Die Rezeption und Modifikation des platonischen Eros-Begriffs in der französischen Literatur vom Mittelalter bis zum 17. Jahrhundert unter Berücksichtigung der antiken, arabischen und italienischen Tradition

Exposé zu meiner Dissertation: Die Rezeption und Modifikation des platonischen Erosbegriffs in der französischen Literatur vom Mittelalter bis zur Renaissance unter besonderer Berücksichtigung der antiken, arabischen und italienischen Tradition Der Titel verweist bereits auf das Ziel, ein Kontinu...

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Kayling, Vanessa
Beteiligte: Winter, Ulrich (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Romanische Philologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Exposé zu meiner Dissertation: Die Rezeption und Modifikation des platonischen Erosbegriffs in der französischen Literatur vom Mittelalter bis zur Renaissance unter besonderer Berücksichtigung der antiken, arabischen und italienischen Tradition Der Titel verweist bereits auf das Ziel, ein Kontinuum nachzuweisen, das sich zuvor nicht als solches gezeigt hat. Die ganzheitliche, von der Antike ausgehende Untersuchung eröffnet Perspektiven, die bisher nur lückenhaft vorhanden waren. Ausgehend von den platonischen Erosdialogen wird zunächst der Begriff des Eros herauspräpariert, dessen facettenreiche Struktur als Paradigma für die von mir erforschte nachfolgende Literatur dient. Platon verleiht dem Eros eine eigentümliche und unverwechselbare Dimension. In der römischen Antike zeigt sich bereits, dass bestimmte Elemente des platonischen Eros verschwinden. Mit dem Nachweis der Platonrezeption bei einigen römischen Autoren konnte auch eine Forschungslücke geschlossen werden. Die christlichen Neuplatoniker, vor allem Plotin, passen den platonischen Eros ihren Moralvorstellungen und ihrer Theologie an, was nicht ohne Änderungen geschieht. Ficino, dessen Platon-Interpretation durch Plotins Schriften geprägt ist, verfährt nach seinen eigenen Vorstellungen mit dem Originaltext. Die Präsenz wesentlicher Elemente des platonischen Eros im Mittelalter lässt sich in der arabischen Literatur, speziell der Liebeslyrik, wie vor allem in der provenzalischen Troubadourlyrik erkennen. Bei Dante und den italienischen Renaissancedichtern treten ebenso klare Bezüge zum platonischen Eros auf. Neben der Ficino-Rezeption in Italien und Frankreich bleiben die platonischen Originaltexte aktuell und werden in den gebildeten Dichterkreisen der französischen Renaissance gelesen. Auch im 17. Jahrhundert besteht neben anderen philosophischen Strömungen ein beständiges Interesse an Platon. Honoré d’Urfé, Madeleine de Scudéry wie auch Fénélon integrieren wesentliche Elemente des platonischen Eros in ihre Liebeskonzeption, ihre Ethik und ihre philosophische Anschauung. Die behandelten Autoren lassen sich nicht als „Kollektiv“ innerhalb einer bestimmten Zeitphase begreifen. Vielmehr liegt ein jeweils individueller Zugriff bei den einzelnen Autoren vor: Je nach Ausbildung und Interesse werden in unterschiedlichem Maß und auf verschiedene Weise bestimmte Elemente des platonischen Erosbegriffs aufgenommen und umgesetzt.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0500