Die Konsequenzen der Sprachstruktur für die Verfestigung sozialer Ungleichheit in der koreanischen Gesellschaft: Unter besonderer Berücksichtigung neokonfuzianischer Einflüsse

Die Dissertation thematisiert am Beispiel Korea einen kulturellen Aspekt sozialer Ungleichheit, der im Zusammenhang mit Bedingungs- und Wirkungsverhältnissen zwischen Gesellschaftsformationen und Kommunikationsformen in einer Phase des Modernisierungsprozesses steht. In der koreanischen Grammatik g...

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Main Author: Choi, Young-Don
Contributors: Schweitzer, Hartmut (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2008
Soziologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Die Dissertation thematisiert am Beispiel Korea einen kulturellen Aspekt sozialer Ungleichheit, der im Zusammenhang mit Bedingungs- und Wirkungsverhältnissen zwischen Gesellschaftsformationen und Kommunikationsformen in einer Phase des Modernisierungsprozesses steht. In der koreanischen Grammatik gibt es nämlich verschiedene Sprechstufen, die exakte vertikale Rangdifferenzierung jedes Einzelnen auch in großen Gruppen ermöglichen. Dieses Sprachsystem der abgestuften Höflichkeit im Koreanischen ist vor allem durch die sozial geregelte ungleiche Verteilung der Verwendung unterschiedlicher Formen der Verben und weiteren Satzbauelementen, zum Beispiel Selbst- und Fremdbezeichnungen, Adjektive und Nomen etc., charakterisierbar. Vor diesem Hintergrund lässt sich der Inhalt meiner Dissertation folgendermaßen zusammenfassen: 1. Die Grammatik der koreanischen Sprache hat ihre heutige Form durch die Zeit der neokonfuzianischen Joseon-Dynastie (1392-1910); 2. Die vertikale Rangdifferenzierung in der Sprache konstituiert Über- und Unterordnungsverhältnisse in der Gesellschaft. Die rangbezogene koreanische Sprachstruktur spielt bei der Entwicklung der modernen Demokratie eine hemmende Rolle. 3. Die Entwicklung von der vormodernen Gesellschaft zur modernen war in Korea rasant. Die Phase der Aufklärung fand nicht statt; 4. Die Sprache und ihre hierarchischen Eigenschaften gelten den meisten Koreanern als unantastbare nationale Institutionen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0919