Culture sensitivity, health care utilization, and disability in individuals suffering from bodily complaints – a population-based approach

Different bodily complaints are very common in the general population. For many of the most frequent bodily complaints no medical explanation can be found. Consequently they are called medically unexplained or somatoform. Somatoform complaints constitute the core symptoms of somatoform disorders....

Full description

Saved in:
Bibliographic Details
Main Author: Mewes, Ricarda
Contributors: Rief, Winfried (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:English
Published: Philipps-Universität Marburg 2009
Psychologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
Tags: Add Tag
No Tags, Be the first to tag this record!
Table of Contents: Körperliche Beschwerden verschiedener Art kommen sehr häufig in der Allgemeinbevölkerung vor und sind in vielen Fällen nicht auf eine eindeutige medizinische Ursache zurück zu führen. Nicht organisch erklärbare körperliche Beschwerden werden als somatoforme Symptome bezeichnet und bilden die Kernsymptome somatoformer Störungen. Diese gehören zu den häufigsten psychischen Störungen in Deutschland und Europa und sind mit erhöhtem Leiden und verstärktem Krankheitsverhalten verbunden. In diesem publikationsbasierten Cumulus werden drei Studienfelder und drei darauf basierende Studien vorgestellt, die eine sehr wichtige Rolle bei der Untersuchung körperlicher Beschwerden und somatoformer Störungen spielen: 1. Kultursensitivität, 2. Inanspruchnahmeverhalten und 3. Beeinträchtigung. Zu 1. Der kulturelle Hintergrund beeinflusst die Wahrnehmung körperlicher Symptome, die Art der am häufigsten vorkommenden Symptome und die Symptompräsentation vor anderen Personen. Obwohl ca. 19% der in Deutschland lebenden Personen einen anderen kulturellen Hintergrund haben (d. h. Migranten), ist ihre psychische Gesundheit noch kaum untersucht. Im ersten Artikel in diesem Cumulus wurde untersucht, inwiefern zwei der am häufigsten eingesetzten Fragebögen zur Messung von somatoformen Störungen und Depressionen bei Deutschen und in Deutschland lebenden Migranten das Gleiche messen (Messinvarianz). Messinvarianz ist eine wichtige Vorraussetzung für die Interpretation von Studien im Bereich der Migrationsforschung. Messinvarianz konnte für beide Fragebögen bestätigt werden. Zu 2. Somatoforme Störungen sind mit einer erhöhten Inanspruchnahme medizinischer Leistungen verbunden. Bisher ist der Einfluss psychischer Faktoren auf das Inanspruchnahmeverhalten kaum untersucht. Des Weiteren wurden bislang vor allem selektierte Stichproben analysiert. Der zweite Artikel in diesem Cumulus untersucht Prädiktoren für das Inanspruchnahmeverhalten in der deutschen Allgemeinbevölkerung, in einer Sub-Gruppe von Personen mit vielen somatoformen Beschwerden und einer Sub-Gruppe mit wenigen somatoformen Beschwerden. Die Intention, beim hypothetischen Vorliegen gewisser Beschwerden einen Arzt aufzusuchen wurde in die Analysen mit einbezogen. Es zeigte sich in allen drei Gruppen die gleichen Prädiktoren für die Arzt-Inanspruchnahme. Die Intention, einen Arzt aufzusuchen war neben der Anzahl und Schwere der körperlichen Beschwerden, der psychischen Gesundheit und der Berufstätigkeit der wichtigste Prädiktor. Zu 3. Die Beeinträchtigung durch Beschwerden ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Diagnose psychischer Störungen. Beeinträchtigung ist dabei definiert als eine Einschränkung oder die fehlende Möglichkeit, etwas so auszuführen wie es für einen Menschen normal ist. Bisher ist aber nicht untersucht worden, wo der Normalbereich bei der Beeinträchtigung durch körperliche Beschwerden liegt. Im dritten Artikel dieses Cumulus wird ein Fragebogen zur Erfassung von Beeinträchtigung durch körperliche Beschwerden in einer repräsentativen Stichprobe evaluiert und Normwerte für Personen mit mindestens einer körperlichen Beschwerde präsentiert. Diese Ergebnisse können zur Einordnung der Beeinträchtigung klinischer Gruppen herangezogen werden. Außerdem wird der Einfluss von Beeinträchtigung auf das Inanspruchnahmeverhalten untersucht. Abschließend werden die Ergebnisse der drei Artikel zusammenfassend diskutiert und ein Ausblick auf weitere Studienmöglichkeiten gegeben.