Typ D-Persönlichkeit und Reha-Erfolg in der stationären Rehabilitation

Die Typ D-Persönlichkeit, nach Denollet definiert über die Kombination von negativer Affektivität und sozialer Inhibition, gilt als unabhängiger Risikofaktor bei KHK-Patienten für eine geringere allgemeine Lebensqualität sowie für eine erhöhte Mortalität. In der vorliegenden Arbeit sollte untersuch...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Kriependorf, Petra
Beteiligte: Rief, Winfried (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Psychologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Die Typ D-Persönlichkeit, nach Denollet definiert über die Kombination von negativer Affektivität und sozialer Inhibition, gilt als unabhängiger Risikofaktor bei KHK-Patienten für eine geringere allgemeine Lebensqualität sowie für eine erhöhte Mortalität. In der vorliegenden Arbeit sollte untersucht werden, ob und inwieweit Typ D-Patienten schon in der frühen Krankheitsphase nach Infarkt und/oder Bypass-Operation oder Klappen-Operationen auf Grund ihrer Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale in der Rehabilitation benachteiligt sind. Die Untersuchung bezog sich dabei auf psychische und somatische Variablen. Es wurde eine Stichprobe von 344 Herzpatienten einer kardiologischen Rehabilitationsklinik in bezug auf Angst, Depression, (HADS-D) kardiale Pumpfunktion (EF%) und körperliche Belastbarkeit (Watt-Ergometerleistung) untersucht. Typ D wurde mit Hilfe der deutschen Version der Typ D-Skala (DS14) diskriminiert. Ergebnisse: Die Prävalenz von Typ D lag in unserer Untersuchung bei 29,16%. Es gab keine signifikanten Geschlechterunterschiede. Es gab einen signifikanten Altersunterschied: Typ D Patienten waren durchschnittlich 3 Jahre jünger als Nicht- Typ D-Patienten. Erwartungsgemäß zeigten Typ D-Patienten am Ende der Reha-Behandlung ein höheres Ausmaß an Angst und Depression als Nicht-Typ D-Patienten. Im Vergleich mit hochdepressiven bzw. hochängstlichen Nicht-Typ D-Patienten wies Typ D am Ende der Behandlung entgegen der Erwartung niedrigere Werte auf. Im Verhältnis zu den hohen Ausgangswerten zeigten nicht als Typ D klassifizierte Hochdepressive wie auch Hochängstliche deutliche Verbesserungen, während Typ D-Patienten nur relativ geringe Verbesserungen ihrer Werte erreichten. In Bezug auf Pumpfunktion und körperliche Belastbarkeit gab es keinen Unterschied in unserer Untersuchung zwischen Nicht-Typ D und Typ D. Es zeigte sich ein protektiver Einfluss der Angst auf die Pumpfunktion. Depression zu Beginn der Behandlung wirkte sich negativ auf die körperliche Belastbarkeit (Wattleistung) aus. Typ D-Patienten profitieren in der kardiologischen Rehabilitation deutlich weniger in Bezug auf Angst und Depression. Es erscheint sinnvoll dieser Patientengruppe in der kardiologischen Rehabilitation eine besondere psychologische Behandlung zukommen zu lassen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0118