Operative Ergebnisse, postoperatives Outcome und Follow-up der Lebensqualität nach mikrochirurgischer und endoskopischer Entfernung intraventrikulärer Tumore

Die vorliegende Studie untersucht retrospektiv 146 Patienten mit der Diagnose „Ventrikeltumor“, die in dem Zeitraum von 1997 bis 2005 in der neurochirurgi-schen Klinik der Universität in Marburg mit Hilfe der mikrochirurgischen und endoskopischen Methode operiert wurden. Das Durchschnittsalter der...

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Main Author: Seemann, Beate
Contributors: Bertalanffy, Helmut (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2009
Operative Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die vorliegende Studie untersucht retrospektiv 146 Patienten mit der Diagnose „Ventrikeltumor“, die in dem Zeitraum von 1997 bis 2005 in der neurochirurgi-schen Klinik der Universität in Marburg mit Hilfe der mikrochirurgischen und endoskopischen Methode operiert wurden. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug im Mittel 38 Jahre, bei den Frauen lag das Durchschnittsalter bei 37 Jahre und bei den Männern bei 39 Jahren. Der jüngste Patient wurde mit 2 Jahren operiert, der älteste Patient mit 77 Jahren. Von den operierten Patienten waren 51% Männer und 49% Frauen. Mit Hilfe der mikrochirurgischen Methode wurden 99 Patienten operiert und die endo-skopische Technik kam bei 47 Patienten zum Einsatz. Die Anamnesedauer bis zur Operation betrug am Häufigsten 1 bis 2 Monate. Es konnten jedoch auch sehr kurze aber auch lange Anamnesen von mehreren Jahren erfasst werden. In der präoperativen Symptomatik ließen sich als häufigste Symptome Kopf-schmerzen und Schwindel sowie motorische Defizite und Sehstörungen fest-stellen. Alle Patienten erhielten präoperativ eine Bildgebung und wurden mit Hilfe des Karnofsky-Index eingestuft. Bei der mikrochirurgischen Methode wurden insgesamt 10 verschiedene Zugänge gewählt, bei der endoskopischen Technik erfolgte der Eingriff über ein frontales Bohrloch. Neben der Komplett-entfernung des Tumors erfolgten auch Teilentfernungen, Biopsien und Ventri-kulostomien. Die postoperativ ausgewertete Tumorhistologie ergab insgesamt 33 unterschiedliche histologische Tumore. Am Häufigsten traten Kolloidzysten, gefolgt von Astrozytomen, Craniopharyngeomen und Pineozytomen auf. Postoperativ wurde der neurologische Status erfasst und die Situation den Pati-enten mit Hilfe des Karnofsky-Index eingestuft. Alle Patienten erhielten eine postoperative Bildgebung und 46 Patienten wurden mit einem Shuntsystem versorgt. Bei 30 Patienten erfolgte eine Anschlusstherapie und bei 21 Patienten kam es im Verlauf zu einem Rezidiv. Um die Lebensqualität der Patienten zu untersuchen, wurde mit Hilfe eines Te-lefoninterviews oder der Auswertung der aktuellen Aktelage ein Follow-up er-stellt. Der Zeitraum erstreckte sich hierbei von weniger als einem Jahr bis hin zu fast 10 Jahren. Das Alter zum Follow-up Zeitpunkt betrug im Durchschnitt 42 Jahre. Es wurden neben der aktuellen Symptomatik vor allem die Lebenssitua-tion der Patienten untersucht. Es wurden Alltag, Beruf, Hobbies und die Frei-zeit erfragt und die Lebensqualität auf einer Skala von 1 bis 10 eingestuft. Zu-sätzlich sollten die Patienten eine Verbesserung beziehungsweise Verschlechte-rung der postoperativen Situation angeben. Die meisten Patienten gaben keine bis wenig Einschränkung im alltäglichen Leben an und auch die Lebensqualität wurde vor allem im Bereich zwischen 8 bis 10 Punkten angeben. Eine deutliche Verbesserung durch die Operation konnten 64 Patienten angeben, 9 empfanden es als gleichwertig und 24 verneinten die Verbesserung. Neben der individuel-len Situation wurde dann der Karnofsky-Index bestimmt und einmal mit den prä- und postoperativen Befunden verglichen, sowie mit der Operationsmetho-de. Anschließend wurde jeweils die Verbesserung beziehungsweise die Verschlech-terung des Karnofsky-Index zum Follow-up Zeitpunkt mit der Lokalisation des Tumors, der Histologie und der Operationsmethode verglichen. Von 146 Patienten sind im Laufe des Follow-up 18 Patienten verstorben. Diese Gruppe wurde gesondert ebenfalls nach den oben genannten Kriterien ausge-wertet. Die Überlebenszeit der Patienten betrug im Schnitt 1 Jahr und bei der Tumorhistologie zeigten sich vor allem Glioblastome und Metastasen. Mittels mikrochirurgischer Methode wurden 14 dieser Patienten behandelt. 4 Patienten verstarben nach einem endoskopischen Eingriff im Verlauf des Follow-up. In der Auswertung der Lebensqualität hat sich gezeigt, dass es bei der Größe und Heterogenität des Patientenkollektivs schwer fällt eine übergreifende Aus-sage zu tätigen. Es lässt sich jedoch sagen, dass viele Patienten mit der Ent-scheidung sich operieren zu lassen sehr zufrieden waren und auch ihr Leben postoperativ ohne wesentliche Einschränkungen gestalten konnten. Zusammenfassend stellt sowohl die mikrochirurgische Methode als auch die endoskopische Technik bei dem Einsatz zur Entfernung eines ventrikulären Tumors eine gute und etablierte Methode da, die individuell an die jeweilig vorherrschende Situation angepasst werden sollte.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2010.0031