Die Geschichte des Marburger Universitätsbundes 1920-1957

Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges gibt es Hochschulfördervereine an deutschen Hochschulen und Universitäten, die sich unter verschiedenen Bezeichnungen ab 1917 bildeten und die bis auf wenige Ausnahmen noch bis heute bestehen. Diese frühen Fördervereine verorten sich im Bereich der privaten Wisse...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Pawelletz, Jörg
Beteiligte: Krüger, Peter (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2009
Neuere Geschichte
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges gibt es Hochschulfördervereine an deutschen Hochschulen und Universitäten, die sich unter verschiedenen Bezeichnungen ab 1917 bildeten und die bis auf wenige Ausnahmen noch bis heute bestehen. Diese frühen Fördervereine verorten sich im Bereich der privaten Wissenschaftsförderung, welche sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausbildete und zunehmend an Bedeutung gewann. Den Höhepunkt der Entwicklung stellte die Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (heute Max-Planck-Gesellschaft) dar. Auch in der heutigen Zeit spielen diese Fördervereine unter den Schlagworten „fund raising“ und „Alumni-Vereinigungen“ eine wichtige Rolle im Rahmen der Hochschul- und Wissenschaftsfinanzierung. Zu den sehr früh entstandenen Fördervereinen gehört auch der am 5. Dezember 1920 gegründete Marburger Universitätsbund, dessen Geschichte in der vorliegenden Dissertation untersucht wird. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich vom Wintersemester 1917/18, in welchem erste Überlegungen und Planungen bezüglich der Gründung des späteren Fördervereins unternommen wurden, bis zum Jahre 1957, als der Neuaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschlossen war und eine neue Generation in den Vorstand des Universitätsbundes eintrat. Ziel der Arbeit ist dabei eine umfassende Darstellung der Geschichte des Marburger Universitätsbundes vor dem Hintergrund der privaten Wissenschaftsförderung und im Kontext der Marburger Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert. Da der Universitätsbund innerhalb der Marburger Universitätsgeschichte eine bedeutende oder sogar entscheidende Rolle spielte, lässt sich diese ohne eine Berücksichtigung des Universitätsbundes nicht umfassend bewerten. Diesbezüglich hat die Dissertation unter anderem für die Rede des Vizekanzlers Franz von Papen 1934 neue Erkenntnisse ergeben, die die bisherige Darstellung in der Forschung ergänzen oder widerlegen. Gemessen an seinen Zielen wird des Weiteren anhand des Marburger Universitätsbundes exemplarisch der Einfluss und die Wirkungsmöglichkeiten eines Hochschulfördervereins untersucht. Nach einem Überblickskapitel über die wichtigsten Entwicklungslinien des Universitätsbundes wird dessen Geschichte in den drei großen zeitlichen Abschnitten der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit bis 1957 analysiert. Schwerpunkte der Untersuchung sind in Bezug auf das Selbstverständnis des Universitätsbundes Aspekte der politischen Einstellung des Vorstandes und seiner Mitglieder, wie die Haltung zur Weimarer Republik und zum Nationalsozialismus und der Umgang mit der eigenen NS-Vergangenheit nach 1945 sowie einmalige Ereignisse, in die der Universitätsbund maßgeblich involviert war, wie zum Beispiel die zwei Universitätsjubiläen 1927 und 1952 oder die Unterstützung für den „Marburger Schlossplan“ ab 1930. Somit stellt die vorliegende Dissertation einen wichtigen Beitrag für die Gesamtdarstellung der Marburger Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert dar. Gleichzeitig zeigt sie am Beispiel des Marburger Universitätsbundes die Möglichkeiten und Grenzen hinsichtlich der Handlungsspielräume für einen Hochschulförderverein auf. Diese sollten somit auch in die aktuelle Diskussion zur privaten Wissenschaftsfinanzierung einfließen und die Basis für den Ausbau des „fund raisings“ oder der „Alumni-Aktivitäten“ bilden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2009.0158