Klinisch-experimentelle Evaluation des Intraoral Pressuredependent Registration (IPR)- Systems zur maxillomandibulären Relartionsbestimmung

Das Intraoral Pressuredependent Registration (IPR)-Systems (Vertieb Fa. Multident) ermöglicht es elektronisch und computergestützt, eine intraorale Stützstiftregistrierung sowohl positions- als auch kraftabhängig durchzuführen. An 30 vollbezahnten, zahngesunden Probanden (15 Männer, 15 Frauen) im...

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Main Author: Delbach, Heiner Arne
Contributors: Lotzmann, Ulrich (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2005
Zahn-, Mund- u. Kieferheilkunde
Subjects:
TMJ
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Das Intraoral Pressuredependent Registration (IPR)-Systems (Vertieb Fa. Multident) ermöglicht es elektronisch und computergestützt, eine intraorale Stützstiftregistrierung sowohl positions- als auch kraftabhängig durchzuführen. An 30 vollbezahnten, zahngesunden Probanden (15 Männer, 15 Frauen) im Alter von 16-32 Jahren wurde mit Hilfe des IPR-Systems die horizontale Unterkieferbewegung bei vier verschiedenen Kraftstufen (0-20, 10-30, 20-40 und 30-50 N) aufgezeichnet und die retrudierte Position (RP), die Zone der Verdichtung (ZV) sowie eine vom Gerät errechnete Position (EP) ermittelt. Die Ergebnisse wurden zu der mittels String-Condylocomp erhaltenen Interkuspidationsposition (IKP) in Beziehung gesetzt. Weiterhin wurde mit Hilfe der Kondylenpositionsanalyse die Verlagerung der Scharnierachsenpunkte bei einer Kraftsteigerung von 10 bis 40 N gemessen. Geschlechtsspezifische Einflüsse auf die bestimmten Positionen waren nicht erkennbar. Im Einzelnen sollen folgende Fragen beantwortet werden: 1. Weist das IPR-System eine ausreichende Positionsgenauigkeit und Krafteichung des Sensors auf ? 2. Stimmt die vom System errechnete und als Basis für die intraorale Verschlüsselung empfohlene Kieferrelation mit der Interkuspidationsposition gesunder Probanden überein? 3. Wirken sich Kaukraftdifferenzen auf die Kondylenposition bzw. die Scharnierachse aus? 4. Kann das IPR-System für die klinische Anwendung empfohlen werden? ad 1. Die zur Registrierung eingestellten Koordinaten und die eingenommenen Positionen auf einem 1 mm-Raster stimmen überein. Das Kraftintervall war im Bereich von 10-40 N korrekt vorgegeben (Abb. 13). ad 2. Die vom System errechnete und als Basis für die intraorale Verschlüsselung empfohlene Relation wies hingegen signifikante Abweichungen von 1-1,5 mm anterior der Interkuspidationsposition bei nicht funktionsgestörter Probanden auf. ad 3. Kraftabhängig traten besonders bei der Protrusion deutliche Differenzen bei höheren Kraftintervallen auf. Mittels Kondylenpositionsanalyse konnte keine signifikante Verlagerung nachgewiesen werden. ad 4. Das IPR-System kam prinzipiell wie jedes andere intraorale Stützstiftregistriersystem empfohlen werden. Die Option, mit diesem System die angeblich „individuelle physiologische Kieferrelation“ berechnen zu lassen , sollte aufgrund der zu ausgeprägten Ventralisierung des Unterkiefers nicht vorbehaltlos genutzt werden. Der Unterschied zwischen der vom IPR-System errechnete Position und der mit Hilfe des String-Condylocomp bestimmten Interkuspidationsposition betrug bei den höheren Kraftstufen im Mittel 1,84 bzw. 1,78 mm. Ein wesentlicher Nachteil einer über die physiologische Unterkieferposition hinaus nach ventral verschobenen Interkuspidationsposition bestünde in der Vergrößerung des retrusiven Bewegungsraumes des Unterkiefers aus der Interkuspidationsposition. Dies könnte im Einzelfall zu nicht beherrschbaren okklusalen Diskrepanzen führen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2006.0231