Untersuchung zur Normerhebung des dichotischen Diskriminationstests nach Uttenweiler und des Marburger Reimtests zur Diagnostik auditiver Wahrnehmungsstörungen bei Kindern

In der vorliegenden Studie geht es um die Beurteilung zweier Tests, die zur Diagnostik auditiver Wahrnehmungsstörung herangezogen werden. Die auditive Wahrnehmungsstörung ist ein Krankheitsbild bei dem die periphere Hörleistung in der Regel nicht beeinträchtigt ist. Dagegen sind die zentralen Versch...

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Main Author: Hochweller, Antje
Contributors: Berger, Roswitha (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2006
Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:In der vorliegenden Studie geht es um die Beurteilung zweier Tests, die zur Diagnostik auditiver Wahrnehmungsstörung herangezogen werden. Die auditive Wahrnehmungsstörung ist ein Krankheitsbild bei dem die periphere Hörleistung in der Regel nicht beeinträchtigt ist. Dagegen sind die zentralen Verschaltungs- und Verarbeitungsprozesse des Hörens gestört oder verändert. Da sich das Krankheitsbild durch viele verschiedene Symptome äußern kann, wird in der Diagnostik eine Testbatterie aus psychologischen und audiometrischen Tests eingesetzt. Bei dieser Studie wurden zwei Tests untersucht, die folgende Teilaspekte der zentralen Hörverarbeitung testen: 1. die Lautdiskrimination im Störgeräusch mit dem Marburger Reimtest 2. die dichotische Schallverarbeitung mit dem dichotischen Diskriminationstest nach Uttenweiler Beide Tests wurden an einer Kontrollgruppe gesunder Grundschulkinder (n= 47) durchgeführt und mit den Ergebnissen von bereits als krank diagnostizierten Kindern (n= 239) verglichen. Beim Marburger Reimtest handelt es sich um ein neues computergestütztes Testverfahren, das in der vorliegenden Arbeit an einer größeren Probandengruppe auf Praktikabilität und Aussagekraft überprüft wurde. Dabei konnte ein Teil der vorher postulierten Hypothesen bestätigt werden. Der Gruppenunterschied zwischen den kranken Kindern und der gesunden Vergleichsgruppe war aber für die BILD nicht signifikant (p>0,05). Beim Vergleich der 50%igen Verständlichkeitsschwellen schnitten die kranken Kinder in allen drei untersuchten dB-Stufen etwas besser ab als die gesunden. Auch in einer neu entwickelten Auswertungsmethode konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Ergebnissen der beiden Gruppen gezeigt werden. Damit lässt sich die gewählte Methodik zwar dazu nutzen, den Hörgewinn durch binaurale Verarbeitung darzustellen, sie stellt aber kein geeignetes Kriterium dar, um sicher zwischen gesunden Kindern und Kindern mit einer auditiven Wahrnehmungsstörung zu unterscheiden. Der dichotische Diskriminationstest nach Uttenweiler existiert in seiner ursprünglichen Form schon seit den frühen achtziger Jahren und wurde in seinem Testablauf und seiner Bewertungsmethodik so verändert, dass eine Normwerterhebung an kranken und gesunden Kindern und ein späterer Vergleich der beiden klinischen Gruppen nötig wurde. Dabei bestätigte sich, dass der neue Durchführungs- und Bewertungsmodus einen einfacheren und schnelleren Testablauf gewährleistet. Die errechneten Mittelwerte der erreichten Testpunktzahl zeigten einen signifikanten Unterschied (p< 0,05) zwischen Patienten und gesunder Kontrollgruppe auf. Der Cut-Off-Wert konnte bei 16 Punkten bestätigt werden. Insgesamt liefert der neue Testablauf mit dem modifizierten Auswertungsmodus ein valides Ergebnis und ist für den Einsatz zur Diagnostik von auditiven Wahrnehmungsstörungen bestens geeignet.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2006.0644