Generierung und Charakterisierung eines neuen Donorstammes für die Influenza Saatvirusherstellung und die Charakterisierung von Influenza Viren in verschiedenen Wirtssystemen

In der Influenza-Impfstoffproduktion ist es von essentieller Bedeutung, gewünschte Antigene (Hämagglutinin und Neuraminidase) in möglichst kurzer Zeit zu erhalten, damit die Bevölkerung gegen die kommenden Influenzaviren schnell und bestmöglich geschützt ist. Derzeit werden die Saatviren in Eiern he...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Bertram, Sybille
Beteiligte: Bölker, Michael (Prof.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2010
Biologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:In der Influenza-Impfstoffproduktion ist es von essentieller Bedeutung, gewünschte Antigene (Hämagglutinin und Neuraminidase) in möglichst kurzer Zeit zu erhalten, damit die Bevölkerung gegen die kommenden Influenzaviren schnell und bestmöglich geschützt ist. Derzeit werden die Saatviren in Eiern hergestellt. Dem Wechsel vom humanen Wirt auf Eier folgen bei vielen Viren Mutationen in den beiden Oberflächen-proteinen HA und NA. Diese Veränderungen konnten während der Passagierung von humanen Influenzaisolaten in Eiern gesehen werden. Je weniger Veränderungen die Viren zu humanen Isolaten aufweisen, desto besser kann der spätere Impfstoff schützen, daher ist die Verwendung von Säugerzellen für die Impfstoffproduktion von Vorteil. Weiterhin ist es wichtig, Impfstoff in ausreichenden Mengen zu Beginn einer jeden neuen Grippesaison verfügbar zu haben. Um ein schnelles und ertragreiches Virus-wachstum zu erzielen, ist die Verwendung eines Donorvirus, dessen positive Wachs-tumseigenschaften auf ein Impfvirus übertragen werden, von besonderer Bedeutung. Dazu ist das Wachstum des Donorstammes im verwendeten Wirtssystem entscheidend. Durch mehrfache Passagierung eines Virus aus einer Patientenprobe wurde ein für die MDCK Zelle passendes Donorvirus (NB # 105) etabliert. Die Morphologie des Virus än-derte sich während der Passagierung vom filamentösen Wildtyp-Charakter hin zu sphä-rischen Partikeln. Außerdem zeigten sich Mutationen im HA, welche die Präferenz des Virus zu α2-3 Sialinsäurebindung änderten. Daher wächst NB # 105 deutlich besser und schneller als der bisher verwendete Donorstamm PR8 NYMC sowohl auf der MDCK33016 PF Zelle als auch in Eiern. PR8 RKI zeigte höhere Titer als PR8 NYMC, aber niedrigere Titer als NB # 105. Eine Untersuchung der NA-Aktivität lässt den Rückschluss zu, dass NB # 105 eine optimale Balance zwischen NA-Aktivität und HA-Bindung besitzt, welche beide PR8 Viren nicht erreichen. Durch die hohen Titer, sowohl auf der MDCK33016 PF Zelle als auch in Eiern, könnte man NB # 105 für die Reassortierung in diesen Systemen verwenden. Austausche des HA und NA in einem RG System zeigten, dass sich NB # 105 als Donorvirus zur Herstellung von Reassortanten mit H1N1 und H3N2 Viren eignet, und dass für einige HA/NA Kombinationen (A/California/07/09 und A/Uruguay/716/07) zu höheren Titern wachsende Reassortanten generiert werden konnten als mit dem Laborstamm PR8 NYMC
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0631