Osseointegrierte Implantate bei Patienten mit behandelter generalisierter aggressiver Parodontitis und bei parodontal gesunden Patienten : 10-Jahres-Ergebnisse einer prospektiven Langzeitstudie

Das Ziel der vorliegenden prospektiven 10-Jahres-Studie an teilbezahnten Patienten mit behandelter generalisierter aggressiver Parodontitis und parodontal gesunden Patienten ist der klinische, mikrobiologische und röntgenologische Vergleich von Zähnen und Implantaten sowie die Beurteilung der Erfolg...

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Main Author: Behle, Marion
Contributors: Mengel, Reiner (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2007
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Das Ziel der vorliegenden prospektiven 10-Jahres-Studie an teilbezahnten Patienten mit behandelter generalisierter aggressiver Parodontitis und parodontal gesunden Patienten ist der klinische, mikrobiologische und röntgenologische Vergleich von Zähnen und Implantaten sowie die Beurteilung der Erfolgsrate von den Implantaten. An dieser Studie nahmen jeweils 5 Patienten mit einer generalisierten aggressiven Parodontitis und parodontal gesunde Patienten teil. Die orale Rehabilitation der Patienten mit einer aggressiven Parodontitis erfolgte mit insgesamt 35 Implantaten und die der parodontal gesunden Patienten mit 7 Implantaten. Die erste Untersuchung (Baseline) fand 2 bis 4 Wochen vor Extraktion der nicht erhaltungswürdigen Zähne statt und die zweite unmittelbar vor Eingliederung der Suprakonstruktionen. Die weiteren Untersuchungen fanden im Rahmen eines 3–monatigen Recalls über einen Zeitraum von 10 Jahren statt. In jeder Sitzung wurden klinische Parameter (Gingival-Index, Plaque-Index, Sondierungstiefe mit Blutung nach Sondierung und klinischer Attachmentlevel) erhoben und die Zusammensetzung der subgingivalen Mikroflora mit Hilfe der Dunkelfeldmikroskopie bestimmt. Radiologische Kontrollen durch Einzelfilmaufnahmen der Zähne und Implantate erfolgten während der Baseline-Untersuchung und 1, 3, 5, 8 und 10 Jahre nach Eingliederung der Suprakonstruktion. Im gesamten Untersuchungszeitraum war der Gingival-Index an den Zähnen und Implantaten der Patienten mit einer aggressiven Parodontitis signifikant höher als bei den parodontal gesunden Patienten. Der Plaque-Index unterschied sich weder zwischen Zähnen und Implantaten noch zwischen den beiden Patientengruppen signifikant. Die Sondierungstiefen an den Implantaten beider Patientengruppen waren vergleichbar und lagen während des gesamten Untersuchungszeitraumes bei Werten unter 4 mm. Die Sondierungstiefe an den Zähnen der Patienten mit einer aggressiven Parodontitis war signifikant höher als an den Zähnen der parodontal gesunden Patienten. Bei den Implantaten der Patienten, welche an einer aggressiven Parodontitis erkrankt waren, war ein signifikant höherer Attachmentverlust (2,4 mm) zu verzeichnen. Der Attachmentlevel an den Zähnen und Implantaten der parodontal gesunden Patienten und an den Zähnen der Parodontitis-Patienten war nahezu konstant. Bei der Verteilung der Mikroorganismen konnte an den Zähnen und Implantaten der Parodontitis-Patienten im Vergleich zu den parodontal gesunden Patienten ein geringerer Anteil an Kokken und ein höherer Anteil an beweglichen Stäbchen und Filamenten nachgewiesen werden. Der Knochenabbau an den Implantaten der Patienten mit einer aggressiven Parodontitis war signifikant höher im 1. Jahr (Ø2,07 mm) und in den anschließenden 9 Jahren (gesamt 1,3 mm). An den Zähnen war der Knochenabbau zur Baseline (Ø26,39%) und in den anschließenden 10 Jahren (gesamt 9,3%) signifikant höher. Die Erfolgsrate der Implantate betrug bei den parodontal gesunden Patienten 100% und bei den Parodontitis-Patienten 82,86%. Die Untersuchung über 10 Jahre zeigt, dass die orale Rehabilitation mit osseointegrierten Implantaten bei teilbezahnten Patienten mit behandelter generalisierter aggressiver Parodontitis im Rahmen eines effizienten Recallprogramms erfolgreich sein kann. Jedoch ist ein höherer Knochenabbau und Attachmentverlust an den Implantaten und Zähnen der Parodontitis-Patienten nachweisbar.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0640