Dekompression bei lumbaler Spinalstenose. Positive und negative Einflussfaktoren für den Ausgang einer Dekompressionsoperation

Die vorliegende Arbeit ist auf der Grundlage einer retrospektiven Studie von 100 Spinalstenose-Patienten entstanden, die zwischen 2002 und 2006 in der Asklepios Klinik Barmbek bzw. Schön Klinik Eilbek operativ dekomprimiert wurden. In dieser Untersuchung konnte gezeigt werden, dass bei lumbaler Spin...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Welck, Lu Tatjana
Beteiligte: Fuchs-Winkelmann, Susanne (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Orthop
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die vorliegende Arbeit ist auf der Grundlage einer retrospektiven Studie von 100 Spinalstenose-Patienten entstanden, die zwischen 2002 und 2006 in der Asklepios Klinik Barmbek bzw. Schön Klinik Eilbek operativ dekomprimiert wurden. In dieser Untersuchung konnte gezeigt werden, dass bei lumbaler Spinalstenose gewisse Faktoren als Prädiktoren für ein positives Ergebnis der Dekompressionsoperation verwendet werden können. Ein signifikant besseres Ergebnis durch die Operation wird erreicht, wenn der Patient vor der Operation in einem guten Trainingszustand ist, wenn er überwiegend oder nur über Beinschmerz klagt und über wenig oder gar keinen Rückenschmerz, wenn eine mäßiggradige (im Gegensatz zur hochgradigen) Stenose vorliegt, oder wenn auf der psychischen Summenskala (SF–36) ein höherer Punktwert erreicht wird, also keine depressive Verstimmung vorliegt. Einen nur tendenziellen negativen Einfluss auf die Beschwerdebesserung haben eine lange Anamnesedauer, ein höherer BMI, die Ausübung eines Rückenschädigenden Berufs, Vorliegen von mehr als 3 Comorbiditäten, Harninkontinenz, zentrale oder beidseitige Stenoselokalisation. Keinen prädiktiven Wert bezüglich des Operationserfolges haben das Alter, das Geschlecht, Alkohol- oder Nikotinkonsum, die präoperative Gehstrecke, Stuhlinkontinenz, Etagenanzahl der Stenose, frische EMG-Schäden oder das Durchführen einer Fusion gleichzeitig mit der Dekompression. Die Selbsteinschätzung der Patienten zeigte einen Operationserfolg in 74% der Fälle, der Oswestry Disability Index und die numerische Analogskala in 82% bzw. 79% der Fälle. Es ist also aus dieser Studie der Schluss zu ziehen, dass bei Patienten mit einer Spinalstenose eine genaue Anamnese vorgenommen werden sollte um die vorliegende Problematik und psychische Verfassung des Patienten und damit den Erfolg durch eine Dekompression abschätzen zu können. Konservative Behandlungsansätze sind grundsätzlich zuerst anzustreben, jedoch nicht über eine sehr lange Zeit, da ein längerer Anamnesezeitraum einen tendenziell schlechteren Erfolg durch Dekompression bedingt. Auch der Schmerzchronifizierung ist durch vorrausschauende Schmerztherapie vorzubeugen. Grundsätzlich sollten die Patienten darüber aufgeklärt werden, dass keine komplette Schmerzfreiheit, sondern eine Beschwerdebesserung und damit Verbesserung der Lebensqualität das Ziel einer Dekompressionsoperation ist. Und vor allem, dass die Besserung der Beschwerden sich größtenteils auf die Beinproblematik und weniger auf die Rückenproblematik bezieht.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0374