Die Bestimmung des Wachstumsspurtes anhand der Entwicklung der Halswirbel als Kriterium für die skelettale Reife.

In dieser Studie sollte der Zusammenhang zwischen dem Auftreten des puberalen Wach-stumsspurts und dem skelettalen Entwicklungsstand der Halswirbelkörper untersucht werden. Der Entwicklungsstand der Halswirbelkörper wurde dazu zum einem mit der Methode nach Lamparski und zum anderen mit der einen Re...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Dietz-Magel,Michael
Beteiligte: Dibbets, J.M.H. (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:In dieser Studie sollte der Zusammenhang zwischen dem Auftreten des puberalen Wach-stumsspurts und dem skelettalen Entwicklungsstand der Halswirbelkörper untersucht werden. Der Entwicklungsstand der Halswirbelkörper wurde dazu zum einem mit der Methode nach Lamparski und zum anderen mit der einen Regressionsansatz benutzenden Methode von San Roman bestimmt. Bei der Methode von San Roman werden die ver-schiedenen Merkmale der Wirbelkörper (Form, Konkavität und Höhe) getrennt erfasst. Zusätzlich wurde ein während der Wirbelkörperentwicklung auftretender Ossifiaktions-punkt untersucht, der im der im Laufe der Entwicklung mit dem Wirbelkörper verschmilzt. Die Untersuchung wurde an Fernröntgenseitenbilder (FRS) zweier longitudinaler Studien aus Groningen (Niederlande) ausgeführt. Die insgesamt 1538 Aufnahmen lagen in Form von digitalisierten FRS vor. Die Form der Wirbelkörper wurde auf dem Bildschirm ent-sprechend den beiden Methoden beurteilt und zusätzlich der Ossifikationspunkt erfasst. Bei einem Teil der FRS war das anhand von Handröntgenaufnahmen bestimmte skelettale Alter nach Greulich und Pyle bekannt. Die Unterkieferlänge (Artikulare-Pogonion) war bei allen FRS schon ausgemessen worden. Die Reliabilität wurde anhand einer Wiederholungsbestimmung bei 30 Probanden für die beiden Methoden und der Entwicklung des Ossifikationspunktes bestimmt. Ergebnisse: 1) Anhand der Handröntgenaufnahmen wurden die FRS ausgewählt, bei denen die Probanden am Beginn des Wachstumsspurts standen (erstes Auftreten des Sesam-beins). In dieser Gruppe befanden sich 75% aller Jungen in den Stadien 3 und 4 nach Lamparski und 72,5% aller Mädchen in den Stadien 2 und 3. 2) Zum Beginn des Wachstumsspurts ergeben sich bei einer getrennten Betrachtung der Wirbelkörpermerkmale (Methode San Roman bzw. Ossifikationspunkt). Die folgenden Werte. Konkavität: 87,6% der männlichen Probanden zeigten die Stadien 2 oder 3, während bei den weiblichen die Stadien 1 (22,5%) und 2 (50 %) auftraten. Höhe: Sowohl bei den männlichen wie den weiblichen Probanden traten nur die Stadien 1 und 2 auf. Form: Das Stadium 3 trat bei 62,5% der männlichen und 70% der weiblichen Probanden auf. 3) Bei nahezu allen Probanden der beiden Geschlechter ist zum Beginn des Wachstumsspurts der Ossifikationspunkt nicht sichtbar oder beginnt sich erst zu auszubilden. 4) Mit der Hilfe einer multiplen linearen Regression wurde der Zusammenhang zwi-schen skelettalen Alter und den Entwicklungsstadien der Halswirbel untersucht. Bei Berücksichtigung aller Variablen (Konkavität, Form, Höhe, Ossifikationspunkt) ist die erklärte Varianz des skelettalen Alters (R²-Wert) am höchsten (m: 0,78; w: 0,84), doch auch bei der Reduktion auf 1 oder 2 berücksichtigte Variablen werden hohe R²-Werte erreicht. Die einzelnen Variablen zeigen also untereinander eine starke Korrelation. 5) In Bezug auf die weitere Entwicklung von früh bzw. spätreifen Probanden zeigte sich, dass bei den Spätreifen auch im weiteren Verlauf eine deutliche Tendenz zur Entwicklungsverzögerung vorlag. Umgekehrt war etwa bei der Hälfte der Frührei-fen die Entwicklung beschleunigt; bei den übrigen Frühreifen hatte sich die Ent-wicklung normalisiert. 6) Anhand der Unterkieferlängenänderung ließ sich ein Wachstumsspurt nur bei 12 Probanden eindeutig festlegen. Dabei zeigte sich, das bei einer Hälfte der Proban-den der mandibuläre Wachstumsspurt während der Stadien 1 und 2 nach Lamparski stattfindet, bei der anderen Hälfte während der Stadien 3 und 4.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0992