Effekte des LHRH-Agonisten Triptorelin auf die in vitro Proliferation verschiedener Ovarial- und Endometriumkarzinomzellinien

5. Zusammenfassung Ovarial- und Endometriumkarzinome sind in den weiter fortgeschrittenen, rezidivierten oder gar metastasierten Stadien schwierig zu behandeln. Seit Ende der achtziger Jahre konnten antiproliferative Effekte von LHRH und seinen Analoga auf Ovarial- und Endometriumkarzinomzellen...

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Main Author: Schmidt, Oswald
Contributors: Emons, Günter (Prof. Dr.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2005
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:5. Zusammenfassung Ovarial- und Endometriumkarzinome sind in den weiter fortgeschrittenen, rezidivierten oder gar metastasierten Stadien schwierig zu behandeln. Seit Ende der achtziger Jahre konnten antiproliferative Effekte von LHRH und seinen Analoga auf Ovarial- und Endometriumkarzinomzellen gezeigt werden. Daneben wurden sowohl in verschiedenen Karzinomzellinien als auch in Tumorgewebeproben die Expression von LHRH und seinem Rezeptor nachgewiesen. Diese Ergebnisse sprechen für ein lokal autokrines System, welches auf LHRH basierend direkten Einfluß auf Proliferation und Differenzierung der Tumorzellen nimmt. Die Experimente und die davon abgeleiteten Überlegungen der vorliegenden Arbeit lassen den antiproliferativen Effekt des LHRH-Analogons Triptorelin in direktem Zusammenhang mit der Expression des LHRH-Rezeptors erscheinen. An einer Reihe von neun bislang nicht untersuchten, etablierten Tumorzellinien konnte hier ein eindeutiger antiproliferativer Effekt des LHRH-Agonisten Triptorelin in Zellinien gezeigt werden, die den LHRH-Rezeptor exprimierten. In Zellinien ohne Expression des LHRH-Rezeptors war Triptorelin wirkungslos. Bei den Ovarialkarzinomzellinien NIH:OVCAR-3 und BG-1, sowie den Endometriumkarzinomzellinien HEC-1B, KLE und AN-3-CA konnten deutliche Zellzahlreduktionen durch das Einwirken von Triptorelin erreicht werden. Im zeitabhängigen Versuch ließen sich die Zahlen der Ovarialkarzinomzellen mit einer Dosis von 10-5 mol/L Triptorelin über 5 Tage um bis zu 30,3% reduzieren (p<0,01), die dosisabhängige Reduktion belief sich sogar auf 41,6% (p<0,001). Die Zellzahl der Endometriumkarzinomzellinie HEC-1B konnte am vierten Tag um 47,5% (p<0,001) reduziert werden, dosisabhängig gelang dies um 43,3% (p<0,001) mit der höchsten Konzentration Triptorelin von 10-5 mol/L. Auch konnte bereits in niedrigen Dosierungen von 1 nmol/L Triptorelin bei vier dieser fünf Zellinien eine signifikannte Wachstumshemmung nachvollzogen werden. Bei drei der fünf Ovarialkarzinomzellinien (SK-OV-3, CA-OV-3 und SW 626) sowie bei einer der vier Endometriumkarzinomzellinien (MFE-296) konnte keine signifikante antiproliferative Wirkung durch Triptorelin gefunden werden. Werden diese Ergebnisse mit denen anderer Mitarbeiter korreliert, so kann festgestellt werden, daß die Zellinien, die LHRH-Bindungsstellen und mRNA für LHRH und seinen Rezeptor exprimieren, auch durch den LHRH-Agonisten gehemmt wurden. Diese Ergebnisse erklären möglicherweise die unterschiedlichen Auffassungen der verschiedenen Arbeitsgruppen bezüglich der antiproliferativen Wirkung von LHRH-Analoga auf Ovarial- und Endometriumkarzinomzellinien. Zusammenfassend lassen diese Erkenntnisse annehmen, dass Tumoren, die LHRH-Rezeptoren exprimieren können, möglicherweise in naher Zukunft mit LHRH-Analoga zu therapieren sind.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2005.0687