Restrained Eating im Zusammenhang mit dem Leptin- und Insulinserumspiegel bei einem untergewichtigen Probandenkollektiv

Der Begriff Restrained Eating wurde 1975 erstmalig in die Literatur eingeführt. Restrained Eating bezeichnet eine kognitive Kontrolle der Nahrungsaufnahme und eine Übersteuerung physiologischer Hunger- und psychologischer Appetenzsignale mit dem Ziel, durch die geringe Kalorienzufuhr eine Gewichtsre...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Schenk, Eva-Maria
Beteiligte: Hebebrand, Johannes (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Nervenheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Der Begriff Restrained Eating wurde 1975 erstmalig in die Literatur eingeführt. Restrained Eating bezeichnet eine kognitive Kontrolle der Nahrungsaufnahme und eine Übersteuerung physiologischer Hunger- und psychologischer Appetenzsignale mit dem Ziel, durch die geringe Kalorienzufuhr eine Gewichtsreduktion und / oder Gewichtskonstanz zu erlangen. Es existieren mehrere Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Konstrukt Restrained Eating und dem Hormon Leptin zeigen. So fanden von Prittwitz et al. (1997) in ihrer Studie heraus, dass bei untergewichtigen Personen mit Restrained Eating ein signifikanter Zusammenhang zu deren Leptinserumspiegel besteht. Sie konnten nachweisen, dass die Untergruppe von weiblichen untergewichtigen Restrained Eatern niedrigere Leptinserumspiegel hat als die der weiblichen untergewichtigen Unrestrained Eater. Zwischen den Gesamtkohorten (weibliche und männliche Probanden) der Restrained und Unrestrained Eater gab es jedoch keinen signifikanten Unterschied. Die vorliegende Dissertation hat das Ziel die Ergebnisse von von Prittwitz et al. (1997) anhand einer unabhängigen Kohorte von 121 untergewichtigen Personen (n = 84 Frauen; n = 37 Männer; ≤ 15. BMI Perzentile) zu überprüfen. Als Kontrollgruppe wurden 100 normalgewichtige Personen (n = 72 Frauen; n = 28 Männer; 40. - 60. BMI Perzentile) rekrutiert. Dies ergab eine Gesamtgruppe von 156 Frauen und 65 Männern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Anhand des Fragebogens zum Essverhalten wurde bei allen Probanden das Konstrukt „Restrained Eating“ abgefragt. Die Haupthypothese der Dissertation ist, dass untergewichtige Restrained Eater niedrigere Leptinserumspiegel als untergewichtige Unrestrained Eater aufweisen. Da in der Literatur ebenfalls ein Zusammenhang zwischen Restrained Eating und dem Insulinspiegel beschrieben wurde, ist die Zweithypothese, dass untergewichtige Restrained Eater niedrigere Insulinspiegel haben als untergewichtige Unrestrained Eater. Bei Betrachtung der Ergebnisse konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens der untergewichtigen Probandengruppe und Leptin gefunden werden; r = 0.083, p = 0.368. Teilt man die Gruppe der Untergewichtigen in Frauen und Männer auf, so konnte weder für die Gruppe der weiblichen Untergewichtigen (r = - 0.129, p = 0.243) noch für die Gruppe der männlichen Untergewichtigen (r = 0.116, p = 0.496) ein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens und Leptin gefunden werden. Nach durchgeführter Adjustierung für BMI ließ sich jedoch ein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens und Leptin in der weiblichen untergewichtigen Probandengruppe darstellen (r = 0.504, p = 0.033). Zur Belegung unserer Zweithypothese untersuchten wir den Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens der untergewichtigen Probandengruppe und dem Insulinspiegel. Dabei konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens der untergewichtigen Probandengruppe und dem Insulinspiegel gefunden werden (r = - 0.026, p = 0.783). Auch die getrennte Betrachtung von weiblichen und männlichen untergewichtigen Probanden in Bezug auf die kognitive Kontrolle des Essverhaltens und den Insulinspiegel ergab keine signifikanten Zusammenhänge (r = 0.119, p = 0.291 für die weiblichen Probanden ; r = 0.084, p = 0.647 für die männlichen Probanden). Zusammenfassend muss man aus den Ergebnissen schließen, dass weder die in der vorliegenden Dissertation aufgestellte Haupthypothese über den Zusammenhang zwischen Leptin und der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens bei einem untergewichtigen Probandenkollektiv, noch die aufgestellte Zweithypothese über den Zusammenhang zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens bei einem untergewichtigen Probandenkollektiv bestätigt werden konnte. Einzig nach der Adjustierung für BMI ließ sich ein signifikantes Ergebnis zwischen der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens und Leptin bei dem weiblichen untergewichtigen Probandenkollektiv darstellen.. Weitere Studien zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Restrained Eating und dem Leptin- und Insulinserumspiegel wären hilfreich, diese Fragen eindeutig zu beantworten. Solche Studien sollten eine grössere Anzahl an Patienten einschliessen und potentielle Vereitelungen durch BMI und Körperfett% berücksichtigen.