Einfluss verschiedener endexspiratorischer Drücke auf den Gasaustausch von pädiatrischen und erwachsenen Patienten unter Verwendung der ProSeal®-Kehlkopfmaske für die kontrollierte Beatmung in der Allgemeinanästhesie

Hintergrund Es ist bekannt, dass unter Allgemeinanästhesie und druckkontrollierter Beatmung ohne PEEP der pulmonale Gasaustausch aufgrund von kollabierten terminalen Bronchioli und Atelektasenbildung eingeschränkt ist. Es konnte gezeigt werden, dass bei bestimmten Patienten ein „Recruitment“-Manöv...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Röttger, Christine
Beteiligte: Goldmann, Kai (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Hintergrund Es ist bekannt, dass unter Allgemeinanästhesie und druckkontrollierter Beatmung ohne PEEP der pulmonale Gasaustausch aufgrund von kollabierten terminalen Bronchioli und Atelektasenbildung eingeschränkt ist. Es konnte gezeigt werden, dass bei bestimmten Patienten ein „Recruitment“-Manöver und ein moderater PEEP notwendig sind, um kollabierte Lungenareale wieder zu eröffnen bzw. offenzuhalten. Diese Erkenntnisse beruhen ausschließlich auf Studien mit dem Endotracheal-Tubus (ETT). Seit 2000 ist die ProSeal®-Larynxmaske (PLMA) als supraglottischer Atemweg mit einer optimierten anatomischen Passform, die zu einer höheren Dichtigkeit führt, im Handel erhältlich. Der höhere P-leak macht es eventuell möglich, einen PEEP von 5 cm H2O oder sogar einen erhöhten PEEP von 8 cm H2O zu applizieren. Dies könnte bei Einsatz der Larynxmaske genutzt werden, um eine messbare Verbesserung des pulmonalen Gasaustausches, gemessen am PaO2, im Vergleich zur Beatmung ohne PEEP zu erreichen. Methoden Um diesen Sachverhalt zu untersuchen, wurden 20 pädiatrische Patienten im Alter von 55 (27-89) Monaten, mit einem Gewicht von 18 (13–24) kg, ohne Vorerkrankungen, im Rahmen eines elektiven operativen Eingriffs unter Verwendung der ProSeal®-Larynxmaske entweder ohne PEEP oder mit einem PEEP von 5 cm H2O druckkontrolliert beatmet. Sämtliche übliche Respiratoreinstellungen und die Narkoseverfahren (Propofol, Remifentanil, keine Muskelrelaxantien) waren standardisiert. Für eine Dauer von 20 Minuten wurde ein FiO2 von 1,0 angewandt. 60 Minuten nach der Einleitung wurde allen Patienten unter einem FiO2 von 0,3 eine arterielle BGA entnommen. Im Anschluss wurden 74 erwachsene, anästhesierte Patienten, ohne Nikotinanamnese, im Alter von 37 Jahren [18-69] mit einem BMI von 24 [14-30] unter Verwendung der ProSeal®-Larynxmaske ohne PEEP, mit einem PEEP von 5 cm H2O oder mit einem erhöhten PEEP von 8 cm H2O druckkontrolliert beatmet. Narkose- und Respiratorverfahren waren in gleicher Weise standardisiert. 50 Minuten nach Anästhesieeinleitung wurde allen Patienten bei einem FiO2 von 0,3 eine arterielle BGA entnommen. Ergebnisse Alle Studiengruppen waren in Bezug auf die demografischen Daten, das An-ästhesieverfahren und die Beatmungsparameter untereinander vergleichbar. Bei allen Patienten konnte der durch Randomisierung festgelegte endexspiratorische Druck (EEP) appliziert werden, ohne dass der Atemwegsspitzendruck den Leckagedruck überschritt. In der Untersuchung an pädiatrischen Patienten lag der PaO2 der mit einem PEEP von 5 cm H2O beatmeten Patienten signifikant höher (p=0,001) als der PaO2 der ohne PEEP beatmeten Patienten: EEP PaO2 [cm H20] [mmHg] Gruppe 1 (n = 10) 0 143 ± 13 Gruppe 2 (n = 10) 5 166 ± 12 Alle Patienten konnten unter Erhalt normokapnischer PaCO2-Werte ventiliert werden. Bezüglich des PaO2 und PaCO2 fanden sich im Rahmen der Untersuchung an erwachsenen Patienten keine signifikanten Unterschiede: EEP PaO2 PaCO2 [cm H20] [mmHg] [mmHg] Gruppe 1 (n = 9) 0 139 ± 28 42 ± 5 Gruppe 2 (n = 9) 5 145 ± 21 41 ± 2 Gruppe 3 (n = 23) 5 131 ± 24 43 ± 3 Gruppe 4 (n = 22) 8 139 ± 24 41 ± 3 Schlussfolgerungen Die ProSeal®-Larynxmaske lässt sich zur zuverlässigen Applikation von PEEP-Werten bis zu 5 cm H2O bei lungengesunden und normalgewichtigen pädiatrischen Patienten und bis zu 8 cm H2O bei lungengesunden und normalgewichtigen erwachsenen Patienten unter druckkontrollierter Beatmung im Rahmen der Allgemeinanästhesie verwenden. Bei pädiatrischen Patienten, aber nicht bei erwachsenen Patienten, führt der Einsatz eines PEEP zu einer Verbesserung des pulmonalen Gasaustausches, gemessen an PaO2 und PaCO2.