Klassifikation und Reparatur von Mutanten des nierenspezifischen Kalium- Kanals ROMK, ursächlich beteiligt am Krankheitsbild des Hyperprostaglandin- E-/ antenatalen Bartter- Syndroms

Das Hyperprostaglandin E Syndrom / antenatale Bartter Syndrom (HPS/ aBS) ist ein autosomal rezessiv vererbtes Krankheitsbild, das durch die typische Trias pränatale Manifestation, Hypo-/ Isosthenurie und Nephrokalzinose gekennzeichnet ist. Das Polyhydramion führt zu Frühgeburtlichkeit und ohne adäqu...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Ermert, Saskia Christine
Beteiligte: Waldegger, Siegfried (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Das Hyperprostaglandin E Syndrom / antenatale Bartter Syndrom (HPS/ aBS) ist ein autosomal rezessiv vererbtes Krankheitsbild, das durch die typische Trias pränatale Manifestation, Hypo-/ Isosthenurie und Nephrokalzinose gekennzeichnet ist. Das Polyhydramion führt zu Frühgeburtlichkeit und ohne adäquate Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr können die Kinder an einem Nierenversagen versterben. Diesem Krankheitsbild liegt neben NKCC2- und Mutationen auch ein Defekt des apikal im dicken aufsteigenden Ast der Henle’schen Schleife gelegenen Kaliumkanal ROMK zugrunde, einem Mitglied der zelleinwärts gerichteten, Kalium selektiven Kir- Familie. Bisher existiert keine kausale Therapiemöglichkeit. Die Kinder werden derzeit mit dem Cyclooxygenase- Hemmer Indometacin behandelt, der allerdings rein symptomatischen Einfluss auf die Erkrankung nimmt und dessen Wirkungsweise bisher nur teilweise bekannt ist. Ziel dieser Arbeit war es, ROMK- Mutationen basierend auf einem Fünf- Klassen- Modell zu klassifizieren und nachzuweisen, dass eine Reparatur von ROMKMutationen grundsätzlich möglicht ist. Mittels Western Blot- Analysen und Immunfluoreszenz konnten wir zeigen, dass die Aminoglykoside Gentamicin und G-418 die ROMK 1- Stoppmutanten W77X und Y79X teilweise reparieren können: 5- 20 % der in vitro untersuchten HEK 293 Zellen zeigten nach Inkubation in diesen Aminoglykosiden Wildtypproteine in Nähe der Zelloberfläche. Mit Hilfe des Butyratanalogons 4-Phenylbutyrat gelang es, für alle acht untersuchten Trafficking- Mutanten (T71M, V72E, Y79H, A198T, L220F, A306T, R324L, F325C) Positionsverschiebungen des Proteins im Zytosol nachzuweisen und bei den Mutationen A198T, L220F, A306T und R324L in 15- 45 % das Kanal- Protein in Membrannähe zu beobachten. Durch einen Wachstumsversuch konnte außerdem der generelle Einfluss von 4-PBA auf transfizierte und untransfizierte HEK 293- Zellen näher untersucht werden. Es wurde deutlich, dass ROMK- Mutationen aus verschiedenen Mutationsklassen beeinflussbar sind. So wurde in dieser Arbeit ein erstes Prinzip auf dem Weg zu einer kausalen Therapie zur Behandlung des HPS/ aBS aufgezeigt.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0356