Rabies-Virus-Infektion der Maus: Einfluss des viralen Glykoproteins auf die Immunantwort im ZNS.

Das Glykoprotein des Rabies-Virus (RV-G) spielt durch die Beeinflussung der Neuroinvasivität und durch die Modulation antiviraler Immunreaktionen eine zentrale Rolle bei der Rabies-Virus-Erkrankung (Tollwut). Bisher ist noch nicht bekannt, durch welchen Mechanismus RV-G die Pathogenität des Virus be...

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Krieger, Tilman
Beteiligte: Bette, Michael (Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Anatomie und Zellbiologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Das Glykoprotein des Rabies-Virus (RV-G) spielt durch die Beeinflussung der Neuroinvasivität und durch die Modulation antiviraler Immunreaktionen eine zentrale Rolle bei der Rabies-Virus-Erkrankung (Tollwut). Bisher ist noch nicht bekannt, durch welchen Mechanismus RV-G die Pathogenität des Virus beeinflusst, wenn dieses das ZNS erreicht hat. Um Die Bedeutung der RV-G-Expression im ZNS zu untersuchen, infizierten wir Mäuse intranasal mit attenuierten Rabies-Viren des Stammes SPBN sowie mit Viren des Stammes SPBN-DOG4; dieser Stamm unterscheidet sich von SPBN insofern, als dass die für RV-G kodierende Gensequenz gegen die des hoch pathogenen Wildtyp-Stammes DOG4 ersetzt worden ist. Bei intramuskulärer Inokulation von SPBN überlebten alle der infizierten Mäuse, bei SPBN-DOG4 führte dies zu einer Mortalitätsrate von 30%. Bei intranasaler Inokulation hingegen führte die Infektion zu einer jeweiligen Mortalitätsrate von 100%. Die mittlere Überlebenszeit war dabei in der SPBN-Gruppe signifikant gegenüber der SPBN-DOG4-Gruppe erniedrigt, was aufgrund der beschleunigten Krankheitsprogression auf eine erhöhte Pathogenität von SPBN hinweist. Bei den mit SPBN infizierten Tieren fand sich zudem ein erniedrigter Spiegel von IL-6, von Virusneutralisierenden Antikörpern sowie eine verminderte Glia-Aktivierung. Diese verminderten immunologischen Abwehrreaktionen korrelierten mit einem verminderten Virus-Titer und einer verminderten globalen RV-G- und Ribonukleoprotein-Expression im gesamten ZNS. Bei der Quantifizierung der Virusmenge in einzelnen Neuronen konnte jedoch festgestellt werden, dass die zelluläre RV-G-Expression in der SPBN-Gruppe signifikant erhöht war. Dieser neue Befund zeigt klar, dass die zellulären Expressionspiegel und weniger die globale Viruslast im Gehirn wesentlich zu der Pathogenität des Rabies-Virus beitragen. Aufgrund dieser Daten könnte die Entwicklung von Behandlungsschemata, die zu einer Blockade der Expression von RV-G in einzelnen Neuronen führen, ein neues therapeutisches Konzept bei der Behandlung der Rabies-Virus-Erkankung darstellen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0714