Innere Widersprüche und Wandlungen des deutschen Sozialstaatsmodells während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Der rote Faden, den ich verfolge, bezieht sich auf die Wandlungen des deutschen Sozialstaates zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Ende des 20. Jahrhunderts. Die Schwerpunkte meiner Dissertation liegen zuerst im deutschen Sozialsystem, zweitens in den Zusammenhängen zwischen den Bereich...

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Bibliographic Details
Main Author: Chen, Su-Mei
Contributors: Boris, Dieter (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2007
Soziologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Der rote Faden, den ich verfolge, bezieht sich auf die Wandlungen des deutschen Sozialstaates zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Ende des 20. Jahrhunderts. Die Schwerpunkte meiner Dissertation liegen zuerst im deutschen Sozialsystem, zweitens in den Zusammenhängen zwischen den Bereichen der Politik, der Wirtschaft, des Sozialen und der Kultur im Laufe der sozialstaatlichen Entwicklung, drittens in dem Einfluss des Neoliberalismus auf den deutschen Sozialstaat. Bisher sind die drei Aspekte meistens getrennt erforscht worden. Meine Ambition ist, die drei Aspekte zusammen unter einer makro-soziologischen Sichtweise zu analysieren, um die grundlegenden Ursachen der Wandlungen des deutschen Sozialstaatsmodells aufzufinden. Ich stütze meine Argumente auf Sekundärliteratur und Ergebnisse empirischer Forschungen in der BRD. Mir ist bewusst, dass das Thema meiner Arbeit sehr komplex ist. Ich musste das Thema daher auf eine bestimmte Zielsetzung eingrenzen. Die Zielsetzung meiner Studie bezieht sich auf die „grundlegenden Ursachen“ der Wandlungen des deutschen Sozialstaatsmodells. Es wurde versucht, möglichst nur die langfristig für die Wandlungen bedeutenden Faktoren zu thematisieren, z.B. die unsolidarische Basis der Finanzierung des Sozialsystems, die liberalen und konservativen politischen Konzepte usw. In diesen tiefgreifenden Faktoren bestehen die inneren Widersprüche des deutschen Sozialstaatsmodells. Wie hat sich der deutsche Sozialstaat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verändert? Welche Faktoren haben dazu geführt, dass sich der deutsche Sozialstaat der neoliberalen Politik angenähert hat? Warum konnte die betriebswirtschaftliche Logik ins deutsche Solidarsystem auf einmal Einzug halten? Dies sind zentrale Fragen, die ich in der Studie beantworten möchte. Der Beitrag meiner Studie zum Thema der Wandlung des Sozialstaates liegt darin, in erster Linie den inneren Widersprüchen des Sozialsystems und den politischen Konzepten der Bundesregierungen gegenüber den Problemen des Sozialstaates nachzuspüren. Darüber hinaus wird versucht, die miteinander verknüpften politischen, wirtschaftlichen, sozioökonomischen, kulturellen bzw. ideologischen Ebenen unter die Lupe zu nehmen. Den komplizierten Vorgang der Wandlungen des Sozialstaates möchte ich sowohl chronologisch als auch sachlich nach den jeweiligen Ebenen analysieren. Ich verzichte weitgehend auf die Erörterung abstrakter Theorie und halte mich an beobachtbare Sachverhalte. Die Darstellungen fokussieren sich auf die Wechselwirkungen zwischen den politischen Konzepten und den Veränderungen in der Weltwirtschaft und der Gesellschaft. Die Analyse der politischen Konzepte konzentriert sich auf die Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Familienpolitik. Die Schwerpunkte meiner Studie werden in vier Teilen ausgebreitet: Im ersten Teil (Kapitel 1 und 2) wird auf die Entstehung, die Kontinuität und das System des Sozialstaatsmodells eingegangen. Im zweiten Teil (von Kapitel 3 bis zu Kapitel 5) fokussiert sich die Diskussion auf die sozioökonomische Entwicklung des Sozialstaates vom Erfolg bis zur Krise. Im dritten Teil (Kapitel 6) werden die inneren Widersprüche des Sozialstaatsmodells thematisiert. Im vierten, also letzten Teil (Kapitel 7) wird ein Rückblick auf die Entstehung, den Aufstieg und Hegemoniegewinnung des Neoliberalismus im Sozialstaat präsentiert.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0521