Depletion und Suppression humaner HLA-alloreaktiver T-Zellen durch CD95L-exprimierende Zellen

In dieser Arbeit wurde die Depletion alloreaktiver T-Zellen mittels CD95L exprimierender Zellen mit dem Ziel einer möglichen Anwendung von Donor-Lymphozyten-Präparaten nach allogener Stammzelltransplantation (SCT) untersucht. Die Infusion von Donor-Lymphozyten soll vor allem nach haploidenter SCT, b...

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Main Author: Jacobsen Eva-Maria
Contributors: Gemsa, Diethard (Prof. Dr.) , Müller, Susanna (Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2009
Hygiene u. Med. Mikrobiologie mit Medizinaluntersuchungsamt
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:In dieser Arbeit wurde die Depletion alloreaktiver T-Zellen mittels CD95L exprimierender Zellen mit dem Ziel einer möglichen Anwendung von Donor-Lymphozyten-Präparaten nach allogener Stammzelltransplantation (SCT) untersucht. Die Infusion von Donor-Lymphozyten soll vor allem nach haploidenter SCT, bei der hochaufgereinigte Stammzellen verabreicht werden, die benötigte Zeit der Immunrekonstitution verkürzen. Dem Ansatz, CD95L exprimierende Zellen zur Allodepletion zu verwenden, lag die Tatsache zugrunde, dass vor allem aktivierte T-Zellen sensitiv für CD95L-vermittelte Apoptose wurden, während nicht aktivierte T-Zellen eher eine Resistenz gegenüber CD95L aufwiesen. Unter Anwendung gemischter Lymphozytenkulturen zur allogenen Stimulation wurde untersucht, ob CD95L exprimierende Zellen in diesen Kultursystemen effizient Apoptose induzieren können. Dafür erfolgte die Apoptoseinduktion durch lentiviral CD95L transduzierte B-Zell-Linien oder Fibroblasten entweder simultan zur – oder sequentiell nach – allogener Aktivierung der T-Zellen. Es konnte gezeigt werden, dass sowohl allospezifische Proliferation als auch Zytotoxizität nach simultaner Aktivierung und Apoptoseinduktion durch die CD95L exprimierende B-Zell-Linie C1R-A1-CD95L vollständig inhibiert waren. Da diese Zell-Linie ausschließlich HLA-A1 spezifisch stimuliert – und Apoptose induziert, wurde hierdurch zwar die Effektivität der Apoptoseinduktion demonstriert, ohne jedoch klinisch praktikabel zu sein. Im nächsten Schritt wurde für eine potentielle klinische Anwendung ein sequentielles Kultursystem entwickelt, in dem eine EBV-transformierte B-Zell-Linie zur allogenen Stimulation verwendet und nachfolgend Apoptose durch CD95L-exprimierende Zellen induziert wurde. Auch in diesem System zeigten wir eine effektive Inhibition der Immunantwort: in vitro war keine residuale Alloreaktivität mehr nachweisbar. Der Vorteil des sequentiellen Kultursystems liegt in der universellen Einsetzbarkeit einer CD95L-exprimierenden Zell-Linie für die Depletion individueller, HLA-spezifisch stimulierter T-Zellen. Da CD4+CD25+FoxP3+ regulatorische T-Zellen (Treg) für die Unterdrückung alloreaktiver Immunreaktionen und GvHD (Graft-versus-host-disease) nach SCT von großer Bedeutung sind, wurde außerdem deren Präsenz und Funktion nach erfolgter Apoptoseinduktion analysiert. Sowohl im simultanen als auch im sequentiellen Kultursystem blieben funktionelle CD4+CD25+FoxP3+ Treg erhalten. Treg, die hier durch eine mäßiggradige CD25 Expression charakterisiert waren, erwiesen sich als resistent gegenüber CD95L vermittelter Apoptose und wurden in den Kulturen mit C1R-A1-CD95L sogar angereichert. Interessanterweise ging die Expression des Transkriptionsfaktors FoxP3, welcher für die Funktion von Treg essentiell ist, nicht konstant mit einer suppressorischen Wirkung einher. Erstmalig wurde Funktion und FoxP3-Expression nach Apoptoseinduktion untersucht und somit sichergestellt, dass es sich bei der residualen CD4+CD25+ Population tatsächlich um regulatorische T-Zellen handelte. Außerdem deuten unsere Ergebnisse auf eine antigenspezifische Funktion der erhaltenen Treg, was für eine klinische Anwendung von Bedeutung ist, da sonst das Risiko einer generellen Immunsuppression bestünde. Im Rahmen der Dissertation wurde eine Methode zur Depletion alloreaktiver T-Zellen mittels CD95L exprimierender B-Zell-Linien entwickelt, ohne dass regulatorische T-Zellen von der Apoptoseinduktion betroffen waren. Die Kombination aus selektiver Apoptoseinduktion allogen stimulierter T-Zellen und Suppression residualer Alloreaktivität durch Treg führte zu einer maximalen Effektivität des Systems und eröffnet vielversprechende Möglichkeiten für eine therapeutische Nutzung.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0210