Untersuchung des Einflusses von Wachstumshormon HGF auf die Regenerationsfähigkeit des Gelenkknorpels nach Implantation autologer Knorpel-Knochen-Transplantate am Beispiel des Kniegelenkes des Schafes

Einleitung: Der menschliche Körper hat nur eine sehr geringe intrinsische Fähigkeit zur Regeneration von hyalinem Knorpel. Knorpeldefekte, beispielsweise des Kniegelenks, versucht man mittels Transplantation von Knorpel-Knochen-Zylindern aus gering belasteten Knorpelzonen in die Defekte in den Belas...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Kleffner, Tim Oliver
Beteiligte: Tibesku, C.O. (Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Orthop
Schlagworte:
HGF
OAT
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Einleitung: Der menschliche Körper hat nur eine sehr geringe intrinsische Fähigkeit zur Regeneration von hyalinem Knorpel. Knorpeldefekte, beispielsweise des Kniegelenks, versucht man mittels Transplantation von Knorpel-Knochen-Zylindern aus gering belasteten Knorpelzonen in die Defekte in den Belastungszonen zu therapieren (osteo-chondrale Transplantation). In den vergangenen Jahren haben mehrere Studien den Ein-fluss von Wachstumshormonen auf die Regeneration von Knorpel zu beleuchten ver-sucht. Der zum jetzigen Zeitpunkt in den Mittelpunkt des Interesses gerückte „Hepatocyte Growth Factor“ (HGF) scheint unterstützend als Wachstumsfaktor auf die Knorpelregeneration zu wirken. In einem Kaninchenmodell konnte in vivo die Wirksamkeit des „Hepatocyte Growth Factor“ herausgestellt werden. Ziel: Im Rahmen dieses Versuchsvorhabens soll untersucht werden, ob die zwischen den osteochondralen Transplantaten liegenden Zwischenräume durch Zugabe von Wachstumshormonen (HGF) mit hyalinem Gelenkknorpel anstelle Faserknorpel auf-gefüllt werden können, oder ob zumindest ein gemischt fibrocartilaginärer Knorpel entsteht, dessen mechanische Eigenschaften dem Knorpel eines Gewicht tragenden Gelenkanteils annähernd nahe kommen. Bei der Auswertung der Studie stehen folgende Fragestellungen im Vordergrund: 1. Wirksamkeit der intraartikulären Zugabe von Hepatocyte Growth Factor zur auto-logen osteochondralen Transplantation 2. Histologische und immunhistologische Beurteilung des transplantierten und des ortsständigen umgebenden Knorpels sowie der Zwischenräume 3. Mögliche Nebenwirkungen der intraartikulären Gabe des Wachstumsfaktors im Schafmodell Methode: Beide Kniegelenke von acht Schafen wurden operiert, osteochondrale Zylinder aus der Femurkondyle einer Seite eines Kniegelenkes entnommen und in das kontralaterale Kompartiment desselben Kniegelenkes transplantiert. Die Schafe wurden dann in zwei Gruppen mit dann jeweils 16 Transplantaten aufgeteilt, wovon eine Gruppe dreimal pro Woche für insgesamt vier Wochen intraartikuläre HGF-Injektionen erhielt, in der Kontrollgruppe wurde isotone Kochsalzlösung injiziert. Nach einem Zeit-raum von drei Monaten wurden die Tiere getötet und die Kniegelenke histologisch untersucht. Ergebnisse: Die histologische Untersuchung zeigte ein komplettes Einwachsen der osteochondralen Transplantate im Knochenniveau, auf Höhe des Knorpels fand sich keinerlei Einwachsen oder Heilungstendenz. Die Bewertung des Knorpels nach einem modifizierten Mankin-Score ergab jedoch insgesamt geringere Anzeichen von De-generation in der HGF-Gruppe. Makroskopisch degenerative Veränderungen wie Bildung von Osteophyten, Knorpelverdickung und synoviale Proliferation konnten in keiner der Gruppen beobachtet werden. Schlussfolgerung: Diese Studie zeigt einen insgesamt positiven Effekt von HGF auf die Struktur von osteochondralen autologen Transplantaten, bei einem Untersuchungs-zeitraum von drei Monaten fand sich kein Einfluss auf die Heilung der Fissuren in den Randbereichen zwischen Transplantat und umgebendem Gelenkknorpel.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0513