Vergleich von Nd:YAG-Abstands-Laser mit Hochfrequenzstrom zur Schaffung kontinuierlicher und transmuraler Ablationen am Vorhof des Schweineherzens

Hintergrund: Der Grund für den eingeschränkten Einsatz der Maze-Operation bei der Behebung von Vorhofflimmern ist ihre technische Komplexität. Radiofrequenzstrom und der Neodym:Yttrium-Aluminium-Garnet Laser (Nd:YAG) sind mögliche Energiequellen für die Gewebskoagulation, um die chirurgischen Schni...

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Main Author: Baumgärtel, Dirk
Contributors: Maisch, Bernhard (Prof.Dr.med.) (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2005
Innere Medizin
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:Hintergrund: Der Grund für den eingeschränkten Einsatz der Maze-Operation bei der Behebung von Vorhofflimmern ist ihre technische Komplexität. Radiofrequenzstrom und der Neodym:Yttrium-Aluminium-Garnet Laser (Nd:YAG) sind mögliche Energiequellen für die Gewebskoagulation, um die chirurgischen Schnitte bei der Maze-Operation zu ersetzen. Die hier vorliegende Arbeit wurde durchgeführt, um die Effizienz der beiden Energieformen in der Schaffung transmuraler und kontinuierlicher Läsionen an präparierten Herzen erwachsener Schweine zu vergleichen. Methode: Ein Ablationskatheter mit einer 4 mm-Spitze wurde für die Radiofrequenzstromablation benutzt, für das Abstandslasern eine 400 &#956;m nicht ummantelte Glasfaser mit H2O-Spülung. Es wurde an vier verschiedenen Orten abladiert: Sinus venarum cavarum des rechten Vorhofes parallel zur Linea terminalis über das Tuberculum intervenarum, Isthmus zwischen Sinus coronarius und Trikuspidalring im rechten Vorhof, zirkulär um das Pulmonalvenenostium des linken Vorhofes und am trabekularisierten Anteil des linken Herzohres. 1391 Ablationen wurden im Hinblick auf den Einfluß der eingestellten Geräteparameter (Geschwindigkeit und Abstand des Katheters zum Gewebe, abgegebene Energiemenge) ausgewertet. Ergebnis: An der Vena pulmonalis ergaben der Laser bei einem Abstand von 5 mm und einer Geschwindigkeit von 0,5 mm/s mit der Energie von 15-20 Watt transmurale Läsionen ohne Gewebedefekt, bei der Radiofrequenz-ablation mit 10 Watt bei einer Geschwindigkeit von 0,5 mm/s. Die Läsionsbreite betrug 1,9 respektive 3,9 mm (p<0,001). Transmurale Läsionen wurden am Isthmus des rechten Vorhofes mit dem Laser mit 20-30 Watt bei 5 und 10 mm Abstand und einer Geschwindigkeit von 0,5 mm/s, mit dem Radiofrequenzverfahren mit 10 W und 0,5 mm/s bzw. 25 W bei 1,5 mm/s. Die Breiten lagen hier bei 3,0 bzw. 4,4 mm (p<0,001). Aufgrund der starken Trabekularisierung im linken Herzohr war es nur mit dem Abstandslaser möglich transmurale Läsionen zu erzeugen (50 W, 0,5-1 mm/s, 15 mm Abstand). Schlußfolgerung: Die Erzeugung von transmuralen Läsionen im linken und rechten Vorhof sind mit beiden Methoden möglich, wobei mit dem Laser größere Einstellungsbreiten gegeben und die Gewebszerstörung geringer sind. In den Herzohren ist die Radiofrequenzablation unter den hier gegebenen Versuchsbedingungen nicht einsetzbar. Somit bieten sowohl der Laser als auch die Radiofrequenz-Energie das Potential, chirurgische Schnitte durch Ablationstechniken zu ersetzen.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2005.0465