Auswirkung von Dreifach-Osteotomien nach Tönnis auf die Beinachsen und Wirbelsäulenform

Untersucht wurde im Rahmen einer retrospektiven Nachuntersuchung (follow-up 9 Jahre)die Auswirkung der Dreifach-Beckenosteotomie nach Tönnis auf die Beinachsen und Wirbelsäulenform. Verwendet wurden klinische (Harris-Hip, Lequesne, UCLA-Aktivität) psychometrische (SF-36, WOMAC) und radiologische (K...

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Main Author: Patzer, Thilo
Contributors: Fuchs-Winkelmann, Susanne (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2006
Orthopädie und Rheumatologie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Untersucht wurde im Rahmen einer retrospektiven Nachuntersuchung (follow-up 9 Jahre)die Auswirkung der Dreifach-Beckenosteotomie nach Tönnis auf die Beinachsen und Wirbelsäulenform. Verwendet wurden klinische (Harris-Hip, Lequesne, UCLA-Aktivität) psychometrische (SF-36, WOMAC) und radiologische (Kellgren-Lawrence) Scores. Die vorliegende radiologische Bildgebung wurde befundet (Beinachsenwinkel, CE-, AC-, ACM-, VCA-Winkel), und es wurde eine rasterstereographische Untersuchung der Wirbelsäule durchgeführt. Das OP-Ergebnis zeigte einen guten Erfolg mit Defiziten für die Hüftflexion und -innenrotation. Die Parameter körperlicher Schmerz, Funktion und emotionale Rolle des SF-36-Scores waren defizitär. Es zeigte sich eine Tendenz zur Valgisierung der mechanischen Beinachse (5 mm medial der Traglinie) mit Varisierung des anatomischen medialen distalen Femurachsenwinkels (aLDFA) und Valgisierung des mechanischen lateralen proximalen Tibiaachsenwinkels (mMPTA) ohne höhergradige Gonarthrosen (Grad 1 nach KLS). Die Wirbelsäule zeigte eine signifikant vermehrte LWS-Lordose und BWS-Kyphose. Ipsilateral der OP kam es zu einer Beinverlängerung (5 mm), Beckentorsion nach ventrokaudal und zu einem Beckenhochstand. Die Ergebnisse lassen sich durch die Kippung des acetabulären Blocks nach ventro laterodistal erklären. Dieses führt zu einer Beinverlägerung mit zunächst funktioneller danach struktureller Adduktion des Femur und damit kompensatorisch zur einer Valgisierung der mechanischen Beinachse. Die Defizite erklären sich teilweise durch die Überkorrektur des VCA-Winkels und Unterkorrektur des ACM-Winkels. Insgesamt gesehen ist die vom erfahrenen Operateur suffizient durchgeführte Dreifach-Beckenosteotomie nach Tönnis eine gute Behandlungsmöchlichkeit für die Behandlung der Hüftdysplasie beim Erwachsenen. Die negativen Auswirkungen auf die Beinachse sind vernachlässigbar klein und zeigten in unserer Untersuchung keine besondere klinische Relevanz.
ISBN:3-89703-686-X
DOI:https://doi.org/10.17192/z2006.0698