Vergleich von Sufentanil mit S(+)-Ketamin zur Supplementierung einer total-intravenösen Anästhesie mit Propofol

Das Ziel der vorgelegten Studie war es, die klinische Durchführbarkeit und das Management einer TIVA mit Propofol und Ketamin anhand der eventuell auftretenden Nebenwirkungen mit einer Standard-TIVA aus Propofol und Sufentanil zu vergleichen. Hierzu wurden 120 Patienten (n=120) der ASA-Gruppen I-III...

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Main Author: Bepler, Sven Peter
Contributors: Eberhart, Leopold (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2008
Operative Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Das Ziel der vorgelegten Studie war es, die klinische Durchführbarkeit und das Management einer TIVA mit Propofol und Ketamin anhand der eventuell auftretenden Nebenwirkungen mit einer Standard-TIVA aus Propofol und Sufentanil zu vergleichen. Hierzu wurden 120 Patienten (n=120) der ASA-Gruppen I-III, die sich im Bezug auf die demographische Zusammensetzung, Alter, Körpergröße und Gewicht nicht unterschieden, randomisiert einer der beiden Untersuchungsgruppen zugeordnet und erhielten während ihres operativen Eingriffs entweder eine TIVA aus Propofol/Ketamin (Gruppe A) oder eine TIVA aus Propofol/Sufentanil (Gruppe B). Die Patienten aus Gruppe A berichteten zwar häufiger über Traumerlebnisse als die Patienten aus Gruppe B, jedoch waren diese Träume nicht häufiger negativ besetzt, die Akzeptanz des Narkoseverfahrens war in beiden Gruppen gut und gleich hoch. Die intraoperative Steuerbarkeit beider Narkoseverfahren unterschied sich zwar in der häufigeren Notwendigkeit der antihypotensiven Intervention in Gruppe B, jedoch lag der Unterschied letztlich im nichtsignifikanten Niveau. Hinsichtlich der Wiederherstellung der kognitiven Fähigkeiten und der Verlegbarkeit aus dem Aufwachraum unterschieden sich beide Gruppen nicht. Bei einem vergleichbaren Ausgangsrisiko für PONV berechnet nach dem Apfel- Score, traten Übelkeit und Erbrechen in Gruppe A seltener auf, legt man den Schweregrad der Ausprägung zugrunde, zeigte sich eine Signifikanz auf dem 2%-Level (p=0,016). Ketamin reduziert somit im Vergleich zu Sufentanil wirkungsvoll die Inzidenz von PONV. Der postoperative Schmerzmittelbedarf lag in der Ketamingruppe niedriger, war jedoch nicht signifikant unterschiedlich (p=0,18). Die Kombination aus Propofol/Ketamin ist im Bezug auf die erzielte Analgesie als gleichwertig anzusehen und bei verbessertem Nebenwirkungsprofil für Patienten zu empfehlen, bei denen Opiate vermieden werden müssen. Gleichzeitig stabilisiert die Kombination aus Propofol und Ketamin die Kreislaufsituation während der Narkose und kann somit auch für Patienten empfohlen werden, die eine eher hypotone Kreislaufsituation aufweisen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0534