Zusammenhang zwischen schlafbezogenen Atmungsstörungen (OSA) und nächtlichen myokardialen Ischämien bei Patienten mit KHK

Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) haben ein erhöhtes Risiko für Mortalität und Morbidität, welches auf Begleiterkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zurückgeführt werden kann. OSA tritt mit einer Häufigkeit von 30-40 % bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) auf. Ziel dieser Arbe...

Ausführliche Beschreibung

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1. Verfasser: Dette, Frank Gerhard
Beteiligte: Köhler, Ulrich (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) haben ein erhöhtes Risiko für Mortalität und Morbidität, welches auf Begleiterkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zurückgeführt werden kann. OSA tritt mit einer Häufigkeit von 30-40 % bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) auf. Ziel dieser Arbeit war es, bei Patienten mit KHK einen Zusammenhang zwischen nächtlichen myokardialen Ischämien und zeitlich vorausgegangenen Phasen gestörter Atmung zu objektivieren. Methoden: Bei allen Patienten wurde eine zeitlich synchronisierte Messung von 12-Kanal-EKG (WelchAllyn CardioPerfect Holter-ECG) und Polygraphie (SOMNOcheck WM 94100, Weinmann) unter stationären Bedingungen durchgeführt. Die Daten von 19 Studienteilnehmern konnten in die Endauswertung einbezogen werden. 12 der 19 Patienten hatten eine 3-Gefäss-, 6 eine 2-Gefäss- und 1 Patient hatte eine 1-Gefäss-KHK. Die Patienten wiesen ein mittleres Alter von 64,1 Jahren auf (Bereich 45 bis 79 Jahren) und hatten einen mittleren Body-Mass-Index (BMI) von 29,46 (Bereich 22,7 bis 36,8). 16 Patienten hatten eine arterielle Hypertonie, 15 eine Hyperlipoproteinämie, 7 einen Diabetes mellitus, 11 waren aktive oder ehemals aktive Raucher. Ergebnisse: Bei 7 Patienten (36,8 %) konnte ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) von mehr als 20 objektiviert werden (Bereich 21 bis 58), ein AHI zwischen 10 und 20 (Bereich 11 bis 19) wurde bei 3 Patienten errechnet. Bei 8 Patienten konnten insgesamt 13 Phasen myokardialer Ischämie mit einer durchschnittlichen Dauer von 7,5 Minuten (Bereich 1 Minute bis 79 Minuten) nachgewiesen werden. 3 der 8 Patienten hatten einen AHI >20, 1 Patient hatte einen AHI zwischen 10 und 20 und 4 Patienten einen AHI <10. Die nächtlichen myokardialen Ischämien konnten bei 3 Patienten mit 2-Gefäss-KHK und bei 5 Patienten mit 3-Gefäss-KHK objektiviert werden. Bei 11 von 13 Phasen myokardialer Ischämie war es zu zeitlich vorangegangener Entsättigung als Folge von Apnoe oder Hypopnoe gekommen. Bei 2 von 13 Ischämiephasen konnte kein zeitlicher Zusammenhang mit vorangegangener Hypoxie hergestellt werden. Eine besonders relevante Häufung von Apnoe- oder Hypopnoephasen vor myokardialer Ischämie konnte nicht nachgewiesen werden. Schlussfolgerung: Der von uns gemutmaßte Zusammenhang zwischen Apnoe- und Hypopnoehäufigkeit, Ausprägung der Sauerstoffentsättigung sowie dem Auftreten myokardialer Ischämie konnte nicht bewiesen werden. Pathophysiologische Faktoren wie REM-Schlaf und sympathovagales Gleichgewicht müssen berücksichtigt werden.