Einfluss des Immunisierungszeitpunktes und der Tumorlast bei der Immuntherapie des Mammakarzinoms mit Anti-Idiotypen-Antikörpern

Bislang ist die Immuntherapie noch nicht als eigenständige Therapie der ersten Wahl etabliert sondern wird zusätzlich zu konventionellen onkologischen Therapien angewendet. Die vorliegende Arbeit folgt der Immun-Netzwerk-Theorie von Nils Jerne, die von der Wirksamkeit einer Impfung mit anti-idiotyp...

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Main Author: Schmidt-Nicolai, Sascha Thilo
Contributors: Wagner, Uwe (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2009
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Bislang ist die Immuntherapie noch nicht als eigenständige Therapie der ersten Wahl etabliert sondern wird zusätzlich zu konventionellen onkologischen Therapien angewendet. Die vorliegende Arbeit folgt der Immun-Netzwerk-Theorie von Nils Jerne, die von der Wirksamkeit einer Impfung mit anti-idiotypischen Antikörpern (Ab2) ausgeht. Nach dieser Theorie kann eine selektive Immunisierung mit einem AB2 eine spezifische Immunantwort gegen das Antigen der Tumorzelle auslösen. Das Mammakarzinom, bei Frauen die bei weitem häufigste Krebstodesursache, hat eine Inzidenz von 100/100.000. Die Existenz von genetischen Faktoren, wie des BRCA 1 Gens, welches mit einem >60%igen Brustkrebsrisiko vor dem 50. Lebensjahr einhergeht, ist schon lange bekannt. Das von De Potter et al. (1994) und Coene et al. (1997) identifizierte 14C5-Adhäsionsmolekül wird zu 64% auf den Epithelien von invasiven duktalen Mammakarzinomen exprimiert. Es kommt nahezu bei keinem Normalgewebe vor. Wenn der 14C5 Rezeptor durch Mak 14C5 blockiert wird. verlieren dieseTumorzellen die Eigenschaft zur Invasion Wir untersuchten die Wirksamkeit der Immunisierung bei verschiedener Größe etablierter Tumore (TLC) und die der prophylaktischer Immunisierung mit ACA14C5 bei variierter Tumorzellzahl (PI). Im TLC-Versuch waren 71.4 % der Versuchstiere in deutlicher Remission oder tumorfreiem Zustand gegenüber 29 % in der Mäuse-IgG-Gruppe und 25 % in der Kontrollgruppe ohne Therapie. So konnte eine signifikante Wirkung des anti-idiotypischen Antikörpers und der positive Effekt einer unspezifischen Immunaktivierung gezeigt werden. Im PI-Versuch gab es bei der geringsten Tumorkonzentration kein Wachstum, bei der mittleren Konzentration waren die Ratten am Ende tumorfrei, nur die Tiere mit der hohen Konzentration wiesen deutliches Wachstum auf. Die Kontrollgruppen verhielten sich genau entgegengesetzt. Dieser Versuch zeigt, dass bei gezielter Präventiv-immunisierung, also Impfung, kleine Tumormengen gut beherrschbar sind. Das weist einen möglichen Weg zur Immunisierung von Hochrisikopatientinnen schon vor Auftreten des Primärtumors
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0393