Einfluss der perioperativen Volumensubstitution auf den Verlauf postoperativer Infektionen in klinikmodellierenden randomisierten Tierstudien (CMRT)

Basierend auf der 1998 im British Medical Journal veröffentlichten systematischen Reviews der Cochrane Collaboration Group zum Thema Albumin bei schwerkranken Patienten wurde die vorliegende Arbeit begonnen. Shierhout und Roberts et al. fanden bei dieser Meta-Analyse, daß die Mortalität bei septisc...

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Sevinc Selim
Beteiligte: Celik, Ilhan (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2008
Operative Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Basierend auf der 1998 im British Medical Journal veröffentlichten systematischen Reviews der Cochrane Collaboration Group zum Thema Albumin bei schwerkranken Patienten wurde die vorliegende Arbeit begonnen. Shierhout und Roberts et al. fanden bei dieser Meta-Analyse, daß die Mortalität bei septischen („critically ill“) Patienten, die mit Albumin behandelt wurden, signifikant höher waren, als bei Patienten, die lediglich kristalloide Lösungen erhalten haben. Damit wurde die alte Diskussion bezüglich der adäquaten Volumensubstitution neu entfacht. Die grundsätzliche und noch immer nicht gelöste Frage, ob kristalloiden oder kolloidalen Volumensubstitutionsmitteln der Vorzug gegeben werden sollte, müßte in großen, gut geplanten, randomisierten kontrollierten klinischen Studien (am besten multizentrisch) untersucht werden. Bekanntlich ist die Durchführung solcher Studien zeit- und kostenaufwendig, so daß wir dieser Frage im Tierversuch innerhalb von sog. Klinik-modellierenden randomisierten Studien (CMRT = „clinic modelling randomised trials“) nachgingen. Hierzu wurde in diesem bereits etablierten Tiermodell der Einfluß der folgenden Volumensubstitutionsmittel in der perioperativen abdominellen Infektion und Sepsis miteinander verglichen: Haemaccel, HES, Albumin und Ringerlösung. Interessanterweise spiegelten unsere Ergebnisse die Situation in der Klinik wider: alle drei kolloidalen Lösungen erbrachten keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zur Ringerlösung bezüglich des Survivals. Im gleichen Zug ist die Mortalität mit ca. 50 % mit der Mortalität in der Klinik vergleichbar. Es gibt zwei entscheidende Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen: 1. Die Frage, welches Volumensubstitutionsmittel ist zu ersetzen durch die Aussage, dass eine Volumensubstitution stattfinden muß und dies rechtzeitig. Welches Volumensubstitutionsmittel letztlich eingesetzt wird, richtet sich in Zukunft sicherlich eher an ökonomischen Faktoren als an wissenschaftlichen. 2. Das von uns eingesetzte Tiermodell präsentiert uns die Möglichkeit, realitätsnah und kostengünstig Fragestellungen aus der Klinik im Tierversuch abzubilden. In Hinblick auf die Zukunft ist unser Tiermodell vielfältig einsetzbar insbesondere im Bereich der Sepsisforschung. Interessante Fragestellungen wären z.B. der Einsatz von drotrecogin alfa oder Immunglobulin G, deren klinischer Einsatz derzeit kritisch diskutiert wird.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2008.0020