Destroying Weapons of Coal, Air and Water: A Critical Evaluation of the American Policy of German Industrial Demilitarization 1945-1952

This dissertation analyses the American development and execution of the industrial demilitarization program in occupied Germany after World War II. Both Roosevelt and Truman administrations tackled the task of more or less permanently removing the basic German potential to produce armaments. A ne...

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Main Author: Haller, Oliver
Contributors: von Bredow, Wilfried (Prof. Dr. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:English
Published: Philipps-Universität Marburg 2006
Politikwissenschaft
Subjects:
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Table of Contents: Diese Dissertation analysiert die Entwicklung und die Ausführung des amerikanischen Programms der industriellen Entmilitarisierung im besetzten Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Sowohl die Roosevelt- als auch Truman-Regierungen beschäftigten sich damit, das deutsche Rüstungspotential dauerhaft zu entfernen. Ein neues Verständnis für industrielle Abläufe stärkte den politischen Willen, nationale Sicherheit durch die Beseitigung der allgemeinen oder zivilen Kapazitäten zu garantieren. Diese radikale Abkehr von internationalen Normen früherer Friedensverhandlungen beachtete eine neue "dual-use" Sichtweise. Die wenigen zeitgenössischen Analysen der Entmilitarisierung Deutschlands vernachlässigen überraschenderweise diese neuen "dual-use" Konzepte. Eine strenge Teilung ziviler von militärischer Produktion, die mit der Strategie des Bombenkriegs nicht im Einklang war und von Nachkriegspolitikern abgelehnt wurde, führte dazu, dass die signifikanten Probleme der Foreign Economic Administration und Allied Control Council, selbst die Quellen militärischer industrieller Macht festzustellen, heruntergespielt oder sogar ignoriert wurden. Es ist deshalb seltsam, dass die Geschichtsschreibung den Erfolg der Entmilitarisungsbemühungen für selbstverständlich hielt, obwohl andere Wissenschaftler die Wiederherstellung der westdeutschen Schwerindustrie nach 1945 betonen. Die vorliegende Arbeit stellt den Nutzen der militärischen Industriekontrollpläne der Nachkriegszeit wegen der komplizierten Verflochtenheit moderner industrieller Strukturen in Frage. Die Dissertation stützt sich auf eine breite Auswahl diplomatischer und militärischer Akten, um den verzweigten Kurs des Entmilitarisierungskonzepts und die darauffolgend in Kraft gesetzte Militärregierung Lucius D. Clays zu untersuchen. Diese Akten legen bedeutungsvolle, das Projekt hemmende Zwänge bloß. Pläne, die Sprengstoffindustrie vollständig zu demontieren oder zu vernichten, versagten, weil die zivile Düngerproduktion von den gleichen Fertigungsprozessen abhing. Wegen der Nachkriegsbedingungen drohte durch Eingriffe Washingtons eine humanitäre Katastrophe. Andere Zwänge, z.B. der fragwürdige Nutzen der Demontage und Abtransport militärischer Industrieanlagen für andere Länder oder der Glauben, die Bomber hätten Deutschlands Industrie schon stark genug getroffen oder das immer bedeutsamer werdende amerikanische Argument für eine schnelle Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft als Kern europäischer Rekonstruktionspläne, wurden sichtbar. Diese Zwänge veränderten die im Morgenthau Plan und J.C.S. 1067 dargestellte ursprüngliche Politikrichtung. Aufeinanderfolgende Änderungen führten Washington weit weg von jedem ernsten Entmilitarisierungsversuch -- wie eine Untersuchung des Schicksals der Alkett-Berlin Fabrik, des wichtigsten Panzerherstellers während des Krieges, demonstriert. Die Bemühungen der Joint Chiefs of Staff, nach dem sichtbaren Beginn des Kalten Krieges in 1947 das Militärpotential Deutschlands zu messen, offenbarten ein sehr starkes "Dual-use" Potential. Anstatt eine Epoche des Friedens zu bewirken, half die Verzwicktheit der industriellen Entmilitarisierung bei der weiteren Verfeindung der Großmächte, da beide um eine verbesserte Machtposition in Deutschland rangen. So gesehen, trugen die immer noch existierenden deutschen Militärkapazitäten dazu bei, die Welt zu entzweien.