Entwicklung eines Antikörper- Assays zur Risikoabschätzung anaphylaktischer Reaktionen sowie der Inaktivierungswahrscheinlichkeit des Enzyms L- Asparaginase in der Therapie der akuten lymphatischen Leukämie

L-Asparaginase ist ein bakterielles Enzym, das seit über 30 Jahren im Rahmen einer Polychemotherapie zur Behandlung akuter lympha-tischer Leukämien und einiger maligner Lymphome eingesetzt wird. Asparaginase katalysiert die Hydrolyse von L-Asparagin und bewirkt auf diese Weise eine Depletion des Asp...

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Main Author: Randow, Josefine von
Contributors: Röhm, Karl-Heinz, Prof. Dr. (Thesis advisor)
Format: Dissertation
Language:German
Published: Philipps-Universität Marburg 2005
Physiologische Chemie
Subjects:
Online Access:PDF Full Text
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Description
Summary:L-Asparaginase ist ein bakterielles Enzym, das seit über 30 Jahren im Rahmen einer Polychemotherapie zur Behandlung akuter lympha-tischer Leukämien und einiger maligner Lymphome eingesetzt wird. Asparaginase katalysiert die Hydrolyse von L-Asparagin und bewirkt auf diese Weise eine Depletion des Asparaginspiegels im Plasma. Dadurch wird die Konzentration der für die Tumorzellen essentiellen Aminosäure so gering gehalten, so dass eine weitere Replikation der malignen Zellen nicht mehr möglich ist. Erhebliche Komplikationen im Rahmen der Behandlung mit Aspara-ginase stellen zum einen die unterschiedlich ausgeprägten Überem-pfindlichkeitsreaktionen und zum anderen die stumme Inaktivierung des Enzyms dar. Durch eine Vorhersage einer möglichen allergischen Reaktion bzw. durch die Möglichkeit, eine vorzeitige Inaktivierung des Enzyms zu er-kennen, könnte eine deutliche Verbesserung des Therapieerfolges er-zielt werden. Der bisher in der Klinik eingesetzte immunologische Test zum Nach-weis von gebildeten Antikörpern, die möglicherweise für eine Überem-pfindlichkeitsreaktion bzw. für die Inaktivierung des Enzyms verant-wortlich sind, ist auf Grund zu geringer Sensitivität und Spezifität pro-gnostisch nicht verwertbar. Von der Hypothese ausgehend, dass es sich bei der Antikörper-bildung um epitop-spezifische Antikörper handelt, wurden zunächst, ohne Kenntnisse über die genaue Lokalisation der Epitope, durch Re-striktionsverdau fünf Asparaginasefragmente erzeugt. Der Einsatz die-ser Fragmente mit bekannter Aminosäuresequenz als Antigen führte zu der Erkenntnis, dass bei Patienten, bei denen eine vorzeitige In-aktivierung des Enzyms im Serum festgestellt worden war, eine bestimmte Antikörperpopulation, nämlich gegen das C-terminale Frag-ment (237-326), gebildet wird. Eine eindeutige Korrelation zwischen Antikörpertitern gegen eines der anderen Fragmente und einer „schnellen Inaktivierung“, konnte nicht festgestellt werden. Diese Ergebnisse liefern eine vielversprechende Grundlage für die Weiterentwicklung des Assays durch genaues Epitop-Mapping, so dass die für immunologische Tests eingesetzten Fragmente, in Zukunft noch selektiver gestaltet werden können. Um statistisch signifikante Aussagen machen zu können, sind noch weitere Tests an explizit für diese Fragestellung gesammelten Serum-proben notwendig.
DOI:https://doi.org/10.17192/z2005.0264