Strahlenexpositionswerte in der Röntgendiagnostik - eine Analyse ausgewählter Untersuchungsverfahren nach Einführung von diagnostischen Referenzwerten

Um das Ausmaß der Strahlenexposition in der Röntgendiagnostik besser beurteilen und vergleichen zu können, kam es im Zuge der Patientenschutzrichtlinie EURATOM 97/43 zu einer europaweiten Einführung diagnostischer Referenzwerte. Als geeignete Messgröße zur Erfassung der Strahlenexposition wurde dabe...

Ausführliche Beschreibung

Gespeichert in:
Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Bliemel, Christopher Franz Randolf Peter
Beteiligte: Klose, Klaus Jochen (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Radiologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
Tags: Tag hinzufügen
Keine Tags, Fügen Sie den ersten Tag hinzu!
Beschreibung
Zusammenfassung:Um das Ausmaß der Strahlenexposition in der Röntgendiagnostik besser beurteilen und vergleichen zu können, kam es im Zuge der Patientenschutzrichtlinie EURATOM 97/43 zu einer europaweiten Einführung diagnostischer Referenzwerte. Als geeignete Messgröße zur Erfassung der Strahlenexposition wurde dabei das Dosisflächenprodukt empfohlen. Mit Hilfe eines Schädelphantoms wurde anhand von zwei verschiedenen Aufnahmesystemen (Röntgenbildverstärker, Flat Panel Detektor) der Einfluss von Änderungen der Belichtungsparameter (Röhrenspannung, Filterung, Einblendung) auf das Dosisflächenprodukt untersucht. Bei Verwendung unterschiedlicher Einblendungs- und Kassettenformate wurden durch Erhöhung der Aufnahmespannung Dosisreduktionen zwischen 21,05% und 38,84% erzielt. Eine Steigerung der Filterung von 0,1mm auf 0,3mm führte zu einem prozentualen Rückgang des Dosisflächenprodukts zwischen 29,64% und 35,30%. Bei organangepasster Einblendung wurden Dosisreduktionen bis zu 53,25% gemessen. Der Vergleich der Strahlenexpositionswerte beider Aufnahmesysteme zeigte keinen signifikanten Unterschied. Im zweiten Teil der Dissertationsarbeit wurden Röntgenaufnahmen der Thoraxorgane in zwei Ebenen untersucht. An einem Kollektiv von 41 Patienten (24 Männer und 17 Frauen) wurde dargestellt, dass die aktuell gültigen diagnostischen Referenzwerte bei allen gemessenen Untersuchungen eingehalten wurden. Die erhobenen Dosiswerte unterlagen dabei einer erheblichen Variationsbreite. Zudem wurde der Einfluss anthropometrischer Merkmale (Alter, Geschlecht, Körpergröße und -gewicht, Body Mass Index, Patientendurchmesser) auf die Entwicklung des Dosisflächenprodukts analysiert. Während der BMI, das Körpergewicht und der Patientendurchmesser signifikant mit der Strahlenexposition bei radiologischen Untersuchungen des Thorax korrelierten, zeigten das Alter und die Körpergröße bei dem betrachteten Patientengut keinen Einfluss auf die Strahlendosis. Bei beiden Geschlechtern zeigten sich lediglich kleine Unterschiede in der Rangfolge der Variablen BMI und Körpergewicht in Bezug auf eine Korrelation mit der gemessenen Strahlendosis.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0892