Die Kurzzeitstabilität von BNP und NTproBNP in der Präanalytik

Fragestellung: Es ist bekannt, dass das B-Typ natriuretische Peptid (BNP) und das N-terminale proBNP (NTproBNP) für die Diagnose der Herzinsuffizienz sowie einer linksventrikulären Dysfunktion geeignet sind. Die BNP-Bestimmung hat dabei eine Sensitivität von 97% und einen negativen prädiktiven Wert...

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Main Author: Dillmann, Anna Christina
Contributors: Wahl, Hans-Günther (Dr. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2008
Medizin
Subjects:
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Description
Summary:Fragestellung: Es ist bekannt, dass das B-Typ natriuretische Peptid (BNP) und das N-terminale proBNP (NTproBNP) für die Diagnose der Herzinsuffizienz sowie einer linksventrikulären Dysfunktion geeignet sind. Die BNP-Bestimmung hat dabei eine Sensitivität von 97% und einen negativen prädiktiven Wert von 96%. Bezüglich der in vitro-Stabilität weiß man, dass NTproBNP über 48 Stunden stabiler ist als BNP. Darüber hinaus wurde jedoch noch nichts über die Kurzzeitstabilität (0 Minuten bis 24 Stunden nach Blutentnahme) der beiden Peptide beschrieben. Dies ist vor allem von besonderem Interesse, da Blutproben in den meisten Fällen nicht direkt nach der Entnahme laborchemisch untersucht werden. Während der Lagerung kann es dann zu Konzentrationsänderungen kommen. Material und Methoden: Es wurden von 24 Probanden Blutproben in jeweils sechs EDTA-, zwei Heparin- und ein Serum-Röhrchen entnommen. Bei drei Probanden wurde zusätzlich ein Glas-Vacutainer gefüllt. Die Gruppe der Probanden setzte sich zusammen aus vier Herzgesunden, vier herzinsuffizienten Patienten ohne Symptomatik, zwei Patienten mit deutlichen Symptomen einer Herzinsuffizienz, drei intensivpflichtigen Patienten und elf Dialysepatienten. Die EDTA-Monovetten wurden aufgeteilt in zwei mit dem Zusatz von Aprotinin, zwei wurden als Vollblut belassen und zwei wurden zu Plasma weiterverarbeitet. Die Hälfte aller Probengefäße wurde bei 4°C aufbewahrt, die andere Hälfte sowie die Serum-Monovetten und Glas-Vacutainer wurden bei Raumtemperatur gelagert. Die BNP- und NTproBNP-Konzentrationen wurden dann zu den Zeitpunkten 0 min. (direkt nach der Blutentnahme), 15 min., 30 min., 60 min., 120 min., 240 min., 360 min., 720 min. und 1440 min. bestimmt. Die Messungen erfolgten mit dem ADVIA Centaur der Firma Bayer (BNP) bzw. mit dem Elecsys 2010 der Firma Roche Diagnostics (NTproBNP). Beide Geräte verwenden einen chemilumineszenz immuno assay zur Ermittlung der Peptidkonzentration. Ergebnisse: NTproBNP war während der gesamten Untersuchungsperiode (0 bis 24 Stunden) deutlich stabiler als BNP. Dabei spielte das verwendete Blutentnahmeröhrchen keine ausschlaggebende Rolle. Die BNP-Konzentrationen zeigten sich am stabilsten in EDTA-Plasma und -Vollblut. Am Ende der Messzeitpunkte waren darin noch 70 bis 90% des anfänglichen BNP zu messen. Eine Kühlung auf 4°C war dabei von unwesentlicher Bedeutung. Die Zugabe von Aprotinin hatte keinen gravierenden Effekt auf die Stabilität der Peptide. Ein deutlicher Abfall der BNP-Konzentration war in Heparin- und Serum-Röhrchen sowie den Glas-Vacutainern zu beobachten. Nach 24 Stunden waren die Peptidkonzentrationen in beiden letzteren um 65 bis 85% abgefallen. Auch für NTproBNP zeigte sich kein signifikanter Stabilitätsunterschied zwischen den Proben, die bei 4°C und denen, die bei Raumtemperatur aufbewahrt worden waren. Ebenso blieb die Zugabe von Aprotinin ohne wesentliche Bedeutung. Zusammenfassung: Zur Bestimmung von BNP- oder NTproBNP-Konzentrationen in der Routinediagnostik sollte Blut in EDTA-Röhrchen abgenommen werden. Die Proben können dann, falls notwendig, mehrere Stunden ohne Zentrifugation weiter aufbewahrt werden. In jedem Fall sollten PET-Röhrchen anstelle von Glasbehältern verwendet werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0583