Zum Umgang mit Handlungsmöglichkeiten des Managements bei der Bewertung von Projekten

Laufend müssen Manager Entscheidungen unter Unsicherheit treffen und wissen, dass die Zukunft von heutigen Entscheidungen abhängt. Die Betriebswirtschaftslehre hat versucht, Modelle für die Entscheidungsfindung zu entwickeln. Dieser Themenbereich lebt durch neue Verfahrensweisen und Methoden der Bew...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Poerschke, Christian
Beteiligte: Funder, Maria (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Soziologie
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Laufend müssen Manager Entscheidungen unter Unsicherheit treffen und wissen, dass die Zukunft von heutigen Entscheidungen abhängt. Die Betriebswirtschaftslehre hat versucht, Modelle für die Entscheidungsfindung zu entwickeln. Dieser Themenbereich lebt durch neue Verfahrensweisen und Methoden der Bewertung immer wieder auf. In der einschlägigen Literatur wird nun ein neues Bewertungskonzept "der Realoptionsansatz" "gefeiert". Das Modell stellt eine progressive Entwicklung dar, flexibel und adaptiv zu entscheiden. Traditionellen Verfahren, die diese Flexibilität nicht aufweisen, scheint das neue Bewertungsmodell überlegen. Grundsätzlich wird in der Dissertation die Fragehaltung verfolgt, wie mit Handlungsmöglichkeiten des Mana-gements bei der Bewertung und Beurteilung von Projekten (= Investitionsvorhaben) am Beispiel von betriebswirtschaftlichen Konzepten umgegangen wird. Dabei wird speziell ein vereinfachtes Phasenkonzept basierend auf dem RO-Ansatz auf seine Anwend- und Einführbarkeit aus Sicht der Praxis analysiert. Es wird erwartet, dass die Anwend- und Einführbarkeit des Konzeptes in der Praxis mit erheblichen Problemen behaftet ist, da in der Praxis die in der Theorie gesetzten Bedingungen und Annahmen des Konzeptes nur selten erfüllt werden. Als Ausgangshypothese wird in dieser Arbeit deshalb angenommen, dass die Konzepte (hier speziell ein zu entwickelndes Phasenkonzept basierend auf dem RO-Ansatz) auf Grund von verschiedenen Ein-flussfaktoren und Rahmenbedingungen in der Praxis nicht funktionieren. Um die Ausgangshypothese überprüfen zu können, werden die betriebswirtschaftlichen Modelle umfassend und detailliert vorgestellt, um die verschiedenartigen Probleme sowie Limitationen der Implementier- und Anwendbarkeit der Bewertungskonzepte in der Praxis darzustellen. Es wird die gesamte Komplexität der Modelle (speziell des RO-Ansatzes) beschrieben. Es soll gezeigt werden, dass die Betriebswirtschaft versucht, sämtliche Zusammenhänge, Risiken und Unsicherheiten in der Entscheidungsfindung in Bewertungskonzepten abzubilden. Dabei wird geklärt, dass Unsicherheit nicht einfach in genau kalkulierbares Risiko umgesetzt werden kann. Entscheidungen bleiben riskant. Zudem kann ein Bewertungsmodell dem Anwender die endgültige Entscheidung über die Durchführung der Investition nicht abnehmen. Es wird in der Arbeit dargestellt, warum und unter welchen Bedingungen Handlungsmöglichkeiten des Managements eine Wertkomponente in der Bewertung von Projekten darstellen. Anschließend werden dann zum einen eine traditionelle Bewertungsmethode, die DCF-Methode, zum anderen der RO-Ansatz als neueres Bewer-tungskonzept von Projekten vorgestellt und kritisch beleuchtet. Hierbei wird auch analysiert, wie die Modelle Risiko und Unsicherheit bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen. Außerdem soll ein klarer Bezug zur Praxis hergestellt werden, indem geklärt wird, ob und welche Vorteile der RO-Ansatz gegenüber den traditionellen Verfahren erbringt und ob eine Anwendung in der Praxis zum heutigen Stand möglich und sinnvoll erscheint. Nach dem Vergleich der beiden betriebswirtschaftlichen Bewertungskonzepte wird dann ein Phasenkonzept zur Bewertung von Projekten mittels RO-Ansatz entwickelt. Dieses Konzept soll durch die Integration von Vereinfachungen soweit simplifiziert werden, so dass eine Anwendung in der Praxis unproblematisch erscheint. Auch Anwender mit geringem Know-how über die Optionspreistheorie sollen dieses Konzept nutzen können. Eine Fallstudie aus der Automobilzulieferindustrie soll praxisnah die Anwendung aufzeigen. Zudem soll dargestellt werden, welche Rahmenbedingungen vorliegen müssen bzw. zu schaffen sind, soll das Phasenkonzept erfolgreich implementiert werden. Hierbei soll auch auf Problemfelder bei der Implementierung (z.B. Unternehmenskultur und Know-how der Anwender, Principal-Agent-Beziehung) des Konzeptes eingegangen werden und Lösungsmöglichkeiten angeboten werden. Als weiteres Ziel der Arbeit soll aus Sicht der Praxis geklärt werden, ob das entwickelte Phasenkonzept mit den integrierten Vereinfachungen überhaupt in der Praxis implementiert und angewendet werden kann (oder warum nicht). Hierzu werden Interviews mit Fachleuten aus der Praxis durchgeführt. Es sollen zusammen mit den Interviewteilnehmern Kriterien zur Beurteilung des Konzeptes im Hinblick auf dessen Einführ- und Anwendbarkeit in der Praxis entwickelt werden. Zudem wird analysiert, welche Vorteile das Konzept gegenüber bisher eingesetzten Projektbewertungsverfahren aus Sicht der Praxis erbringt. Speziell anhand dieser Interviews soll auch die Ausgangshypothese, dass das entwickelte Phasenkonzept auf Grund von verschiedenen Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen in der Praxis nicht funktionieren kann, überprüft werden. Die Disfunktionalität der Modelle aus Sicht der Praxis soll beschrieben werden.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0172