Evaluation eines neuen Thrombelastographie-Verfahrens-ROTEM (Rotationsthrombelastographie)

Durch das Rotationsthrombelastometrie System (ROTEM) erlebt die Thrombelastographie Methode (TEG) eine Renaissance als Point of Care Diagnostik zur Erkennung von Hämostasestörungen und Therapiesteuerung. In dieser Studie untersuchten wir einige Einflussgrößen und variabilitätsbestimmende Faktoren,...

Ausführliche Beschreibung

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1. Verfasser: Daraktchiev, Anton Todorov
Beteiligte: Kretschmer, Volker (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Medizin
Schlagworte:
TEG
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Durch das Rotationsthrombelastometrie System (ROTEM) erlebt die Thrombelastographie Methode (TEG) eine Renaissance als Point of Care Diagnostik zur Erkennung von Hämostasestörungen und Therapiesteuerung. In dieser Studie untersuchten wir einige Einflussgrößen und variabilitätsbestimmende Faktoren, sowie die Empfindlichkeit der Methode gegenüber einzelnen thrombozytären und plasmatischen Gerinnungsstörungen. Wir verwendeten dafür das ROTEM System mit den Tests INTEM (Aktivierung des intrinsischen Gerinnungsystems), EXTEM (Aktivierung des extrinsischen Gerinnungsystems) und NATEM (ohne Zugabe von gerinnungsaktivierende Substanzen). Die Ergebnisse wurden mit den Bestimmungen von Quick, aPTT, Fibrinogenkonzentration, Thrombozytenzahl, Hämoglobinkonzentration (Hb), Hämatokrit (Hkt) verglichen. Weiterhin wurden Methoden zur Messung der Thrombozytenfunktion zum Vergleich herangezogen. Im Einzelnen Untersuchten wir den Einfluss des Zeitintervalls zwischen Blutabnahme und Testbeginn bei Spenderblut und bei Proben von thrombozytopenischen Patienten; zwei unterschiedliche Pippetiermethoden; zwei unterschiedliche EXTEM Reagenzien; Blutverdünnung mit NaCl, Haes und PAP (plättchenarmes Plasma). Wir untersuchten auch die Sensibilität der Methode gegenüber Gerinnungsveränderungen, hervorgerufen durch Einnahme von ASS, Marcumar, Heparin, von Willebrand Syndrom, Thrombozytopenie u.a. Durch Weiterentwicklungen in Technik, Methodik und Reagenzien hat ROTEM wesentliche Fortschritte hinsichtlich einer Standardisierung des Testablaufes gemacht. Es erfüllt viele der Kriterien für eine Point-of-Care Methode. ROTEM kann allerdings die Labordiagnostik nicht ersetzen, sondern nur ergänzen, da die wichtigsten und häufigsten Hämostasestörungen damit nicht oder zumindest nicht ausreichend sicher erkannt werden können. Andererseits ist ROTEM gut geeignet, um perioperativ oder posttraumatisch entstehende Hämostasestörungen vor allem durch stärkere Blutverdünnung oder Hyperfibrinolyse (in der Arbeit nicht untersucht) schnell und ausreichend sensitiv zu erfassen, um gegebenfalls therapeutisch adäquat intervenieren zu können. Für den Einsatz von ROTEM sind aber Standards festzulegen und einzuhalten, da das Verfahren durch zahlreiche Variablen beeinflusst wird und im Einzelfall verfälschte Ergebnisse erbringen kann.