwischen den einzelnen Verfahren festgestellt werden, so zeigte sich ein Korrelationskoeffizient von r=0,524 zwischen Thorax-Atemgurt und Standardmethode, r=0,383 zwischen Abdomen-Atemgurt und Standardmethode, sowie r=0,272 beim Vergleich des Inspirations- zu Exspirationsverhältnis und Standardmethode. Es konnte gezeigt werden, dass die untersuchten nicht-invasiven Methoden derzeit die Standardmethode bei der Ermittlung des intrinsischen PEEP nicht ersetzen können. Im Hinblick auf die respiratorische Induktionsplethysmographie mittels Thorax-Atemgurt konnten vielversprechende Tendenzen festgestellt werden, die jedoch in größeren Studienpopulationen weiter untersucht werden müssen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Ermittlung des intrinsischen PEEP schlafbeeinträchtigend ist. In der kleinen Studienpopulation wurden Faktoren beobachtet, die die Ergebnisse möglicherweise beeinflussen können: der Grad einer Adipositas und die Höhe des Residualvolumens. Der Einfluss dieser Faktoren muss jedoch in einer größer angelegten Studie überprüft werden. Schlafbezogene Atmungsstörungen konnten als Störfaktoren in dieser Studie nicht bestätigt werden. Die Messungen zeigten desweiteren, dass der intrinsische PEEP durch einen extern applizierten Druck nicht vollständig kompensiert werden kann und bei zu hohem Druck der intrinsische PEEP noch weiter zunimmt. Umso wichtiger ist es, eine zuverlässige, nicht-invasive Methode zu finden, die den intrinsischen PEEP individuell exakt misst.
DOI:http://dx.doi.org/10.17192/z2012.0555