Expression antimikrobieller Peptide in Bronchialkarzinomen

Antimikrobielle Peptide (AMPs) sind Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems. Sie werden in Epithel- und Abwehrzellen exprimiert. AMPs inaktivieren Mikroben und beeinflussen zelluläre Prozesse, wie Angiogenese, Entzündungen und Zellwachtum. Daraus ergibt sich, dass AMPs auch eine Rolle in der B...

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Main Author: Reimer, Dietlind
Contributors: Bals, Robert (Prof. Dr. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2008
Innere Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Antimikrobielle Peptide (AMPs) sind Effektormoleküle des angeborenen Immunsystems. Sie werden in Epithel- und Abwehrzellen exprimiert. AMPs inaktivieren Mikroben und beeinflussen zelluläre Prozesse, wie Angiogenese, Entzündungen und Zellwachtum. Daraus ergibt sich, dass AMPs auch eine Rolle in der Biologie von Tumoren spielen können. Defensine und Cathelizidine sind AMPs, die in der Lunge exprimiert werden und so möglicherweise auch in Lungenkarzinomen. Ziel dieser Arbeit war, zu untersuchen, ob AMPs in Lungenkarzinomen exprimiert werden. Die Versuche erfolgten an nichtkleinzelligen (NSCLC) und kleinzelligen (SCLC) Bronchialkarzinomschnitten mittels immunhistochemischer Methoden. Dabei wurde die Farbreaktion der Antikörper LL-37, hBD-1, hBD-2, FPRL-1, Ki-67 und HLA quantitativ und qualitativ ausgewertet. Die Arbeit zeigt, dass AMPs in NSCLC exprimiert werden. hBD-1 wurde in 91%, hBD-2 in 38% und LL-37 in 55% nachgewiesen. In SCLC werden keine AMPs exprimiert. Bei positivem Nachweis von LL-37, hBD-2 und vor allem hBD-1 konnte eine vermehrte Anzahl von dendritischen Zellen (DC) sowie von Zellen mit dem Proliferationsfaktor Ki-67 gezeigt werden. In dieser Arbeit zeigt sich auch ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Expression von LL-37 und FPRL-1 in Bronchialtumoren. Bei positivem Ergebnis von LL-37 konnten vermehrt Gefäße nachgewiesen werden, während sich bei hBD-1 kein bzw. bei hBD-2 ein umgekehrtes Ergebnis zeigte. Die Bildung von LL-37/hCAP-18 könnte die Tumor¬vaskularisation begünstigen, auch wenn das Ausmaß der Gefäßdichte nicht mit der AMP-Expression assoziiert war. LL-37 könnte in zweifacher Weise das Tumorwachstum fördern, einmal durch direkte Aktivierung von Tumorzellen oder indirekt über die Gefäßproliferation. Zusammenfassend konnte gezeigt werden, dass AMPs als Abwehrsubstanzen, mit Funktion in Wundheilung und Gefäßwachstum, in Lungenkarzinomen exprimiert werden und möglicherweise auch das Wachstum von Tumorzellen beeinflussen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0367