„Optimierung der akustischen Reize für die objektiveHörschwellenbestimmung durch AMFR“

Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen. Um Sprache zu erwerden, ist ein intaktes Hörvermögen notwendig. Untersuchungen zur Hörfähigkeit müssen deshalb sehr frühzeitig erfolgen. Weltweit wird an der Einführung und Umsetzung eines Neugeborenen Hörscreenings (NHS) gearbeitet um d...

Ausführliche Beschreibung

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1. Verfasser: Berger, Thomas
Beteiligte: Berger, Roswitha (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Zusammenfassung:Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen. Um Sprache zu erwerden, ist ein intaktes Hörvermögen notwendig. Untersuchungen zur Hörfähigkeit müssen deshalb sehr frühzeitig erfolgen. Weltweit wird an der Einführung und Umsetzung eines Neugeborenen Hörscreenings (NHS) gearbeitet um der notwendigen Forderung einer entwicklungsbeeinträchtigenden Hörstörung frühzeitig therapeutisch begegnen zu können. Wird eine frühkindliche Schwerhörigkeit zu spät erkannt, so kann die verspätete Therapie die bereits eingetretene Sprachentwicklungsstörung nicht mehr vollständig kompensieren. Die Folge ist eine lebenslange Benachteiligung des Kindes im gesamten sozialem Leben. Mit dem Einsatz objektiver Hördiagnostik gibt es Untersuchungsverfahren die sich für ein flächendeckendes Neugeborenen- Hörscreening eignen. Es existieren zwei unterschiedliche objektive Hörprüfverfahren, einerseits die Messung otoakustischer Emission (OAE) und die Ermittlung frühen auditorisch evozierten Potentiale mittels BERA- Verfahren. Beide Verfahren haben jeweils Vor- und Nachteile. Da jedoch durch die OAE eine Beteiligung des Hörnerv, die Lokalisation der Schwerhörigkeit (Mittelohr oder sensineural) und das Ausmaß des Hörverlustes nicht bestimmt werden kann, spricht vieles für die Verwendung der BERA- Verfahren als geeignete Untersuchungsmethode. Doch auch hierfür gibt es noch viele Verbesserungswünsche, damit die BERA als Standartmethode im Einsatz beim Neugeborenen- Hörscreening genutzt werden kann. BERA- Geräte müssen weiterentwickelt werden um eine sichere, schnellere und möglichst schwellennahe Hörprüfung zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen ist die Testung neuer akustischer Reize erforderlich. Die bisher verwendeten Reize, wie der Click oder Chirp, ließen keine Aussagen über frequenzspezifische Hörtonverluste zu, da sie einen breiten Frequenzbereich in der Cochlea anregen. Weltweit wird an der Lösung dieses Problem geforscht. Auch die in dieser Arbeit vorgelegten Ergebnisse beschäftigen sich mit dieser Thematik. Über die Registrierung der AMFR bietet sich die Möglichkeit mit Hilfe der hier vorgestellten neuartig konzipierten Reizimpulse und auch durch neue Nachweismethoden der Reizantworten eine höhere Erkennungsrate (detection rate) und eine kürzere mittlere Erkennungszeit (mean detection time) zu erreichen. Es konnte eine signifikante Verbesserung in der Erkennungsrate bei den bisher so schwierig nachweisbaren Potentialen im Tieftonbereich um 500 Hz nachgewiesen werden. Weiterhin ließ sich mit den angewandten neuen phasenkorrigierten Reizen die Messzeit signifikant verkürzen. Die bei dieser Untersuchung gefundenen Resultate, können als Meilenstein in der objektiven Hördiagnostik und damit auf diesem wissenschaftlichen Feld gewertet werden. Damit konnte ein neuer Ansatz für die objektive Hördiagnostik bereitet werden.