Kontrastunterstützte Sonographie bei Pneumonie: Charakteristische Darstellungsmuster und prognostische Bedeutung. Eine retrospektive Studie bei n=50 Patienten

In dieser Studie wurde bei n=50 Patienten mit einer radiologisch diagnostizierten alveolären Pneumonie eine kontrastunterstützte Sonographie (KUS) der pulmonalen Läsionen durchgeführt. Ziel war es, ein charakteristisches Muster, welches Pneumonien in der KUS zeigen, anhand einer größeren Fallzahl zu...

Ausführliche Beschreibung

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1. Verfasser: Linde, Hans-Nico Georg
Beteiligte: Görg, Christian (Prof. Dr. med.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:In dieser Studie wurde bei n=50 Patienten mit einer radiologisch diagnostizierten alveolären Pneumonie eine kontrastunterstützte Sonographie (KUS) der pulmonalen Läsionen durchgeführt. Ziel war es, ein charakteristisches Muster, welches Pneumonien in der KUS zeigen, anhand einer größeren Fallzahl zu beschreiben und den klinischen Stellenwert eines atypischen KUS-Musters zu ermitteln. Hierfür wurden klinische Aspekte, wie Liegedauer, Komorbidität oder Komplikationen im Verlauf der Pneumonie mittels einer retrospektive Datenerhebung anhand der Krankenblätter ermittelt. Anschließend wurden diese Daten mit den Daten aus der KUS- Untersuchung korreliert und mit Hilfe deskriptiver und vergleichender Statistik ausgewertet. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich Pneumonien analog zur Farbdopplersonographie in den meisten Fällen durch ein typisches KUS-Muster, bestehend aus kurzer Anflutungszeit als Hinweis auf eine pulmonalarterielle Vaskularisation, einem isoechogenem Ausmaß der Kontrastanreicherung im Vergleich zur Milz, sowie einer homogenen Anreicherung des Kontrastmittels in den pulmonalen Läsion darstellen. Dieses typische KUS-Muster fand sich bei 60% der Studienpatienten. Dabei waren 92% der n=50 Pneumonien pulmonalarteriell versorgt, 76% zeigten ein isoechogenes Ausmaß der Kontrastmittelanreicherung und bei 78% fand eine homogene Anreicherung des Kontrastmittels statt. Die aus dieser Arbeit hervorgehende typische Darstellung von Pneumonien in der kontrastunterstützten Sonographie besteht aus einer kurzen Anflutungszeit (1-6 Sekunden) als Zeichen einer pulmonalarteriellen Versorgung, einem isoechogenem Ausmaß der Kontrastanreicherung im Vergleich zur Milz und einer homogene Kontrastmittelanreicherung in den pulmonalen Läsionen. Ein Abweichen von diesem KUS-Muster kann wertvolle Informationen liefern. Eine verzögerte Anflutung als Zeichen einer bronchialarteriellen Vaskularisation und eine reduzierte Kontrastmittelanreicherung können eventuell Hinweis auf eine Abszessbildung oder Karnifikation sein. Hierfür könnte die oben genannte hypoxische pulmonale Vasokonstriktion verantwortlich sein. Eine inhomogene Kontrastmittelanreicherung könnte ebenso für eine beginnende Liquidifzierung oder Abszedierung sprechen. Einen klinischen Stellenwert der kontrastunterstützten bei Pneumonie hinsichtlich der prognostischen Aussagekraft konnte mit dieser Arbeit nicht aufgezeigt werden. Jedoch gab es eine leichte Tendenz, dass ein atypisches KUS-Muster das Auftreten von Komplikationen in Form einer Abszessbildung oder einer Karnifikation vermuten lässt. Weitere Studien mit einer größeren Fallzahl und einem prospektiven Studiendesign könnten bei einer ähnlichen Fragestellung zu anderen Ergebnissen kommen.