Objektivierung nächtlicher bronchialer Obstruktionen mittels eines akustischen Langzeitregistrierverfahrens vor und unter antiobstruktiver Therapie

Viele Patienten mit akuten und chronischen Atemwegserkrankungen leiden unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Diese Symptome sind nach heutiger Auffassung am ehesten bedingt durch im Schlaf auftretende bronchiale Obstruktionen. Inhalative langwirksame ß-Mimetika si...

Ausführliche Beschreibung

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Bibliographische Detailangaben
1. Verfasser: Greib, Christina
Beteiligte: Koehler, Ulrich (Prof. Dr.) (BetreuerIn (Doktorarbeit))
Format: Dissertation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Philipps-Universität Marburg 2007
Innere Medizin
Schlagworte:
Online Zugang:PDF-Volltext
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Beschreibung
Zusammenfassung:Viele Patienten mit akuten und chronischen Atemwegserkrankungen leiden unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Diese Symptome sind nach heutiger Auffassung am ehesten bedingt durch im Schlaf auftretende bronchiale Obstruktionen. Inhalative langwirksame ß-Mimetika sind ein wesentlicher Bestandteil der Therapie von obstruktiven Atemwegserkrankungen. Die lang anhaltende Bronchodilatation wird insbesondere zur Kupierung nächtlicher Atemwegsbeschwerden geschätzt. In der vorliegenden Arbeit sollte geklärt werden, ob mittels akustischer Aufzeichnung ein Effekt von langwirksamen ß-Mimetika auf bronchiale Obstruktionen sowie die Schlafqualität im Therapieverlauf nachweisbar ist. In der vorliegenden Studie wurden 11 Patienten (8 Männer und 3 Frauen) mit exazerbierter obstruktiver Atemwegserkrankung (6 COPD, 5 Asthma bronchiale) und Giemen bei Aufnahme untersucht. Das mittlere Alter der Patienten lag bei 53±11 Jahren (Bereich von 32 bis 68 Jahre). Die FEV1-Werte waren im Mittel deutlich erniedrigt (58,7±21,6%). Die prospektive Untersuchung wurde in 3 aufeinander folgenden Nächten mittels Polysomnographie und einer gleichzeitigen akustischen Aufzeichnung der Lungengeräusche mittels PulmoTrack durchgeführt. Nach einer ersten nächtlichen Langzeitregistrierung ohne Therapie mit ß-Mimetika wurden 2 Therapienächte mit Inhalation von je 50 µg Salmeterol angeschlossen. Nächtliche Bronchialobstruktionen konnten bei allen 11 Patienten erfasst werden. Es wurde eine deutliche Reduktion der Wheezing time in der 2. und 3. Nacht unter Therapie festgestellt (p=0,07 bzw. p<0,05). Bei allen Patienten war in der 1. Nacht eine gestörte Schlafstruktur in Form von mehrfachem Erwachen sowie mangelndem Tief- und REM-Schlaf erkennbar (Tiefschlaf 12±7%, REM-Schlaf 16±6%). Eine tendenzielle Verbesserung der Schlafqualität unter Therapie zeichnete sich ab (p<0,05 für den Anteil an Tiefschlaf). Das in dieser Studie durchgeführte Langzeitmonitoring der Atemgeräusche ist ein sinnvolles und effizientes Verfahren zur Objektivierung von bronchialen Obstruktionen. Der Einfluss der gestörten Atmung in Form von Obstruktionen auf den Schlaf wurde dargestellt, ebenso eine Verbesserung der Schlafqualität durch die Anwendung von langwirksamen ß-Mimetika. Mit einer für den klinischen Alltag weiter verbesserten Gerätetechnik kann es künftig auch zur leichteren und objektiven Beurteilung der antiobstruktiven Therapieeffizienz bei Patienten mit COPD oder Asthma bronchiale dienen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2007.0167