Langzeitüberleben und Lebensqualität kritisch erkrankter Patienten ein Jahr nach Intensivtherapie

Die vorliegende Studie untersucht das Langzeitüberleben und die Lebensqualität kritisch erkrankter Patienten 12 Monate nachdem sie im Jahr 2003 intensivtherapeutisch behandelt wurden. Insgesamt wurden 176 Patienten in die Studie eingeschlossen. Die Lebensqualität wurde mit Hilfe des EQ-5D Fragebogen...

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Bibliographic Details
Main Author: Kneist Maxie
Contributors: Max, Martin (Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2009
Medizin
Subjects:
ICU
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die vorliegende Studie untersucht das Langzeitüberleben und die Lebensqualität kritisch erkrankter Patienten 12 Monate nachdem sie im Jahr 2003 intensivtherapeutisch behandelt wurden. Insgesamt wurden 176 Patienten in die Studie eingeschlossen. Die Lebensqualität wurde mit Hilfe des EQ-5D Fragebogens erhoben. Es zeigte sich eine intensivstationäre Mortalität von 16,4 % und eine kumulative Ein-Jahres-Mortalität von 36,2%. Eine Verschlechterung sowohl der Lebensqualität berichteten 61,8% wobei die größte Zunahme an Problemen in den Bereichen "alltägliche Tätigkeiten" und "Angst und Depressionen" verzeichnet wurde. Die subjektiv empfundene Lebensqualität sank von 76% auf 60% im Median. Faktoren,die mit der intansivstationären Mortalität assoziiert waren, waren die Schwere der Erkrankung, die Liegedauer auf der ITS und die Aufnahmediagnose. Faktoren, die die Lebensqualität beeinflussten waren die Schwere der Erkrankung, die Liegedauer auf der Intensivstation und auf den peripheren Stationen und eine uneingeschränkte Ausgangslebensqualität. Die subjektiv empfundene Lebensqualität hingegen war allein assoziiert mit der Liegedauer auf der Intensivstation und mit einer uneingeschränkten Ausgangslebensqualität. Schlussfolgerungen: weder die intensivstationäre Mortalität noch die Lebensqualität waren mit einem höheren Patientenalter assoziiert. Dies spricht dafür, dass auch ältere Patietenten von einer Intensivthrapie profitieren. Die meisten Probleme im Bereich der Lebensqualität wurden in den Bereichen "Angst und Depression" und "alltägliche Tätigkeiten" verzeichnet. Dies spricht dafür, dass die Patienten die seelischen Folgen der Schweren Krankheit nur unzureichend verarbeitet haben. Eine engmaschige Aufklärung und psycho- und sozialtherapeutische Betreuung der Patienten und ihrer Angehöriger könnte hier hilfreich sein. Die subjektiv empfundene Lebensqualität war assoziiert mit einer verlängerten Liegedauer auf der ITS. Ein Schluss hieraus könnte sein, zu versuchen die Liegedauer so kurz wie möglich zu halten. Aber auch hier könnten die Patienten eventuell von psychotherapeutischer Betreuung zur Aufarbeitung der z.T. traumatischen Erlebnisse während der Intensivtherapie profitieren.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0521