Effekt der Tiefenhirnstimulation des Nucleus Subthalamicus auf die Anfallslänge und -frequenz im WAG/Rij- und im Kindling-Modell der Ratte

Epilepsien stellen mit einer Prävalenz von 0,6 bis 1 % eine der häufigsten chronisch- neurologischen Erkrankungen dar und sind gekennzeichnet durch das wiederholte und unprovozierte Auftreten epileptischer Anfälle. Therapeu-tisch stehen für die Epilepsien heutzutage nur Medikamente und in manchen F...

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Main Author: Karakizlis, Hristos
Contributors: Rosenow, Felix (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2007
Nervenheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Epilepsien stellen mit einer Prävalenz von 0,6 bis 1 % eine der häufigsten chronisch- neurologischen Erkrankungen dar und sind gekennzeichnet durch das wiederholte und unprovozierte Auftreten epileptischer Anfälle. Therapeu-tisch stehen für die Epilepsien heutzutage nur Medikamente und in manchen Fällen eine operative Therapie zur Auswahl. Dadurch läßt sich jedoch bei nur ca. 60 - 70% der Patienten Anfallsfreiheit erzielen. Im wissenschaftlichen Interesse stehen daher alternative Therapieoptionen, wie z.b. die Tiefenhirnstimulation. Bei einigen Patienten mit therapierefraktärer Epi-lepsie konnte in unkontrollierten Studien ein antikonvulsiver Effekt durch eine Hochfrequenzstimulation im Nucleus Subthalamicus (HFS-STN) nachgewiesen werden. Antikonvulsive Effekte wurden außerdem in genetischen Epilepsiemo-dellen der Ratte gesehen. Ziel der Arbeit war es im Absencenepilepsie- und im Temporallappenepilepsie-Modell der Ratte einen möglichen therapeutischen Effekt durch kontinuierliche und chronisch-intermittierende Hochfrequenzstimulation im Nucleus Subthala-micus zu untersuchen. In beiden Tiermodellen wurden Wistar- bzw. WAG/Rij-Ratten Stimulationselektroden bilateral in den Nucleus Subthalamicus und Ab-leitelektroden kortikal implantiert. WAG/Rij-Modell In der WAG/Rij Ratte, einem Modell der Absencenepilepsie, wurde eine konti-nuierliche und eine chronisch-intermittierende therapeutische HFS-STN mit 130 Hz untersucht. Dabei wurde das EEG jeweils vor, während und nach der Stimu-lation aufgezeichnet. Die Versuchsdurchführung wurde nach einer Woche (chronisch-intermittierende Stimulation) bzw. nach vier Tagen (kontinuierliche Stimulation) wiederholt. Die Ergebnisse der durchgeführten Experimente zeigten, dass eine über eine Stunde durchgeführte chronisch-intermittierende HFS-STN (30 sek. „on“ 4.5 min „off“) eine signifikante Reduktion der Anfallsdauer und Anfallshäufigkeit zur Folge hatte (p=0,04). Außerdem wurde nach einer Woche ohne Stimulation ein Langzeiteffekt mit persistierender Reduktion der Anfalldauer und Anfallsfre-quenz in der zweiten Vorlaufphase gesehen, der mit einem P-Wert von 0,048 ebenfalls signifikant war. Im Gegensatz dazu ergab eine HFS-STN kontinuierlich über zehn Minuten kei-ne signifikante Reduktion der Anfallsdauer. Die folgende Arbeit lässt den Schluss zu, dass der antikonvulsive Effekt der HFS-STN im WAG/Rij-Modell von den Stimulationsparametern abhängt und einen Langzeiteffekt aufweist, der mindestens für eine Woche anhält. Kindling-Modell Im ersten der beiden Teilexperimente im Kindling-Modell wurde zunächst die mittlere Anfallsdauer ohne therapeutische HFS-STN bestimmt. Danach erfolgte eine fünfsekündige therapeutische HFS-STN in einen elektrisch induzierten epi-leptischen Anfall. Die Anfallsinduktion erfolgte durch elektrische Stimulation der rechten basolateralen Amygdala (BLA). Im zweiten Versuchsteil, der ebenfalls wie der erste Versuchsteil fünfmal wiederholt wurde, wurde der Einfluss einer chronisch-intermittierenden HFS-STN auf die Anfallsschwelle untersucht. Es lies sich durch Stimulation in den Anfall keine signifikante Reduktion der An-fallsdauer erreichen. Auch eine chronisch-intermittierende Stimulation erbrachte keinen signifikanten therapeutischen Effekt.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0366