20 Jahres Ergebnisse der Kombination von beschichteter RM-Pfanne und CLS-Schaft. Langzeitbeobachtung einer komplett zementfreien Hüftprothesenimplantation

In der Zeit vom 01.01.1986 bis 31.07.1989 wurden in der Orthopädischen Klinik Kassel 93 zementfreie Hüftendoprothesen bei 80 Patienten in der Kombination beschichtete RM-Pfanne / CLS-Schaft konsekutiv implantiert. Es wurden 41 Männer mit 48 Implantaten und 39 Frauen mit 45 Implantaten versorgt. Da...

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Main Author: Ihle, Martin
Contributors: Siebert, Werner (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2007
Orthopädie und Rheumatologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:In der Zeit vom 01.01.1986 bis 31.07.1989 wurden in der Orthopädischen Klinik Kassel 93 zementfreie Hüftendoprothesen bei 80 Patienten in der Kombination beschichtete RM-Pfanne / CLS-Schaft konsekutiv implantiert. Es wurden 41 Männer mit 48 Implantaten und 39 Frauen mit 45 Implantaten versorgt. Das Durchschnittsalter der Männer zum Operationszeitpunkt betrug 50 Jahre, das der Frauen 54 Jahre. Entsprechend dem jungen Durchschnittsalter des Kollektivs war die OP-Indikation in nur 52,7% der Fälle eine primäre Koxarthrose, in 21,5% eine Hüftkopfnekrose und in 19,3% eine Dysplasiearthrose. Die Daten wurden prä-, intra- und in unterschiedlichen Intervallen postoperativ erfasst. Nach durchschnittlich 19,3 Jahren konnten alle 57 überlebenden Patienten mit 67 Hüftimplantaten ausfindig gemacht und 51 davon nachuntersucht werden. Sowohl über das Schicksal aller 13 revidierten als auch der 23 verstorbenen Patienten konnten Informationen gewonnen werden. Die Follow-up Quote lag somit bei 100%. In 77,6% der Fälle war die ursprüngliche Implantatkombination noch erhalten. Der mittlere Harris Hip Score der unrevidierten Fälle lag bei 87,5 Punkten. 79,6% dieser Fälle konnten der Kategorie ausgezeichnet bis gut zugeordnet werden, 10,2% erreichten befriedigende, weitere 10,2 % schlechte Ergebnisse. 91,8% hatten keine oder nur leichte Hüftschmerzen ohne Beeinträchtigung im Alltagsleben, wodurch sich die hohe subjektive Zufriedenheit dieser Patienten ableiten lässt. Alle Patienten würden die Operation erneut durchführen lassen. Die radiologische Auswertung der unrevidierten Fälle zeigte in 17,6% periprothetische Osteolysen im Acetabulum und in 34,8% bevorzugt am proximalen Femurschaft. Nur in jeweils einem Fall bestand der Verdacht auf eine radiologische Lockerung von Schaft oder Pfanne, in den übrigen Fällen konnte von einer stabilen Verankerung ausgegangen werden. Die mittlere jährliche Abriebsrate aller nachuntersuchten Fälle lag bei 0,119 mm. Es konnte ein signifikanter Zusammenhang von erhöhten Abriebwerten mit Revisionsfällen und Osteolysenvorkommen an Pfanne und Schaft bestätigt werden, sowie bei Hüftköpfen aus Metall im Vergleich zu Keramik. Eine eigens für diese Studie konzipierte Messmethode hatte in Bezug zur EBRA Methode einen ausgezeichneten Korrelationskoeffizienten (R² = 0,86) und hat sich für diese Untersuchung bewährt. 14 Pfannen mussten im Schnitt nach 12,3 Jahren revidiert werden: 5 wegen aseptischer Lockerung, 7 wegen Abrieb und Osteolysen, zwei nach Frühinfektionen. 8 Schaftwechsel erfolgten im Schnitt 7,2 Jahre nach dem Primäreingriff: 4 davon wegen aseptischer Lockerung, zwei nach periprothetischer Fraktur und zwei nach Infektionen. Die Analyse der Revisionsberichte ergab eine gute Reoperierbarkeit mit wenig Knochenverlust. Die Überlebensrate für die Pfanne mit dem Endpunkt „aseptische Lockerung“ betrug nach 19,8 Jahren 94,4%, für den Endpunkt „alle Revisionen“ 82,7%. Die entsprechenden Werte für den Schaft lagen bei 95,0% und 90,4%, sowie für die Kombination RM-Pfanne/CLS-Schaft bei 90,7% und 79,7%. Der Log-rank-Test zeigte eine signifikant bessere Standzeit für die Altersgruppe der über 52-jährigen im Vergleich zu den jüngeren Patienten. Die vorliegenden Nachuntersuchungen zeigen eine hohe Standzeit dieses zementfreien Systems selbst nach 20 Jahren und belegen die Richtigkeit der Implantatphilosophie: Die Elastizität der titanbeschichteten Pfanne mit guter Osteointegration, sowie eine proximale spongiöse Krafteinleitung des Prothesenschaftes.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0384